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Beratungsinhalt: Fachbereichsleiterin
Schröder-Ehlers erklärt, dass der Vorschlag zur Änderung der StVO im
Bund-Länder-Fachausschuss keine Mehrheit gefunden hat, der Stadt Lüneburg
jedoch vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ein
auf ein Jahr befristeter Verkehrsversuch genehmigt wurde. Herr
Domanske führt aus, dass die StVO der Verwaltung die Möglichkeit eröffnet,
eigene Verkehrszeichen bzw. Zusatzzeichen zu kreieren. Dieses muss per Erlass
vom Ministerium genehmigt werden, wie es in diesem Fall für das in der Vorlage
abgebildete Zusatzzeichen erfolgt ist. Der Verkehrsversuch soll sicherstellen,
dass das dauerhafte Abstellen von Fahrrädern auf dem Bahnhofsvorplatz
unterbunden wird, wobei es schwerpunktmäßig nicht darum geht, Verkehrsordnungswidrigkeiten
zu sanktionieren. Es soll wie folgt verfahren werden: Die langfristig und damit
ordnungswidrig abgestellten Fahrräder werden mit einer rosa Banderole
gekennzeichnet und nach vier bis sechs Stunden kontrolliert. Sofern das Rad
dann nicht bewegt wurde, wird es sichergestellt und im Radspeicher in
Verwahrung genommen. Wird es dort von dem Besitzer ausgelöst, fallen 18,00 €
Verwaltungsgebühr an. Verlangt der Besitzer einen schriftlichen Bescheid,
werden 33,00 € sowie die Einstellgebühren fällig. Die Verwaltung hofft auf die
Einsicht der Fahrradfahrer, wenn vermittelt werden kann, dass die Maßnahme
rechtlich zulässig ist. Beigeordneter
Meißner und Ratsherr Dörbaum begrüßen, dass das Land dem Versuch zugestimmt
hat. Es ist wichtig, dass es auf dem Bahnhofsvorplatz zu geordneten
Verhältnissen kommt. Ratsherr
Ziegert lobt das angestrebte Verfahren als juristisch gut durchdacht. Die
vorgesehenen Maßnahmen sind ein geeignetes Mittel zum Erreichen des
angestrebten Ziels, das unkontrollierte Abstellen zu unterbinden. Für
Herrn Mohr und Herrn Dammann beabsichtigt die Stadt mit dem Verkehrsversuch das
Fahrradparkhaus auszulasten. Herr Dammann sieht zudem ästhetische Gründe im
Vordergrund und findet es bemerkenswert, welcher Aufwand am Bahnhofsvorplatz
betrieben wird, während andere Bereiche, wie die Salz- bzw. Kalandstraße
vernachlässigt werden. Fachbereichsleiterin
Schröder-Ehlers stellt klar, dass der Aufwand der Verwaltung, den ruhenden
Verkehr zu überwachen, deutlich höher ist, als die Bemühungen am
Bahnhofsvorplatz. Die Stadt Lüneburg fördert das Rad als umweltfreundliches
Verkehrsmittel. Dass das Fahrradparkhaus mit heute 1.250 Plätzen in
Spitzenzeiten voll ausgelastet ist, zeigt den Erfolg der Verkehrspolitik. Am
Westbahnhof wurden zudem zusätzliche 90 kostenfreie Fahrradstellplätze auf
einer Privatfläche zur Verfügung gestellt. Eine ggf. erforderliche Umsetzung
ordnungsrechtlicher Maßnahmen ist rechtlich gedeckt und aufgrund des stärkeren
Radverkehrs notwendig. Ratsherr
Soldan findet es positiv, dass mit dem Versuch steuernd eingegriffen werden
kann und möchte wissen, zu welcher Tageszeit die Mitarbeiter der Stadt tätig
werden und welche Möglichkeiten es gibt wenn der Radspeicher voll ist. Herr
Domanske erklärt, dass aus taktischen Gründen wechselnde Kontrollzeiten
vorgesehen sind. Der Radspeicher ist bei Bedarf noch für zusätzliche Räder
aufrüstbar. Herrn
Mott kritisiert, dass die kostenlosen Abstellplätze nicht diebstahlsicher sind
und noch weitere kostenlose Plätze geschaffen werden müssten. Herr
Thöring macht deutlich, dass in den Verhandlungen um die Privatfläche am
Westbahnhof mit dem Besitzer die größtmögliche Fläche ausgehandelt werden
konnte. Der dort installierten Radständer-Typ bietet die meisten Abstellplätze.
Herr Thöring weist darauf hin, dass es beim Radspeicher eine neue Preisstaffelung
gibt und einzelne Tarife dadurch reduziert wurden. Beigeordneter
Löb teilt mit, dass viele Nutzer die Monats- und Jahreskarten des Radspeichers
preislich in Ordnung finden, der Preis für Tageskarten jedoch sehr hoch ist.
Während HVV-Nutzer umsonst fahren können, ist dies für die Fahrradfahrer nicht
der Fall. Es sind rein ästhetische Hinderungsgründe, warum Fahrradständer nicht
auch direkt auf dem Bahnhofsvorplatz aufgestellt werden. Beigeordneter Löb
spricht sich gegen den Verkehrsversuch aus, da die Gefahr besteht, dass auch an
anderen Stellen der Stadt, wie etwa am Sande oder Markt, die gleiche
Beschilderung vorgenommen wird. Fachbereichsleiterin
Schröder-Ehlers stellt abschließend fest, dass der Verkehrsversuch gezielt für
den Bahnhofsvorplatz genehmigt wurde. Sie verwehrt sich gegen den Vorwurf
schlechter städtischer Maßnahmen für Radfahrer und erinnert daran, dass im
Stadtgebiet das BYPAD-Verfahren mit dem Ziel eingeführt wurde, weitere
Verbesserungen des Radverkehrs in Lüneburg zu erreichen. Beschluss: Der
Verkehrsausschuss nimmt den Sachvortrag der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis
und beauftragt die Verwaltung, nach Maßgabe des Erlasses des Nds. Ministeriums
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vom 24. 11. 2004 mit dem Verkehrsversuch am
1. 2. 2005 zu beginnen. Über den Verlauf des Verkehrsversuches einschl.
vorliegender Zwischenergebnisse ist im Herbst 2005 im Verkehrsausschuss zu
berichten. Abstimmungsergebnis: Ja-Stimmen: 5 Nein-Stimmen: 1 (Beigeordneter Löb) Enthaltungen: - (ohne
Beigeordneten Meißner) |
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