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Der
Antrag wird gemeinsam mit dem Antrag zu TOP 8.1 „Mitgliedschaft in einem
„Lokalen Bündnis für Familie“ (VO/1347/04) beraten. Beratungsinhalt: Beigeordneter
DÖRBAUM erläutert
die Anträge. Die Wahl des Wohnortes und die Beurteilung seiner Qualität sei für
viele Eltern in hohem Maße von der Vereinbarkeit von Kindererziehung und
Berufstätigkeit abhängig. Zur Zeit liege die Versorgungsquote mit
Krippenplätzen für Kinder unter 3 Jahren in Lüneburg zwar über dem
Bundesdurchschnitt, aber mit rd. 4 % noch viel zu niedrig. Studien hätten nachgewiesen,
dass eine gute frühkindliche Förderung besonders wichtig für die spätere
schulische Entwicklung sei. Deshalb müsse die Stadt Lüneburg ein verlässliches,
qualitativ hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot nicht nur für
Grundschulkinder, sondern insbesondere auch für Kinder in Krippen und
Kindertagesstätten anbieten. Die Stadt sollte dafür ein Konzept unter
Berücksichtigung der im Antrag aufgeführten Grundüberlegungen erarbeiten. Beigeordnete
BAUMGARTEN meint,
der Antrag gehe in die richtige Richtung. Die CDU-Fraktion habe dazu zur
Präzisierung einen Änderungsantrag vorgelegt, in dem weitere Verbesserungsmöglichkeiten
aufgezeigt würden. Sie nimmt Stellung zu den einzelnen Punkten des Antrags der
Gruppe SPD/FDP und erläutert die Inhalte und Hintergründe des Änderungsantrages
ausführlich. Sie weist ergänzend zu Punkt 2 des SPD/FDP-Antrags darauf hin,
dass bei einer Bevölkerungszunahme der Bedarf in den Grundschulen genau zu
ermitteln sei. Zu Punkt 3 sollten die baulichen Anforderungen an Krippen mit
einbezogen und vorgelegt werden. Der in Punkt 8 angesprochene Appell sollte im
Übrigen direkt an die Bundestagsabgeordneten der SPD und Grünen gerichtet
werden. Die CDU fordere schon seit langem die Erhöhung dieser Mittel. Außer den
Krippen müssten auch andere Betreuungsmöglichkeiten einbezogen werden, damit
die Eltern Wahlmöglichkeiten hätten. Oberste Priorität müsse bei allen
Überlegungen selbstverständlich das Wohl der Kinder haben. Ratsherr
NOWAK wundert sich
über den Zeitpunkt des Antrags, der offensichtlich mit den Bundesmitteln in
Zusammenhang stehe. An sich sei die Krippenbetreuung auch in der Stadt Lüneburg
nichts Neues und habe zum Teil auf Landesebene auf Grund ihrer guten Qualität
bereits Preise erhalten. Den Grünen sei das Ziel der umfassenden
Kinderbetreuung von Anfang an wichtig gewesen. Bei den Räumlichkeiten müsse man
sicherlich auf vorhandene Räume zurückgreifen, die Bezeichnung „Bildungs- und
Betreuungszentren“ erscheine da etwas hoch gegriffen und könne einen falschen
Eindruck erwecken. Unbestrittene pädagogische Inhalte der Krippenbetreuung
sollten anerkannt und berücksichtigt werden. Z.B. halte er eine Anbindung der
Krippenbetreuung an Kindergärten oder Schulen nicht für geeignet. Die Integration
mit älteren Kindern sei sicherlich wünschenswert, könnte in dieser Form aber
eine Überforderung der Kleinkinder darstellen. Bei der Konzeptionserarbeitung
müsse das vorhandene Wissen der existierenden Träger unbedingt genutzt werden.
Die im Antrag beschriebenen räumlichen Möglichkeiten sehe seine Fraktion in
dieser Form nicht. Ratsherr
SOLDAN erklärt,
wesentliches Ziel des Antrags sei, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu
verbessern. Dies sei nicht nur zum Wohle der Kinder wichtig, sondern habe auch
unmittelbare Auswirkungen auf die Gesellschaft, denn dadurch ergebe sich auch
eine Stärkung der Wirtschaft und eine Verbesserung der Infrastruktur. In
anderen Ländern habe man das längst begriffen und sich darauf eingestellt. Noch
wichtiger wäre eine flexible, bedarfsgerechte Betreuung durch qualifizierte
Tagesmütter. Dadurch würde auch das Raum- und Finanzierungsproblem kleiner. Die
Jugendämter könnten in die Vermittlung auch privat finanzierter Tagesbetreuungsmöglichkeiten
einbezogen werden. Die im Antrag aufgeführten Punkte seien keine starren Vorgaben,
sondern Anregungen, in welche Richtung das Konzept gehen könnte. Stadtdirektor
KOCH nimmt zu den
Punkten des Änderungsantrags der CDU-Fraktion Stellung. Eine langfristige und
umfassende Kindertagesstättenbedarfsplanung sei ein Teilaspekt der Jugendhilfeplanung,
habe aus Personalkapazitätsgründen bisher aber leider noch zurückgestellt
werden müssen. In diesem Jahr wurde mit dem Ratsbeschluss über den Stellenplan
jedoch eine zusätzliche halbe Stelle für diese Belange geschaffen. Es gebe im
Übrigen auch eine Reihe niedrigschwelliger Angebote, die für die Eltern eine
große Hilfe seien, und nicht außer Acht gelassen werden dürften. Mit Hinweis
auf den Tagesordnungspunkt 8.1 bleibe anzumerken, dass nicht nur die Schaffung
von Kinderbetreuungsmöglichkeiten wichtig sei, sondern auch die Flexibilisierung
von Arbeitsplätzen für Eltern, z.B. durch Jobsharing, Telearbeit usw.. Hierauf
habe die Stadt allerdings wenig Einflussmöglichkeiten und könne nur in diesem
Sinne an die Wirtschaft appellieren. Ratsherr
ZIEGERT verweist
auf den in der ZEIT veröffentlichten „Familienatlas“, in dem Lüneburg als
Region mit verdeckten Problemen eingestuft werde, deren Betreuungsinfrastruktur
noch verbesserungsfähig sei. Bündnisse für Familien würden sich u.a. besonders
für die Schaffung flexiblerer Betreuungsmöglichkeiten und die Flexibilisierung
des lokalen Arbeitsmarktes einsetzen. Darum halte er einen Beitritt der Stadt
zum bereits in Lüneburg existierenden „Bündnis für Familie“ und die damit
verbundene Vernetzung zwischen der Verwaltung und privaten Akteuren für sehr
sinnvoll. Ratsfrau
LOTZE stellt klar,
auch die Abgeordneten der CDU könnten durch ihr Abstimmungsverhalten im
Bundesrat dafür sorgen, dass bestimmte Gelder freigegeben würden. Die lokalen
Bündnisse für Familie würden sich vor Ort für die Interessen von Familien
einsetzen und dabei durch Vernetzung und Bündelung vorhandener Gegebenheiten
versuchen, familienfreundliche Strukturen zu stärken. In Lüneburg sei das
Lokale Bündnis für Familie bereits im Juni 2004 gegründet worden mit dem Ziel
der Verbesserung der Kinderbetreuung, um Eltern die Verbindung von Familie und
Beruf zu erleichtern, wovon auch die Unternehmen direkt profitierten. Man erhoffe
sich davon auch positive Auswirkungen auf die Geburtenrate. Rund 25
Mitwirkende, darunter öffentliche und private Arbeitgeber und zahlreiche
Einrichtungen und Vereine der Region hätten sich dem Bündnis bereits
angeschlossen. Bürgermeisterin
SCHELLMANN hält es
für besonders wichtig und wünschenswert, dass Eltern ihre Kinder möglichst die
ersten 4 – 5 Jahre größtenteils selbst betreuen. Leider sei das häufig nicht
möglich, manche Eltern damit auch überfordert. Daher habe der Kindergarten die
besonders wichtige Aufgabe, die frühkindliche Entwicklung zu fördern. Für die
Kleinstkinderbetreuung würde sie Tagesmütter den Kinderkrippen vorziehen, weil
dabei eine stärkere Bindung an eine Bezugsperson möglich sei. Die Arbeit der
Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft lobe sie ausdrücklich und sie sei
zuversichtlich, dass mit gemeinsamen Bemühungen und den hier gemachten
Anregungen das gesellschaftliche Klima familienfreundlicher gestaltet werden
könne. Ratsherr
NOWAK unterstützt
den Antrag zum Beitritt der Stadt zum Lokalen Bündnis für Familie. Die
Strukturen der Stadt Lüneburg böten dafür eine ideale Plattform. Es gebe
bereits eine Anzahl von alternativen Angeboten, eine Bündelung unter dem Dach
des Bündnisses für Familie sei wünschenswert. Dabei müsse aber gewährleistet
werden, dass bisherige Angebote nicht übersehen und stets berücksichtigt
würden. Stadtdirektor
KOCH teilt mit, das
Bündnis für Familie halte einen Beitritt der Stadt für wünschenswert und
erhoffe sich aus der Zusammenarbeit mit den zentralen Aufgabenträgern der
Kinder- und Jugendhilfe von Stadt und Landkreis weitere Impulse. Beschluss: Der
Rat der Stadt Lüneburg fasst einstimmig folgenden Beschluss: Der
Antrag wird in den Jugendhilfeausschuss überwiesen, da seine Verwirklichung
eine fachliche und sachliche Überprüfung und ggf. die Bereitstellung von
Mitteln erfordert. (50) |
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