Bürgerinformationssystem
![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Beratungsinhalt: Herr Cassens stellt zu Beginn die personellen Veränderungen
in der VHS dar. In diesem Semester wurden Herr Jochen Motschmann und Frau
Christine Roos in die „nachberufliche Lebensphase“ verabschiedet. Herr
Motschmann war der erste hauptamtliche pädagogische Mitarbeiter der VHS
Lüneburg, er wurde 1974 eingestellt. Er
initiierte damit den ersten Schritt zur Professionalisierung im
pädagogischen Bereich. Die Ausrichtung der Kurse auf die Einbeziehung
bildungsbenachteiligter Bevölkerungsgruppen ist vornehmlich sein Verdienst. So
baute er die Programmbereiche Obdachlosenarbeit, Gefangenenarbeit, die
Frauenarbeit, die Arbeit mit Behinderten oder auch die Alphabetisierung auf.
Frau Roos kümmerte sich vornehmlich um die Professionalisierung der VHS-Arbeit
im Sprachenbereich. Heute ist die VHS Lüneburg die Prüfungszentrale für
Sprachen in der Region Nordostniedersachsen. Seit dem 1. Oktober ist Frau Bettina Lübs nach einer
dreijährigen Beurlaubung für eine Tätigkeit im Bereich Alphabetisierung beim
Deutschen Volkshochschulverband in Bonn wieder an die VHS zurückgekommen. Herr Cassens betont, dass zur heutigen Professionalisierung
die Kundenorientierung, die Kosten- und Leistungsrechnung und effiziente
Organisationsabläufe hinzugehören. Zum Programmverlauf im letzten Semester gibt Herr Cassens
bekannt, dass die VHS Lüneburg im Vergleich mit anderen Volkshochschulen (2/3
in Niedersachsen verzeichnen Rückgänge), erfreulicherweise keine Einbußen in
den Teilnehmerzahlen zu verzeichnen hat. Er vermutet den Grund in der veränderten
Außendarstellung durch das neue vhs.haus, die Möglichkeiten, im Haus z. B.
Ausstellungen zu organisieren und die Kooperation mit der „neuen arbeit gGmbh“
im Rahmen des vhs.caffee. Die VHS Lüneburg nimmt zwar im Vergleich mit anderen
Volkshochschulen bis zu ca. 80 % höhere Gebühren, trotzdem entscheiden sich
viele Teilnehmer für diese Kurse. Allerdings haben die Anträge auf Ermäßigungen
in den letzten Semestern zugenommen. Die Kunden, die sich keinen VHS-Kurs
leisten können, bleiben weg. Dies ist nicht im Sinne der ursprünglichen
VHS-Idee, aber aufgrund der Finanzsituation derzeit nicht anders zu lösen. Zu Produkt A: Herr Gade bemerkt, dass der Produktbereich A ein wichtiger
Bereich für die VHS ist. Auf die Bitte von Frau Hilmer äußert sich Frau Borchert zum
Deutsch-Unterricht in der Moschee. Momentan nehmen 17 Frauen und 2 Männer inkl.
dem Vorbeter am Deutschunterricht in der Moschee regelmäßig teil. In der Gruppe
sind Frauen, die z. T. schon 30 Jahre in der Bundesrepublik leben und noch
immer kein Deutsch sprechen. Ziel des Kurses ist es, die Teilnehmer/innen
langsam an die deutsche Sprache heranzuführen und schrittweise in den Alltag zu
integrieren. Frau Voß-Freytag ergänzt, dass in Kaltenmoor ein LOS Projekt
im Bereich Alphabetisierung mit 20 Frauen gut läuft. Frau Leya stellt das Programm „Bildung macht stark“ kurz
vor, welches in allen Schulen in Stadt und Landkreis Lüneburg verteilt ist. Die Volkshochschule Lüneburg verfolgt damit das Ziel, die
geistigen und emotionalen Fähigkeiten des Einzelnen zu wecken und zu fördern.
Erfolgreiches Lernen liegt im Gestaltungsprozess des Individuums, hierfür
angemessene Rahmenbedingungen zu bieten, ist die Kompetenz der VHS. Die Kurse
sind ergänzend zum normalen Unterricht zu sehen. Momentan werden hauptsächlich
Zertifikatskurse und das Sozialkompetenztraining von den Schülerinnen und
Schülern nachgefragt. Die Kurse kosten 1,90 EUR pro Unterrichtsstunde. Zu Produkt B: Herr Maeck bittet darum, zu erklären, wie der Stand der
Ausbildung der Erzieher/innen im Bereich Sprachförderung in den Kitas ist. Herr
Cassens äußert dazu, dass in Zusammenhang mit dem Jugendamt der Stadt Lüneburg
die entsprechenden Vorkenntnisse und Bedarfe bei den Kita Leiterinnen abgefragt
wurden. Daraus entwickelte sich ein längerfristig angelegtes
Lehrgangskonzept zu diesem Thema. Beim Landesverband der Volkshochschulen gibt
es ein solches Konzept, das bereits erfolgreich in Osnabrück, Göttingen und
Diepholz durchgeführt wird. Dieser Lehrgang umfasst 208 Unterrichtsstunden und
wurde allen Kitas vorgeschlagen. Herr Koch berichtet von dem Ratsantrag der dieser
Qualifizierung zugrunde lag. Als erster Schritt soll eine Qualifizierung des
Fachpersonals in den Kitas berufsbegleitend erfolgen. Als Ziel sieht er, dass
Lüneburg sich in besonderer Weise als kinder- und familienfreundlich
präsentiert. Herr Maeck fragt nach, wann der Lehrgang beginnen wird. Herr
Cassens nennt als Termin den 2. November 2005. Herr Maeck möchte gern erfahren,
ob es eine Verknüpfung zwischen dem Lehrgang und der Tätigkeit in der Kita
geben wird, darauf äußerte Herr Cassens, dass es natürlich immer förderlich
ist, Theorie und Praxis zu verknüpfen. Das Konzept sieht vor, Peer-Groups zu
bilden. Herr Koch geht auf das Gesamt-Konzept ein, welches im
Jugendhilfeausschuss vorgestellt wurde. Dieses sieht vor, dass es ein nahtloses
Vorschalten der Sprachförderung in Kitas vor der schulischen Sprachförderung
geben soll. Trotz der momentanen Ungeduld in den Kitas soll im zeitigen
Frühjahr 2006 mit der Umsetzung angefangen werden. Eine frühkindliche
Sprachförderung flächendeckend einzuführen braucht eine solide Grundlage. Frau Ebeling erkundigt sich, in welcher Weise im
Gesundheitsbereich Sport- und Wellnessangebote aufgenommen werden. Frau Dr.
Molitor beschreibt einige Gebiete im Bereich Gesundheit, die Tanzkurse,
besonders NIA sind regelmäßig ausgebucht. Trendkurse wie Pilates sind gut
nachgefragt, einen Rückgang gibt es bei den Rückenkursen, der Bereich
Entspannung läuft gut. Sie weist darauf hin, dass die Bildungsurlaube im
Bereich Gesundheit sehr nachgefragt sind und äußert sich zu den neuen
Lehrgängen Anti-Stress-Trainer/in und Gesundheitsberater/in, der bereits im 2.
Durchgang anläuft. Herr Maeck erfragt zum Bereich Älter werden, ob die Kurse in
altershomogenen oder eher in altersheterogenen Gruppen angeboten werden. Herr
Cassens weist darauf hin, dass es an der VHS Lüneburg keinen Bereich Ältere
Bürger gibt, dieser Bevölkerungsteil fände sich vielmehr grundsätzlich in allen
Kursen wieder. Es gibt einen Bereich, der sich vornehmlich mit dem Älter werden
auseinandersetzt. Eine Form ist erkennbar in der Seniorenredaktion der
Zeitschrift Ausblick. Außerdem wird es im Frühjahr eine Reihe von Vorträgen und
Gesprächskreisen zum Thema demographischer Wandel geben. Produkt C: Herr Koch schildert, dass der Bereich Auftragskurse leider
noch immer stark rückläufig ist. Durch die Umsetzung von "Hartz IV"
gibt es 25 % mehr Bedürftige als vorher geschätzt. In Lüneburg gibt es momentan
rund 500 1-Euro-Jobs, weitere 200 werden dazu kommen. Hier sind Qualifikationselemente
sinnvoll, aber im Augenblick kaum durchzusetzen, da die Bereitschaft der ARGE
und der Arbeitgeber dafür zu gering ist. Die Stadt Lüneburg ist nicht in den
Leitungsgremien der ARGE vertreten, sondern nur im Beirat. Frau Leya ergänzt,
dass einzelne Teilnehmer im Hauptschulkurs über die ARGE finanziert werden. Herr Gade fragt nach, wie der Stand mit der Zusammenarbeit
mit der KVHS ist. Herr Cassens schildert, dass beide Volkshochschulen nach wie
vor unterschiedliche Profile haben. Die Zusammenarbeit funktioniert gut im
Bereich Sprachen in der Kursleiterweiterbildung, -austausch und mit dem
gemeinsamen Projekt „Europäische Filmwochen“ in Zusammenarbeit mit dem SCALA
Kino. Als Problem ist anzusehen, dass gleiche Kurse mit gleichen
Kursleitern/innen zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Der Bereich
Trialog läuft formell in Kooperation mit der KVHS, allerdings sind die Kurse
dort bis zu 50 % günstiger als an der VHS. Herr Löb erfragt, wie nach dem Ausscheiden von Frau Roos der
Bereich Sprachen an der VHS organisiert wird. Herr Koch berichtet von einem Brief der Kursleiter Sprachen,
der die Bitte enthielt, die Stelle baldmöglichst wieder mit einem
qualifizierten Programmbereichsverantwortlichen zu besetzen. Herr Cassens sagt dazu, dass der Sprachenbereich momentan
von Frau Borchert in Zusammenarbeit mit engagierten Kursleitern/innen
organisiert wird. Das ist eine vorübergehende Regelung, da Frau Borchert nicht
auf Dauer den Bereich nebenbei leiten kann. In Zukunft werden andere, bisher
befristet beschäftigte Mitarbeiterinnen, Bereiche von Frau Borchert übernehmen.
Herr Koch ergänzt, dass es mit der GmbH-Gründung auch eine Umorganisation der
Fachbereiche geben wird. Herr Löb betont, dass der Sprachenbereich ein
wichtiger Teil für die Identifikation mit der VHS ist und das dann auch ein
Gespräch mit der KVHS bezüglich der Preise nötig wird. Herr Koch gibt zu bedenken, dass bei der KVHS effektiv die
Kurse nicht billiger sind, sondern die Kurse verdeckt subventioniert werden.
Beim Landkreis gibt es noch keine erkennbare Vollkostenrechnung, die niedrigen
Preise der Kurse seien offenbar politisch so gewollt. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |