Bürgerinformationssystem
![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Beratungsinhalt: Stadtdirektor
Koch führt
einleitend aus, dass der Gedanke, die alte Wegeverbindung zwischen Lüneburg und
Bardowick wieder herzustellen und dieses Ganze in Form eines sozialpolitisch
sinnvollen Beschäftigungsprojektes durchzuführen, gekommen sei, nachdem nach
Presseberichten im Raum Braunschweig ein ähnliches Projekt durchgeführt wurde. Die
Wegeverbindung liegt zwar nicht, wie bei dem Braunschweiger Beispiel, im
Programmgebiet „Soziale Stadt“, gleichwohl handelt es sich um Flächen, die seit
Jahren darauf warten, qualitätsverbessert zu werden. Der Trassenverlauf des
Treidelpfades entlang der Ilmenau wird aufgezeigt. Anhand einer
Fotodokumentation wird verdeutlicht, dass der Weg als solcher in manchen
Bereichen nur noch auf Fahrradspurbreite reduziert sei. Übereinstimmendes
Ziel der Stadt Lüneburg und des Fleckens Bardowick sei, es zu ermöglichen, dass
diese Wegeverbindung so hergerichtet wird, das sie sowohl von Fußgängern als
auch von Radfahrern wieder genutzt werden kann. Die Wegetrasse ist auf
Stadtgebiet im Wesentlichen im Stadteigentum als auch im Eigentum einer von der
Stadt verwalteten Stiftung. Die vorgesehene Arbeiten werden näher erläutert.
Ein Großteil der Arbeiten wird hierbei manuell per Hand zu erledigen sein. Mit
der Durchführung der Baumaßnahme eröffnet sich für die Personenkreis, der in
diese Maßnahme eingebunden wird, eine große Beschäftigungschance. Für
Langzeitarbeitslose bietet sich auch die Chance einer gewissen Qualifizierung. Der
Finanzierungs- und Abwicklungsplan wird anhand der Ausführungen der
Beschlussvorlagen erläutert. Zur
Frage, ob die Durchführung der Maßnahme im Rahmen des angesprochenen
Beschäftigungsprogramms beschäftigungsschädlich sei und eventuell dem örtlichen
Handwerk dadurch Aufträge entgehen, wird angemerkt, dass eine Ausbauplanung für
den Weg bis in die Anfänge der 80er Jahre zurückreicht. Diese Maßnahme wurde
aus Kostengründen immer wieder als nicht vorrangig und prioritär zurückgestellt
wurde. Ausgehend von der im Allgemeinen angespannten Haushaltslage wird wohl
auch in den nächsten 20 Jahren nicht davon auszugehen sein, dass es bei der
Wiederherrichtung des Treidelweges zu einer normalen Beauftragung von Firmen
kommen wird. Diesbezüglich wurden auch schon erste Gespräche mit dem
Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft geführt. Abschließende Stellungnahmen
liegen zwar noch nicht vor, gleichwohl wurde zumindest Sympathie zu der
Überlegung geäußert. Die kurzfristige Vorlage im Ausschuss resultiert daraus,
dass die Beratungen mit allen Beteiligten jetzt zu dem Ergebnis geführt hat,
dass man kurzfristig an das Personal für die Durchführung der Maßnahme gelangen
könnte und andererseits die Gemeinde Bardowick sich bereit erklärt hat, den
Stadtanteil bis zum Jahre 2007 zinsfrei mit vorzufinanzieren. Der
Vorschlag wird heute zur grundsätzlichen und ersten Beratung gestellt. Bei der
Maßnahme handelt es sich um ein vernünftiges Projekt, das Menschen in Lüneburg
ohne Arbeit die Möglichkeit der Qualifizierung und Wahrnehmung einer sinnvollen
Tätigkeit bietet. Der vorgesehene Ausbaustandard von 2 m ist das Minimum, das
für einen Begegnungsverkehr erforderlich ist. Ratsherr
Aschenbrenner ist dankbar dafür, dass das Thema
aufgegriffen wurde. Die Kreishandwerkerschaft hat zwar vom Grundsatz her
signalisiert, dass eine solche Maßnahme positiv zu sehen ist. Wichtig ist in
diesem Zusammenhang jedoch, dass der Kreishandwerkerschaft ein Konzept
vorgelegt wird, damit dann Gespräche mit der Straßenbauer-Innung geführt werden
können. Aus eigener Anschauung kennt er den derzeitigen Wegezustand. Für ihn
ist von Interesse, ob es an der relativ eng an früheren Schiffsentladestelle
IBUS möglich sein wird, den Weg in der vorgesehen Breite vorbeizuführen. Ggf.
wäre ein Flächenankauf erforderlich. Hilfreich wäre es, wenn alternativ eine
Kostenschätzung darüber vorliegen würde, was eine Beauftragung von
Handwerksbetrieben kosten würde. Auch
er geht nicht davon aus, dass eine normale Firmenbeauftragung zumindest in den
nächsten 10 Jahren möglich sein wird. Deshalb ist die Initiative grundsätzlich
positiv zu sehen und auch lobenswert. Diese einmalig schöne Naturstrecke wird
durch den Wegebau aufgewertet und zu einem weiteren Kleinod in der Region. Stadtdirektor
Koch verdeutlicht,
dass selbstverständlich der Kreishandwerkerschaft ein fertiges Konzept zur
Beratung vorgelegt wird. Die heutige Vorstellung ist auch nicht als Vorgriff
auf noch anstehende Entscheidungen zu verstehen, sondern resultiert nur aus
terminlichen Zwängen heraus. Die Bereitstellung von 1 €-Job-Leuten wird auch
davon abhängig gemacht, dass keine Beeinträchtigung des Handwerks damit
verbunden ist. Reguläre
Kosten wurden im Jahre 2005 im Zusammenhang mit der Antragstellung auf
Zuwendung bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ermittelt. Eine
Bezuschussung konnte seinerzeit jedoch nicht in Aussicht gestellt werden, weil
dieser Weg aus heutiger Sicht für die Wasser- und Schifffahrtverwaltung ohne
Bedeutung ist. Für die ca. 3,6 km lange Wegestrecke würden nach vorsichtiger
Schätzung, der keine detaillierte Ausbauplanung zugrunde lag, Kosten in Höhe
von anteilig für die Stadt von 182.000 € anfallen. Die Gesamtkosten würden sich
auf 350.000 € belaufen. Bei
der geschilderten Durchführung würde sich der Aufwand für die Stadt fast nur
noch auf die Materialgestellung beziehen. Diese Kosten wäre mit ca. 60.000 € zu
beziffern. Verbunden werden könnte diese mit der sozialpolitisch zu sehenden
Betreuung eines bestimmten Personenkreises, dem bei der Durchführung der
Maßnahme auch vermittelt werden könnte, welch wichtige Aufgabe sie mit ihrer
Arbeit wahrnehmen. Ratsherr
Aschenbrenner
interessiert, wer zukünftig die Pflege und Unterhaltung und damit auch die
Kosten übernehmen wird. Stadtdirektor
Koch erklärt, dass
sowohl die Stadt, das Stift St. Nikolaihof als auch die Gemeinde Bardowick
jeweils für ihren Streckenabschnitt für die Unterhaltung des Wegeabschnitts
aufkommen werden, man aber davon ausgehe, dass nach Ausbau kein nennenswerter
Unterhaltungsaufwand mehr bestehe. Nach
Herstellung des Weges wird und insoweit haben auch schon Vorgespräche mit dem
Landvolk und den Bauernvertretern stattgefunden, durch ein verbessertes
Verkehrskonzept erreicht werden, dass der neu angelegte Weg nicht mehr mit
landwirtschaftlichen Gerät befahren wird. Die allermeisten angrenzenden
landwirtschaftlichen Flächen sind bereits jetzt über andere Flächen und
Stichwege an das öffentliche Wegenetz angebunden. Insofern
werden gewisse verkehrsregulierende Maßnahmen parallel mit Fertigstellung des
Weges zu veranlassen sein. Beigeordneter
Körner ist angetan
davon, dass diese Ilmenauflächen durch den Ausbau des Weges für die Naherholung
besser erschlossen werden sollen. Davon würden nicht nur die Lüneburger,
sondern auch die Bardowicker Bürger profitieren. Auch er kann sich schwerlich
vorstellen, dass eine Abwicklung durch Beauftragung des Handwerks aus
Kostengründen in absehbare Zeit möglich sein würde. Die
Chance, den Weg kostengünstig über ein soziales Projekt realisieren zu können,
besteht nur noch in diesem Jahr. Die Chance sollte deshalb genutzt werden. Auch
wenn man beide Seiten, sowohl die Interessen des Handwerks als auch den Nutzen
für die Bürger betrachtet, spricht er sich für die Durchführung der Maßnahme im
Rahmen des Sozialprogramms aus. Beigeordneter
Löb wartet schon
lange darauf, dass sich bezüglich der Herrichtung der alten Wegeverbindung
etwas tut. Der ADFC fordert dies schon seit langem. Insgesamt hält er die
Vorgehensweise für eine tolle Idee. Gleichwohl spricht er sich dafür aus, die
Verlängerung des Wanderweges Richtung Wilschenbruch und dessen Ausbau im Auge
zu behalten. Er hofft, dass die Kreishandwerkerschaft ihre Bedenken in dieser
Sache zurückstellen kann und damit zur Realisierung des Wegebaus beiträgt. Stadtdirektor
Koch geht ein auf
den von Ratsherrn Aschenbrenner angesprochenen Engpass des Weges an der
ehemaligen Verladestelle in Höhe IBUS. Die Wegegestaltung an dieser Stelle
gehört zu den Detailfragen, die noch zu klären sein werden. Denkbar wäre eine
Steglösung oder ein entsprechender Flächenankauf. Bürgermeisterin
Schellmann
verdeutlicht, dass es aufgrund der Haushaltslage auf Jahre hinaus wohl so zu
sehen ist, dass diese sicherlich wünschenswerte Maßnahme nicht durch
Beauftragung von Handwerksbetrieben zur Umsetzung gelangen würde. Im Prinzip
können wir uns bei der Haushaltlage und der Dringlichkeit wichtiger anstehender
Aufgaben die Umsetzung dieses Vorhabens überhaupt nicht leisten. Wenn man dann
aber den Weg über das Beschäftigungsprogramm gehen will, sollte sichergestellt
werden, dass die erforderlichen verkehrlichen Maßnahmen auch umgesetzt werden
und dass eine Haftung im Winter für nicht ausgeführten Räum- und Streudienst
ausgeschlossen wird. Ratsfrau
Lotze sieht es so,
dass mit dem Rückgriff auf das Programm ein langgehegter Wunsch und auch eine
politische Forderung umgesetzt werden könnte. Sie erinnert daran, dass es in
den Vorjahren schon mehrer Versuche gab, eine Finanzierung für die
Wiederherstellung des Weges aufzustellen. Sie
geht davon aus, dass die Kreishandwerkerschaft ihre möglicherweise noch
bestehenden Bedenken nach Vorlage des eingeforderten Konzepts im Sinne einer
positiven Bescheidung zurückstellen kann. Die
Anregung, die organisierten Radfahrer, wie beispielsweise den ADFC im Vorfeld
der Planungen einzubeziehen, hält sie für gut. Wichtig ist, das Radfahrer und
Fußgänger diesen Weg gleichberechtigt und in guter Qualität nutzen können. Weitere
Wortmeldungen liegen nicht vor. Beigeordneter
Dörbaum fasst als
Beratungsergebnis zusammen, dass die Realisierung der Maßnahme in der
geschilderten Vorgehensweise von den Ausschussmitgliedern durchweg positiv
begleitet wird. Beschluss: Der
Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung fasst einen der Beschlussempfehlung
der Verwaltung folgenden einstimmigen Beschluss. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |