Bürgerinformationssystem
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Sachverhalt:
Ein Jahr nach dem ersten Lockdown zeichnen sich massive Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche ab. Die Schließungen der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und der damit einhergehende Verlust der gewohnten Tagesstruktur, Kontaktabbrüche und dem eigenständigen Lernen zu Hause stellen erhebliche Herausforderungen für betroffene Kinder und deren Familien dar. Räumliche Enge und fehlende Ausweichmöglichkeiten während des Lockdowns führen oftmals zu erhöhtem familiärem Stress, Überforderung bis hin zu häuslicher Gewalt. Bewegungsmangel, Sprachentwicklungsstörungen und psychische Problem durch die Isolation sind die Folgen. Kinder und Jugendlichen aus sozial schwierigen Verhältnissen sind besonders stark von diesen Auswirkungen betroffen. Die ohnehin bestehende Chancenungleichheit wird dadurch verstärkt. Zudem kommt es zu vermehrten Schulabsentismus, wie es bereits jetzt beim Homeschooling festzustellen ist.
Um die „Folgen der Corona-Pandemie für unsere Stadtgesellschaft, vor allem für Kinder, Jugendliche und Familien“ und die dafür erforderlichen Maßnahmen bereichsübergreifend erörtern zu können, fand am 16.02.2021 eine gemeinsame Sitzung von Jugendhilfe-, Schul-, Sport- sowie Sozial- und Gesundheitsausschuss statt. Dargestellt wurde seitens der Verwaltung, welche Folgen durch die Corona-Pandemie auf die Lebenslagen der Menschen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, in Lüneburg zu erwarten sind.
Stadträtin Steinrücke schlug in dieser gemeinsamen Ausschusssitzung vor, aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse, ein Soforthilfeprogramm für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Dieser Vorschlag fand Zustimmung. Von daher hat das Dezernat Bildung, Jugend und Soziales ein solches Soforthilfeprogramm erarbeitet mit dem Ziel, den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche entgegenzuwirken. Ein besonderer Fokus soll hierbei auf Entlastung, Aktivierung, Erleben und gesellschaftlicher Zusammenhalt gelegt werden.
Neben den Aktivierungshilfen sollen für Kinder und Jugendliche auch zusätzliche Lernangebote geschaffen werden. Hierzu werden Gespräche mit den Schulen geführt, in welchen Fächern zusätzliche Unterstützung notwendig ist, die in Form von Nachhilfe, z.B. in den Stadtteilhäusern angeboten werden können.
Auch die Situation der Eltern war und ist durch die Corona-Pandemie geprägt von Sorgen, Stresssituationen zuhause und dem täglichen Spagat zwischen Beruf und Familie. Von daher sollen auch Angebote für Familien geschaffen werden.
Es braucht ergänzende Angebote und Maßnahmen
A) zur Stärkung von Gemeinschaft und Teilhabe, B) der Familienunterstützung und C) der Bewegungs- und Bildungsförderung.
Für eine wirksame und nachhaltige Unterstützung, Entlastung und Aufarbeitung des Versäumten sind drei Bausteine notwendig:
1.) Die Einrichtung eines Fonds, aus dem Vereine, Träger und Initiativen unkompliziert Zuschüsse für Angebote und Ideen beantragen können, 2.) auf 2 Jahre befristete Zuschüsse für zusätzliches sozialpädagogisches Personal an Schulen 3.) Während des Lockdowns sind die Kindeswohlgefährdungen angestiegen. Um wieder einen Kontakt zu Familien aufzubauen, ist eine aufsuchende Sozialarbeit vor Ort, das heißt in den Familien, erforderlich. Daher soll eine befristete zusätzliche Stelle in der Jugendarbeit und im Allgemeinen Sozialdienst geschaffen werden. Ziel des Programms ist es u.a. auch durch ein Bündel von unterschiedlichen Maßnahmen Schulvermeidung und Schulabbrüchen entgegenzuwirken.
Zu den Bausteinen:
Baustein 1: Sonderfonds
Kurzfristige Einrichtung eines zusätzlichen Fonds aus dem Vereine, Träger, Initiativen, Ehrenamtliche o.a. Zuschüsse für im Sinne der Programmziele förderwürdige Zwecke beantragen können.
Zuschussempfänger können neben Vereinen, Verbänden, Religionsgemeinschaften, Initiativen o.ä. sein, die mit ihren Anträgen, Ziele im Sinne des Gemeinwohls verfolgen und deren Angebote Kindern, Jugendlichen und Familien in der Hansestadt zu Gute kommen.
Gefördert werden sollen:
Baustein 2: Zuschüsse zur Finanzierung von Schulsozialarbeit und zur Umsetzung das Programms FiSch – Familie in Schule
Für die Aufstockung der Personalressourcen der Schulsozialarbeit und/ oder zur Einrichtung des Programms FiSch-Familien an Schule an Grund- und Weiterführenden Schulen in Trägerschaft der Hansestadt Lüneburg werden bedarfsbezogen Zuschüsse in Aussicht gestellt.
Die Antragstellung und Bedarfsprüfung wird durch das Dezernat V koordiniert und erfolgt nach Abstimmung mit Hansestadt und dem Landesamt für Schule und Bildung sowie den Schulen. Die Zuschusssummen werden in Kooperationsvereinbarung festgehalten.
Gefördert werden:
o Prävention von Schulabsentismus o Aufsuchende Arbeit o Gruppenarbeit o Elternarbeit o Rückführung o AGs zur Förderung von Gemeinschaft
Baustein 3: Personalstellen in Jugendarbeit und Jugendhilfe
Zur Sicherstellung der Umsetzung des Soforthilfepakets, inklusive der Koordination der Ferienangebote für Kinder und Jugendliche sowie zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule werden befristet zwei VZÄ-Stellen im Bereich Soziale Dienste eingerichtet.
1,0 VZÄ-Stellen werden für die Koordination Soforthilfepaket und der Ferienangebote im Bereiche 524 Offene Kinder- und Jugendarbeit benötigt. Die Stelle soll befristet auf 3 Jahre vorgehalten werden.
2 VZÄ Stellen sollen im Aufgabenfeld der Koordination der Vermeidung von Schulabsentismus im Bereich 521 und 522 Allgemeiner Sozialdienst tätig werden. Das Aufgabenfeld ist vorrangig die Koordination von Verfahren bei Schulabsentismus und Schulabbruch sowie die Netzwerkarbeit und Zusammenarbeit mit Schulen, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe und Berufseinstiegsinstitutionen. Die Stellen sollen befristet auf 3 Jahre geschaffen werden.
Das Antragstellungsverfahren und die Zuschussvergabe wird aus dem Dezernat V organisiert und soll möglichst einfach gehalten werden.
Hinsichtlich der Förderfähigkeit von Projektideen erarbeitet die Verwaltung einen Kriterienkatalog und eine Förderrichtlinie.
Grundsätzliche Bedingung ist u.a. die Einhaltung von, der Infektionslage entsprechenden, Corona-Schutzmaßnahmen und das Vorhalten von Hygienekonzepten.
Die Gesamtfördersumme dieses Sozialpakets soll 300.000 € bis 500.000 € betragen.
Zur Gegenfinanzierung der Gesamtfördersumme des Sozialhilfepakets wird eine Drittel-Finanzierung angestrebt.
Seitens des Bundes ist geplant für die beschriebenen Maßnahmen Fördermittel bereitzustellen. Daher soll ein Drittel dieses Maßnahmenpakets aus den Fördermitteln des Bundes finanziert werden. Zudem wird angestrebt ein weiteres Drittel durch den Landkreis Lüneburg zu erhalten. Ein weiteres Drittel soll durch die Hansestadt Lüneburg getragen werden.
Sollten die Bundesmittel nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen, wird geprüft, inwieweit die Mittel aus dem Haushalt der Hansestadt Lüneburg gegenfinanziert werden können.
Finanzielle Auswirkungen:
Kosten (in €) a) für die Erarbeitung der Vorlage: 115 € aa) Vorbereitende Kosten, z.B. Ausschreibungen, Ortstermine, etc. b) für die Umsetzung der Maßnahmen: 500.000,-- c) an Folgekosten: d) Haushaltsrechtlich gesichert: Ja X (50%) Nein Teilhaushalt / Kostenstelle: 57410, 57720 Produkt / Kostenträger: 36500102, 21100103 Haushaltsjahr: 2021
e) mögliche Einnahmen: Fördermittel des Bundes, Fördermittel vom Landkreis Lüneburg Anlage/n:
Beschlussvorschlag:
Die Verwaltung wird ermächtig das Soforthilfepaket Kinder, Jugendliche und Familien der Hansestadt Lüneburg umzusetzen. Es ist ein Kriterienkatalog und eine Förderrichtlinie zu erstellen. Die Verwaltung wird beauftragt, zur Teil-Finanzierung der Maßnahmen Gespräche mit dem Landkreis Lüneburg zu führen und die Fördermittel des Bundes zu beantragen.
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