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Beratungsinhalt: zu TOP 3 Lüneburg soll Bildungsregion werden (Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion vom 25.11.04); Vorlage VO/1325/04 Stadtdirektor
Koch führt in die Thematik ein; er verweist auf die mit der Einladung den
Ausschussmitgliedern übersandten Materialien. Er
berichtet zum Ergebnis einer Kurz-Abfrage in den städtischen Schulen zur
Teilnahme am Projekt „Eigenverantwortliche Schule“ und erklärt, lediglich zwei
Schulen haben, vorbehaltlich eines Gesamtkonferenz-Beschlusses, einer Teilnahme
zugestimmt. Elf Schulen haben sich enthalten und eine mögliche Teilnahme von
weiteren Informationen und bestimmten Bedingungen abhängig gemacht. Sieben
Schulen haben sich grundsätzlich ablehnend zu diesem Projekt geäußert. Das
Abfrageergebnis ist Anlage dieser Niederschrift. Als
„Beratungsteam Qualitätsentwicklung“ stellen sich Frau Brömel-Schäfer und Herr
Tebbenhoff vor. Sie sind von der Bezirksregierung beauftragt, für die Teilnahme
an dem Projekt bei den Schulen und Schulträgern zu werben und die notwendigen
Informationen zu geben. Sie
weisen darauf hin, dass der Bewerbungsschluss für eine Teilnahme nunmehr bis
zum 11. März 2005 verlängert wurde. Frau
Brömel-Schäfer berichtet ausführlich zum bisher bekannten
Verfahrensablauf. Sie betont, das
Vorhaben werde durch die Bertelsmann-Stiftung begleitet, die eine hohe
Kompetenz in derartigen Verfahren habe und bereits in der Vergangenheit
Bildungsprojekte bundesweit begleitet habe. Der
Inhalt der weiteren Ausführungen ist als Anlage dieser Niederschrift beigefügt.
Sie
teilt mit, voraussichtlich am Dienstag, dem 18.01., werde eine
Informationsveranstaltung für interessierte Schulen und Schulträger in der
Region stattfinden. Herr
Tebbenhoff führt ergänzend aus, das eine Anmeldung nur im Einvernehmen von
Schule und Schulträger erfolgen kann. Daher sei auch zu verstehen, das sowohl
die teilnehmende Schule, als auch der Schulträger je 1,- € / Schüler in den
Entwicklungsfonds einzahlen, um das Vorhaben zu fördern. Er
verweist als gutes Beispiel auf die Stadt Herford, in der ca. 200 Betriebe und
Einrichtungen die Schulen in Fragen der Qualitätssteigerung unterstützen und
mit einem entsprechenden finanziellen Hintergrund ausstatten. Auf
Nachfrage von Ratsherrn Nowak antwortet Herr Tebbenhoff, die 80,- € für den
INES-Qualitätscheck habe die Schule zu tragen. Das laufende Coaching und
Training sei für Schule und Schulträger kostenfrei. Auf
Frage von Frau Bürgermeisterin Schellmann antwortet Herr Tebbenhoff, es sei
nach seiner Kenntnis noch nicht entschieden, ob die Kommune oder das Land die
Kosten für das Büro und den regionalen Projektleiter und möglicher
Assistenzkräfte tragen. Stadtdirektor
Koch möchte wissen, welche zusätzlichen Kompetenzen die „eigenverantwortliche“
Schule im einzelnen erhalte. Frau
Brömel-Schäfer antwortet, neben einer höheren Finanzverantwortung, soweit jedenfalls
zusätzliche Landesmittel an die beteiligten Schulen fließen, sei auch eine Erweiterung
der Personalverantwortung geplant. So sei vorgesehen, dass die Schulleitung
konkret die Auswahlentscheidung für z.B. Beförderungsstellen treffe. Dies werde
auch die Stellung der schulinternen Personalvertretung stärken. Herr
Tebbenhoff ergänzt dazu, diese sei insgesamt die gewollte Stärkung der Verantwortlichkeiten
in der Schule; die schulfachliche Begleitung durch die Landesschulbehörde werde
künftig geringer sein. Er
antwortet auf Nachfrage von Frau Eggeling, es sei noch nicht bekannt, ob für
diese Mehraufgaben zusätzliche Entlastungsstunden für die Schulleitung
vorgesehen sind. Er könne sich aber vorstellen, dass bei einer fundierten
Projektdurchführung mittelfristig eine Entlastung für die Schulleitungen im
Rahmen der Qualitätssteigerung eintritt Mit
einer gewissen Mehrbelastung in der Anlaufphase sei sicher zu rechnen. Zudem
sei beabsichtigt, künftige Schulleiter für ihre Aufgaben vorab besser zu
qualifizieren. Ratsherr
Maeck ist verwundert, dass die Landesschulbehörde die Projektführung nicht an
sich zieht. Er hätte dies erwartet. Herr
Tebbenhoff erklärt, es sei ja gerade die „Eigenverantwortlichkeit“ vor Ort
gefordert. Zudem stellten die regionalen Projektleitungen als Steuerungsstellen
durchaus die Führungsebene des Vorhabens dar. Auf
Nachfrage von Herrn Sander zur Rolle der künftigen Schulinspektion antwortet
Frau Brömel-Schäfer, diese Behörde habe sicherzustellen, dass die Schulen im
Land die vorgegebenen Ziele erreichen; wie diese Ziele erreicht werden, bleibe
den dann auch „eigenverantwortlichen“ Schulen überlassen. Beigeordneter
Dr. Scharf begrüßt die Absichten zur „Eigenverantwortlichen Schule“. Er fordert
aber unter Beachtung des Konnexitätsprinzips die notwendige Unterstützung durch
das Land. Herr
Tebbenhoff weist auf die Möglichkeit hin, die Verwaltungskraft der Schulen
durch „freie“ Landesbedienstete zu stärken, auch wenn auch hier noch nicht alle
organisatorischen Einzelheiten geklärt sind. Auf
Nachfrage von Frau Bürgermeisterin Schellmann betont Herr Tebbenhoff, dass es
für die Anlaufphase keine Anordnungen zur Teilnahme am Projekt geben wird; Ziel
der Landesregierung sei es aber, dass bis 2012 alle Schulen als
„Eigenverantwortliche Schule“ beteiligt sind. Er
weist darauf hin, dass bei einigen Schulträgern im Regierungsbezirk durchaus
festes Interesse an einer Teilnahme bestehe. Stadtdirektor
Koch erklärt, aus Sicht des Schulträgers stelle sich für ihn die an sich zu
begrüßende Initiative des Landes zunächst als Versuch dar,
Verwaltungstätigkeiten auf die Schulen ggfs. sogar auf die Schulträger, zu
verlagern. Bereits seit Jahren versuchen die Kommunen dem Land deutlich zu
machen, dass es zu keiner weiteren Verwischung der Verantwortlichkeiten kommen
dürfe. Die Grauzonen werden immer größer und für dieses Projekt habe sich für
ihn noch keine klare Linie des Landes ergeben. Er nennt als Beispiel die noch
immer unklare Finanzverantwortung für die Ausstattung von Schulen mit
Informationstechnologie sowie die Zuordnung von Lernsoftware. Er müsse
jedenfalls feststellen, dass eine zusätzliche finanzielle Beteiligung der
Schulträger an originären Landesaufgaben kaum möglich sein wird. Für
das weitere Vorgehen sei zudem eine enge Abstimmung mit der Landkreis Lüneburg
und den an diesem Projekt interessierten Schulen notwendig, da sich die Schuleinzugsbereiche
vielfältig überschnitten. Beigeordneten
Dr. Scharf bittet die Vertreter der Bezirksregierung, die kritischen Punkte,
die sich im Verlaufe der Diskussion ergeben haben, im Kultusministerium
anzusprechen. Die Schulen haben einen Anspruch zu wissen, was auf sie zukommt. Im
Hinblick auf die notwendigen Modernisierungen im Schulalltag sollte man in
Stadt und Landkreis dem Vorhaben aber aufgeschlossen gegenüber stehen. Frau
Bürgermeisterin Schellmann äußert die Sorge, dass die Schulen durch eine sich
entwickelnde Überreglementierung des Projektes abgeschreckt werden könnten. Beigeordneter
Firus erklärt, nach seinem Eindruck werde das Vorhaben von allen politischen
Gruppen grundsätzlich unterstützt. Für einen Erfolg sei es aber unabdingbar,
dass die Schulen durch eine eindeutige Konzeption gewonnen werden und die Schulträger
nicht zusätzliche Lasten aufgebürdet bekommen, die sie nicht mehr tragen können.
Der
Vorschlag von Stadtdirektor Koch, unmittelbar nach der
Informationsveranstaltung der Landesschulbehörde, eine gemeinsame Sitzung des
Schulgrundsatzausschusses von Stadt und Landkreis Lüneburg zu diesem Thema
durchzuführen, findet breite Zustimmung. Nach
einer kurzen Verständigung über die Text des Beschlusswortlautes fasst der
Schulausschuss einstimmig folgenden Beschluss: Beschluss: 1.
Der Schulausschuss der Stadt Lüneburg begrüßt grundsätzlich die Absicht der
Landesregierung, die Schulen im Rahmen eines Modellprojektes oder eines
Qualitätsnetzwerkes zu selbständigen bzw. eigenverantwortlichen Schulen weiter
zu entwickeln. 2.
Unter der Voraussetzung, dass die
Schulen in städtischer Trägerschaft nach Abstimmung in ihren Gremien
(Gesamtkonferenz, Elternvertretung, Schülervertretung) der Aufnahme in das
Modellprojekt „Eigenverantwortliche Schule“ zustimmen, das
Land Niedersachsen die Schulen in den Stand versetzt, den zusätzlichen Anforderungen
gerecht zu werden, die
Kosten für die Teilnahme an dem Modellprojekt nach dem Konnexitätsprinzip
grundsätzlich vom Land Niedersachsen übernommen werden, einer
der beteiligten Schulträger, nicht aber die Stadt Lüneburg, die Koordination
des Projektes übernimmt, wird
die Verwaltung beauftragt, einen entsprechenden Antrag rechtzeitig bei der
entsprechenden Landesbehörde zu stellen. Über
das weitere Vorgehen ist alsbald nach der für Januar 2005 angekündigten
Informationsveranstaltung des Landes in einer Sitzung des
Schulgrundsatzausschusses von Stadt und Landkreis Lüneburg zu beraten. |
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