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Auszug - Anfrage "Gradierwerk" (Anfrage der CDU-Fraktion vom 14.03.2022, eingegangen am 15.03.2022)  

 
 
Sitzung des Rates der Hansestadt Lüneburg
TOP: Ö 11.1
Gremium: Rat der Hansestadt Lüneburg Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 12.05.2022    
Zeit: 17:00 - 21:20 Anlass: Sitzung
Raum: Kulturforum Lüneburg e.V.
Ort: Gut Wienebüttel, 21339 Lüneburg
VO/10023/22 Anfrage "Gradierwerk" (Anfrage der CDU-Fraktion vom 14.03.2022, eingegangen am 15.03.2022)
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage
Verfasser:Frau Kamionka
Federführend:01 - Büro der Oberbürgermeisterin Bearbeiter/-in: Kamionka, Andrea
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

 

Beratungsinhalt:

 

Erste Stadträtin Lukoschek beantwortet die Anfrage wie folgt:

 

Das Gradierwerk befindet sich im Eigentum der Kurzentrum Lüneburg Kurmittel GmbH (KLK), oder auch kurz Salü.

Den Verantwortlichen im Salü ist bekannt, dass das Gradierwerk zurzeit an zwei Stellen massives Absacken des Schwarzdorns aufweist. Das bedeutet, dass der bei der letzten Sanierung des Gradierwerkes eingebrachte Reisig (im Jahre 2001) marode ist.

Im ersten Schritt hat die Geschäftsführung des Salü entschieden, das Gradierwerk außer Betrieb zu nehmen und abzusperren. Dieses ist insbesondere erforderlich, um die Schädigung durch die Einbringung der Sole nicht zu vergrößern.

Ein Gradierwerk ist ein besonderes Bauwerk, so dass die Geschäftsführung und die technische Leitung des Salü sich auf die Suche nach adäquaten Firmen zur Einholung eines Angebotes begeben haben. Im Februar konnte die Situation mit einem Spezialisten begutachtet werden.

 

Danach ergibt sich folgender Sachstand:

Eine Sanierung der sichtbaren Schadstellen wäre machbar, die Kosten liegen nach erster Schätzung bei mindestens 50.000 €. Es ist davon auszugehen, dass es nicht bei den beiden schadhaften Stellen bleiben wird. Der Zustand des restlichen Reisigs deutet darauf hin, dass zeitnah ein kompletter Austausch zu erfolgen hat. Eine Teilsanierung ist somit nicht nachhaltig, vielmehr empfiehlt der externe Fachmann eine vollständige Sanierung.

Die Kosten für den kompletten Austausch des gesamten Reisigs inkl. Abbruch und Entsorgung liegt nach ersten Schätzungen bei mindestens 425.000 €. Dieser Betrag ist nicht im Wirtschaftsplan der Gesellschaft enthalten.

Der Rundgang hat weitere Mängel am Bauwerk gezeigt.

Die obere Balkenebene ist morsch und somit auszutauschen. Der Sachverständige t dazu, dass Gradierwerk mit einem Dach zu schützen, um die Lebensdauer durch Schutz vor Umwelteinflüssen deutlich zu erhöhen. Im Fall einer Komplettsanierung inkl. Überprüfung der Holzkonstruktion werden die Gesamtkosten auf über 500.000 € geschätzt.

 

Zur Förderkulisse:

Der Zugang zu Fördermitteln ist häufig auf Kommunen und Eigenbetriebe beschränkt. Die KLK ist als GmbH dann nicht antragsberechtigt, d.h. der Zugang zu rdermitteln ist deutlich erschwert. Andere Standorte von Gradierwerken können über touristische Förderprogramme finanziert werden, wenn es sich um Heilbäder oder Kurorte handelt. Das sind wir nicht.

Aktuell sind der Geschäftsführung keine Förderprogramme bekannt.

Selbstverständlich läuft die Recherche nach Co-Finanzierungsmöglichkeiten und der Austausch mit anderen Betreibern von Gradierwerken weiter, um eine Perspektive r das Gradierwerk aufzeigen zu können. Die Geschäftsführung hat bereits mit der Vorsitzenden des Aufsichtsrates besprochen, dass der gesamte Sachverhalt im nächsten Aufsichtsrat der KLK berichtet wird. Zur Sitzung werden die Informationen aus der Begutachtung inkl. erster Kostenschätzungen und Fördermittelrecherche aufbereitet, damit auf dieser Basis mögliche Lösungen diskutiert werden können.

 

Ratsherr Balmaceda beantragt die Aussprache. Dem Antrag wird mehrheitlich gefolgt.

 

Ratsherr Balmaceda regt an, gemeinsam das Gradierwerk zu retten, da es zur Stadt gehöre. Möglicherweise ließen sich die notwendigen Mittel über Spenden einzuwerben.

 

Ratsfrau Lotze geht auf den Zustand und die Bedeutung des Gradierwerkes als Kulturdenkmal ein. Es sollte zum 120jährigen Jubiläum in fünf Jahren wieder hergerichtet werden. Sie wirbt außerdem r die Aufwertung der Umgebung und eine Hinweisbeschilderung zum aktuellen Zustand. Sie appelliert dafür, sich um die notwendigen Mittel zu kümmern und die Attraktivität des Umfeldes zu steigern.

 

Oberbürgermeisterin Kalisch sagt zu, den Hinweis zur Beschilderung aufzugreifen und weiterzugeben.

 

Ratsherr Soldan bittet um Prüfung, ob das Gradierwerk von der Stadt zurückerworben werden könne, um eine Finanzierung der anstehenden Maßnahmen über Fördermittel zu erglichen. Er könne sich auch eine rgerbeteiligung bei den Kosten vorstellen, z. B. durch Verkauf von Reisig aus dem Werk an Bürger:innen oder auf den Hansetagen.

 

Ratsherr Pols bittet um Auskunft, wann die letzte Sanierung gewesen ist und wer diese beauftragt habe. Er sehe die Kurmittel GmbH in der Pflicht, das Gradierwerk hrlichen zu begutachten. Hier hätte man, früher eingreifen müssen.

 

Oberbürgermeisterin Kalisch dankt für die Anregungen und teilt mit, dass das Reisig eines Gradierwerks üblicherweise zwölf bis zwanzig Jahre halte. Dieser Zeitraum sei abgelaufen, so dass es Zeit für eine Sanierung sei. Sie werde die Besitzverhältnisse klären und die Prüfaufträge mitnehmen.


 

Die Ausführungen werden zur Kenntnis genommen.