Bürgerinformationssystem
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Beratungsinhalt: Oberbürgermeister
MÄDGE verweist auf
die umfangreiche Vorlage. Es handele sich um eine sehr komplexe Materie, bei
der man das Ziel nicht aus den Augen verlieren sollte, auch wenn der Weg dahin
nicht immer einfach sei. Als erster Schritt sollen Fürstentum-, Naturmuseum und
Stadtarchäologie an einem Standort zusammengelegt werden. Hierzu habe es
bereits umfangreiche Diskussionen mit dem Land als Zuschussgeber und den
betroffenen Vereinen gegeben. Es sei nicht immer leicht, alle unterschiedlichen
Vorstellungen unter einen Hut zu bringen, man befinde sich aber auf einem guten
Weg. Das Land habe seine ursprüngliche Förderansage von rd. 10 Mio. € aus
EU-Förderung inzwischen leider auf die Hälfte heruntergefahren und werde auf
die jetzt angekündigte Fördersumme von 5 Mio. auch die Kosten für das Kinder-
und Jugendtheater und das Ostpreußische Landesmuseum anrechnen, so dass
vorläufig nur noch mit rd. 2,1 Mio. € für die Neuordnung der
Museumslandschaft gerechnet werden könne. Daher müsse das Projekt nun so in
Abschnitte eingeteilt werden, dass man zunächst mit dem ersten Abschnitt
beginnen und später fortfahren könne, wenn weitere Mittel zur Verfügung stünden.
Für die Zusammenlegung von Fürstentum- und Naturmuseum solle jetzt mit einem
reduzierten Betrag zwischen 9 und 10 Mio. € geplant werden, inklusive
Grunderwerb und Ausstellung. Ursprünglich sei von 15 – 16 Mio. €
ausgegangen worden. Um die Planungen gegenüber dem Land belegen zu können,
müsse eine Machbarkeitsstudie u.a. zu den Punkten Standort, Flächenbedarf,
Ausstellungskonzeption, rechtliche Konstruktion der Museumsholding vorgelegt
werden, die ebenfalls aus EU-Mitteln gefördert werde. Voraussichtlich Mitte
November werde das Land mitteilen, in welcher Höhe die Förderung erfolgen
werde. Die Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn liege inzwischen vor und
die für die Studie ausgewählte Wissenschaftlerin Frau Dr. Bollmann gehe davon
aus, dass sie die Ergebnisse bis zum Herbst 2009 vorlegen könne. Die Stadt
werde weiterhin mit dem Land über eine Aufstockung der Fördersumme verhandeln,
sei aber auch darauf vorbereitet, selbst eine größere Summe in die
Finanzplanung einzustellen. Man rechne weiterhin mit einem Baubeginn im
Frühjahr 2010. Für eine Ausführung in mehreren Bauabschnitten würde sich der
Standort an der Wandrahmstraße besser eignen, als der ursprünglich angedachte
Standort auf dem Gelände der St. Ursula-Schule, weil dort mehrere Variationsmöglichkeiten
gegeben wären. Die abschließende Klärung der Standortfrage sei jedoch Teil der
Machbarkeitsstudie und hänge sowohl vom Raumbedarf als auch von der möglichen
Finanzierung ab. Der Landkreis Lüneburg sei ebenfalls in die Arbeitsgruppen
eingebunden, da es sich um Museen von überregionaler Bedeutung handele. Prof.
Dr. Hoffmann habe die Aufgabe der Archivierung der Exponate der Museen und die
wissenschaftliche Beratung im Neuordnungsprozess übernommen. Man sei derzeit
parallel dabei, den Standort für ein Museumsmagazin im Hilfskrankenhaus Oedeme
zu klären. Das zweite große Ziel auf dem Weg sei, das Salzmuseum um die andere
Hälfte des alten Siedehauses zu erweitern, in der sich derzeit noch ein Supermarkt
befinde. Dafür müssen erst Verhandlungen mit dem neuen Besitzer des
Postgeländes aufgenommen werden, um eine akzeptable Lösung für eine Verlagerung
des Supermarktes zu finden. Er bittet die Gremien um positive Unterstützung des
schwierigen Prozesses, der hier vor der Stadtverwaltung und den Museen liege.
Er sei optimistisch, dass in 2010 mit dem Bau begonnen werden könne. Beigeordnete
SCHELLMANN wundert
sich über die Beschäftigung einer weiteren Wissenschaftlerin für die
Machbarkeitsstudie. Sie war aus früheren Berichten davon ausgegangen, dass
Prof. Dr. Hoffmann dafür zuständig sein sollte. Kulturreferent
LANDMANN erklärt,
bei der Machbarkeitsstudie gehe es neben den museumsfachlichen Inhalten, für
die Prof. Dr. Hoffmann zuständig sei, auch um Wirtschaftlichkeitsaspekte und
sonstige administrative Dinge. Daher sei mit dem Land vereinbart worden, dass
Frau Dr. Bollmann die Machbarkeitsstudie erstellen werde, unter Mitwirkung von
Prof. Dr. Hoffmann zu den museumsinhaltlichen Aspekten. Erster
Stadtrat KOCH ergänzt,
die Einbeziehung von Prof. Dr. Hoffmann als externer wissenschaftlicher Berater
sei notwendig gewesen, um den gesamten Prozess anzuschieben. Er genieße das besondere
Vertrauen der Landesregierung und sei von Beginn an als Moderator und Berater
dabei gewesen. Frau Dr. Bollmann habe den Auftrag für die Machbarkeitsstudie
über eine Ausschreibung erhalten, um die übrigen Aspekte zu klären. Diese
umfangreiche Aufgabe sei nicht von einer Person nebenbei zu bewältigen, man
benötige dafür das Wissen eines erfahrenen Beraterbüros. Prof. Dr. Hoffmann
werde seine bisherige museumsfachliche Beratertätigkeit fortsetzen und Frau Dr.
Bollmann bei der Machbarkeitsstudie unterstützen. Beigeordnete
SCHELLMANN hat von
außen den Eindruck, dass die gesamte Angelegenheit nicht besonders zügig
voranschreitet. Man müsse darauf achten, zeitlich nicht zu sehr in Bedrängnis
zu geraten. Erster
Stadtrat KOCH
verweist auf die Abhängigkeit von erheblichen finanziellen Zuwendungen. Um
diese zu erhalten müssten auch qualitativ hochwertige Förderanträge erstellt
werden, sonst habe man keine Chancen, die Gelder zu erhalten. Oberbürgermeister
MÄDGE kann die
Ungeduld nachvollziehen. Bürokratische Prozesse seien jedoch immer langwierig
und er habe von Machbarkeitsstudien für andere Museen gehört, für die ein
Zeitraum von vier Jahren angesetzt sei. Je mehr Akteure beteiligt seien, umso
schwieriger sei zudem die Abstimmung und Konsensfindung. Er strebe nach wie vor
den Baubeginn in 2010 an. Auch während der Machbarkeitsstudie werde man weitere
Fachleute für die Ausstellungskonzeption hinzuziehen müssen und für das Gebäude
müsse ein Wettbewerb ausgeschrieben werden. Die Beratungskosten seien in
solchen Fällen letztlich immer hoch. Im Herbst 2009 müsse die endgültige
Entscheidung getroffen werden, welcher Weg eingeschlagen werden solle. Bürgermeister
KOLLE fragt, ob der
Vertrag mit Frau Dr. Bollmann über die Erstellung der Machbarkeitsstudie schon
abgeschlossen sei und wie lange sie dafür brauchen werde. Wenn tatsächlich im
Jahr 2010 Baubeginn sein solle, dränge doch inzwischen die Zeit. Oberbürgermeister
MÄDGE antwortet, um
die finanzielle Förderung der Machbarkeitsstudie nicht zu gefährden, konnte der
Vertrag bisher noch nicht abgeschlossen werden, da noch keine Genehmigung zum
vorzeitigen Maßnahmebeginn vorgelegen habe. Diese Genehmigung sei erst am
24.10.08 bei der Stadt eingegangen, so dass der Vertrag jetzt so schnell wie
möglich unterzeichnet werden könne. Eine Zusage über die Fördersumme sei mit
der Genehmigung des vorzeitigen Maßnahmebeginns nicht verbunden. Die
Machbarkeitsstudie müsse im August 2009 abgeschlossen werden. Ratsherr
VÖLKER fragt, ob
über die Standortfrage erst nach Vorliegen der Machbarkeitsstudie entschieden
werde. Oberbürgermeister
MÄDGE erwidert, die
Entscheidung über den Standort sei abhängig von Kriterien wie Raumbedarf,
Finanzierbarkeit u.a., die in der Machbarkeitsstudie geprüft werden. Aus seiner
Sicht scheine unter den gegebenen Umständen momentan das Gelände an der Wandrahmstraße
geeigneter zu sein. Man habe für beide möglichen Standorte bereits mehrere Varianten
entwickelt und Bodengutachten in Auftrag gegeben. Die Möglichkeiten müssen mit
den entsprechenden Ergebnissen der Machbarkeitsstudie durchgeprüft werden. Ratsfrau
HENSCHKE meint, bei
einem so riesigen Projekt mit derart engem Zeitrahmen, sei es wichtig, Ruhe zu
bewahren und die Fachleute ungestört arbeiten zu lassen. Oberbürgermeister
MÄDGE appelliert
abschließend nochmals, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Es gehe
vorrangig darum, Kulturgüter von nationaler, zum Teil sogar europaweiter
Bedeutung für die Nachwelt zu bewahren. Beschluss: Der
Kultur- und Partnerschaftsausschuss nimmt Kenntnis. |
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