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Auszug - Bericht über Unfallhäufungsstellen des Jahres 2003 sowie Maßnahmen zur Entschärfung  

 
 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Verkehrsausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Verkehrsausschuss Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Di, 06.07.2004    
Zeit: 17:00 - 19:45 Anlass: Sitzung
Raum: Huldigungssaal
Ort: Rathaus
VO/1070/04 Bericht über Unfallhäufungsstellen des Jahres 2003 sowie Maßnahmen zur Entschärfung
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:Harald DomanskeAktenzeichen:32 70 07
Federführend:Bereich 32 - Ordnung und Verkehr Beteiligt:Bereich 32 - Ordnung und Verkehr
    Bereich 72 - Straßen- und Brückenbau, Geodaten
   Fachbereich 3b - Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umwelt und Mobilität
   Fachbereich 7 - Tiefbau und Grün
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Beratungsinhalt:

 

Beratungsinhalt:

 

Anhand von verschiedenen Grafiken stellt Herr Zidorn das Sicherheitslagebild im Bereich der Stadt Lüneburg dar. Es ist davon auszugehen, dass nur bei etwa 50 % der Verkehrsunfälle die Polizei informiert wird. 2003 wurden insgesamt 1.650 Unfälle im Stadtgebiet gemeldet. Dabei gab es sechs Tote, 36 Schwer- und 390 Leichtverletzte.

 

Unter Berücksichtigung der dramatisch gestiegenen Zulassungszahlen ist bei dem Unfallgeschehen ein positiver Trend zu erkennen. Im Landkreisgebiet sind zur Zeit 130.143, davon in der Stadt Lüneburg rund 36.000, Fahrzeuge gemeldet durch die die Verkehrsinfrastruktur immer weiter belasten wird.

 

Zu 30 % der Personenschäden kam es im letzten Jahr bei den 135 Fahrradunfällen. Bei 36 Unfällen waren Fußgänger beteiligt, die jedoch in den meisten Fällen keine Schuld hatten. Es verunglückten 36 Kinder, davon die meisten als Radfahrer und die wenigsten im Pkw. Dieses Ergebnis liegt entgegen des überregionalen Trends, nach dem Kinder am häufigsten als Beifahrer im Pkw verunfallen. Da Grund der Unfälle oftmals das Fehlen einer ordnungsgemäßen Sicherung ist, beabsichtigt die Polizei diese im Rahmen der Schulanfangsaktionen zu überprüfen. In 2003 sind 43 Senioren verunglückt. Die durch Senioren und durch andere Verkehrsteilnehmer verursachten Unfälle hielten sich in etwa die Waage.

 

Die im Stadtgebiet festgestellten Unfallhäufungsstellen sind in einer Rangreihe nach der Zahl der Unfälle aufgelistet. Die Bereiche mit den größten Verkehrsmengen führen die Rangreihe an, zu den meisten Unfällen kam es auf der Schafkreuzung. Die Unfallkommission empfiehlt bei 21 der aufgezeigten Stellen die in der Vorlage zu dem TOP dargestellten Maßnahmen.

 

Auf Anfrage von Herrn Dammann erklärt Herr Zidorn, dass es in den letzten Jahren zu keinen Unfallhäufungen in einer Tempo-30-Zone gekommen ist. Einzig im Roten Feld gab es vor mehreren Jahren Probleme, die jedoch abgearbeitet und entschärft wurden. Rund 95 % der Unfälle geschehen auf den Hauptverkehrsstraßen und nur ca. 5 % in anderen Bereichen.

 

Zur besseren Verdeutlichung legt Herr Zidorn die Unfalldiagramme zu den in der Vorlage aufgeführten Unfallhäufungsstellen 1. (Ostumgehung, Richtung Norden, im Bereich km 3 – 3,4), 2. (Am Alten Eisenwerk/Franz-Anker-Straße), 7. (Fußgängerüberweg Soltauer Straße/in Höhe Seminaris), 8. (Fußgängerüberweg Konrad-Adenauer-Straße/Wilhelm-Leuschner-Straße) und 16. (Uelzener Straße/Haupt-straße (Häcklingen)) auf und erörtert die von der Unfallkommission erarbeiteten Maßnahmen.

 

Auf der Ostumgehung ist die Kurve in Richtung Norden zwischen Ebensberg und Adendorf besonders unfallträchtig. Der wesentliche Teil der Unfälle passierte wegen deutlicher Geschwindigkeitsüberschreitung, teilweise standen die Fahrer unter Alkoholeinfluss. Polizeikontrollen gestalten sich dort besonders schwer, weil kein Standstreifen vorhanden ist. Daher ist die Unfallkommission zu den in der Vorlage dargestellten Vorschlägen gekommen, eine profilierte Fahrbahnrandmarkierung anzubringen und, was effektiver wäre, eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage aufzustellen. Unter Berücksichtigung der Unfallzahlen wurde eine Prioritätenliste möglicher Standorte für Überwachungsanlagen im Bereich von Stadt- und Landkreis Lüneburg erarbeitet, dabei steht die Ostumgehung an erster Stelle. Sie ist besonders geeignet, da die Einrichtung einer Anlage langfristig nur Auswirkungen auf die überwachte Fahrtrichtung haben wird und hier nur in Fahrtrichtung Norden Unfallhäufungen vorhanden sind. Erhebungen gehen davon aus, dass durch die stationäre Messung die Zahl der Unfälle zwischen 50 bis 85 % gesenkt werden kann.

 

Hinsichtlich des Fußgängerüberwegs in der Soltauer Straße wird von der Unfallkommission aufgrund der erheblichen Verkehrsmengen die Aufhebung des Zebrastreifens vorgeschlagen. Herr Zidorn erinnert an den früheren Unfallschwerpunkt am Schnellenberger Weg, wo seit der Entfernung des Fußgängerüberwegs kein einziger Unfall mehr passiert ist.

 

Für Herrn Dammann stellt die in der Soltauer Straße vorgeschlagene Maßnahme keine Verbesserung dar, vielmehr werden die Fußgänger in ihren Rechten beschnitten. Er erinnert an die früheren Ansätze des VEP und spricht sich dafür aus, eine Ampel einzurichten.

 

Ratsherr Ziegert hält die Empfehlung der Unfallkommission für eine vernünftige Option, wenn dadurch die Unfälle verringert werden können. Der bestehende Fußgängerüberweg kann für die Fußgänger ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermitteln.

 

Beigeordneter Meißner hofft, dass durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahme Fahrradfahrer künftig vorsichtiger fahren und nicht mehr ohne zu schauen über den Zebrastreifen. Er befürchtet Rückstauungen im Kreisverkehr, wenn dort eine Ampel eingerichtet würde.

 

Auf Nachfrage von Ratsherrn Soldan teilt Herr Zidorn mit, dass an der Soltauer Straße die Fußgänger ca. 150 bis 200 m zu der nächsten Lichtsignalanlage gehen müssen.

 

Fachbereichsleiterin Schröder-Ehlers verweist auf die geltenden Richtlinien. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens von im Schnitt 1.700 Fahrzeugen pro Stunde besteht dringender Handlungsbedarf. Die positiven Erfahrungen am Schnellenberger Weg zeigen, dass die Vorschläge der Unfallkommission gut überlegt werden.

 

Beigeordneter Löb meint, dass der Konflikt auf Kosten des unmotorisierten Verkehrs ausgetragen wird. Es sollte darüber geredet werden, wie man den Autoverkehr in der Stadt reduzieren kann. Durch Aufhebung des Fußgängerüberwegs wird man erreichen, dass künftig weniger Personen mit dem Fahrrad fahren.

 

Herr Mott und Herr Mohr sind der Auffassung, dass der Verkehrsfluss nicht höher bewertet werden darf, als sich verletzende Fußgänger und Radfahrer.

 

Fachbereichsleiterin Schröder-Ehlers erklärt, dass im Rahmen des VEP alle Knoten umgestaltet wurden. In dem Kreisverkehr am Krankenhaus konnten gute Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer berücksichtigt werden, daher war die Entscheidung für diesen Kreisel richtig. Sie hat jedoch zur Folge, dass an der Soltauer Straße keine Lichtsignalanlage installiert werden kann, da dieses den Verkehr im Kreisel zum Stocken bringen würde.

 

Auch Ratsherr Dörbaum sieht eine Ampellösung aufgrund des Kreisels problematisch. Er weist darauf hin, dass die Straßensituation aufgrund der Einfahrt zum Seminaris und den Abbiegemöglichkeiten kompliziert ist. Die Fahrzeugführer  befinden sich dort nicht auf einer geraden Strecke. Man sollte die von den Fachleuten der Unfallkommission vorgeschlagenen Maßnahmen testen und wenn diese keine Verbesserung bringt über Alternativen nachdenken.

 

Zu dem Fußgängerüberweg Konrad-Adenauer-Straße/Wilhelm-Leuschner-Straße weist Herr Block darauf hin, dass gerade ältere Menschen auf das Anhalten der Fahrzeuge vertrauen. Auf den Vorschlag von Herrn Dammann, die Geschwindigkeit zu reduzieren, verweist Herr Zidorn auf die von der Unfallkommission vorgeschlagene Lösung, die zunächst erprobt werden sollte.

 

Beigeordneter Meißner findet, dass unter Berücksichtigung von Kosten und Nutzen im Stadtgebiet andere Stellen als die Unfallhäufungsstelle an der Uelzener Straße für den Bau eines Kreisels besser geeignet wären.

 

Hinsichtlich der Kritik von Herrn Mott an den Situation für Radfahrer an der Post und in der Altenbrückertorstraße macht Fachbereichsleiterin Schröder-Ehlers nochmals deutlich, dass eine bauliche Veränderung grundsätzlich an letzter Stelle stehen muss und zunächst mit Hinweisen und Kontrollen versucht werden soll, Verbesserungen zu erzielen. An der Post wird die Verwaltung aber ggf. zu einem späteren Zeitpunkt auch eine bauliche Lösung prüfen.

 

Auf Anfrage von Ratsherrn Ziegert macht Herr Thöring deutlich, dass der Radweg in der Sülztorstraße schon immer benutzungspflichtig war. Hier müsste eine entsprechende Beschilderung vorhanden sein.

 

Beigeordneter Löb spricht sich dafür aus, den Beschlussvorschlag dahingehend zu erweitern, die Verwaltung zu beauftragen zu den Unfallhäufungsstellen 7. und 8. auch eine Ampellösung zu überprüfen. In der sich anschließenden Diskussion ist sich der Ausschuss einig, dass die Verwaltung dieses im Rahmen des Beschlusses zusätzlich veranlassen soll.

Beschluss:

Beschluss:

Die Mitglieder des Verkehrsausschusses nehmen den Sachvortrag der Verwaltung und der Polizei zur Kenntnis und beauftragen die Verwaltung, die von der Unfallkommission vorgeschlagenen Maßnahmen und Untersuchungen umzusetzen.

 

Soweit bauliche Maßnahmen vorgeschlagen werden, wird die Verwaltung beauftragt, eine Detailplanung vorzunehmen und das Kostenvolumen zu ermitteln. Zugleich sind Förderungsmöglichkeiten zu prüfen.

 

Abstimmungsergebnis:

Abstimmungsergebnis:

 

   Ja-Stimmen:                        7

Nein-Stimmen:            -

  Enthaltungen:            -