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Auszug - Sachstand "Neuordnung Museumslandschaft Lüneburg"  

 
 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Kultur- und Partnerschaftsausschusses
TOP: Ö 6
Gremium: Ausschuss für Kultur und Partnerschaften Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Mo, 27.10.2008    
Zeit: 17:00 - 19:00 Anlass: Sitzung
Raum: theater im e-novum
Ort: Munstermannskamp 1, 21335 Lüneburg
VO/3023/08 Sachstand "Neuordnung Museumslandschaft Lüneburg"
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Verfasser:Herr Landmann
Federführend:Bereich 41 - Kultur Bearbeiter/-in: Plett, Anke
 
Wortprotokoll
Beschluss

Beratungsinhalt:

 

Beratungsinhalt:

 

Oberbürgermeister MÄDGE verweist auf die umfangreiche Vorlage. Es handele sich um eine sehr komplexe Materie, bei der man das Ziel nicht aus den Augen verlieren sollte, auch wenn der Weg dahin nicht immer einfach sei. Als erster Schritt sollen Fürstentum-, Naturmuseum und Stadtarchäologie an einem Standort zusammengelegt werden. Hierzu habe es bereits umfangreiche Diskussionen mit dem Land als Zuschussgeber und den betroffenen Vereinen gegeben. Es sei nicht immer leicht, alle unterschiedlichen Vorstellungen unter einen Hut zu bringen, man befinde sich aber auf einem guten Weg. Das Land habe seine ursprüngliche Förderansage von rd. 10 Mio. € aus EU-Förderung inzwischen leider auf die Hälfte heruntergefahren und werde auf die jetzt angekündigte Fördersumme von 5 Mio. auch die Kosten für das Kinder- und Jugendtheater und das Ostpreußische Landesmuseum anrechnen, so dass vorläufig nur noch mit rd. 2,1 Mio. € für die Neuordnung der Museumslandschaft gerechnet werden könne. Daher müsse das Projekt nun so in Abschnitte eingeteilt werden, dass man zunächst mit dem ersten Abschnitt beginnen und später fortfahren könne, wenn weitere Mittel zur Verfügung stünden. Für die Zusammenlegung von Fürstentum- und Naturmuseum solle jetzt mit einem reduzierten Betrag zwischen 9 und 10 Mio. € geplant werden, inklusive Grunderwerb und Ausstellung. Ursprünglich sei von 15 – 16 Mio. € ausgegangen worden. Um die Planungen gegenüber dem Land belegen zu können, müsse eine Machbarkeitsstudie u.a. zu den Punkten Standort, Flächenbedarf, Ausstellungskonzeption, rechtliche Konstruktion der Museumsholding vorgelegt werden, die ebenfalls aus EU-Mitteln gefördert werde. Voraussichtlich Mitte November werde das Land mitteilen, in welcher Höhe die Förderung erfolgen werde. Die Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn liege inzwischen vor und die für die Studie ausgewählte Wissenschaftlerin Frau Dr. Bollmann gehe davon aus, dass sie die Ergebnisse bis zum Herbst 2009 vorlegen könne. Die Stadt werde weiterhin mit dem Land über eine Aufstockung der Fördersumme verhandeln, sei aber auch darauf vorbereitet, selbst eine größere Summe in die Finanzplanung einzustellen. Man rechne weiterhin mit einem Baubeginn im Frühjahr 2010. Für eine Ausführung in mehreren Bauabschnitten würde sich der Standort an der Wandrahmstraße besser eignen, als der ursprünglich angedachte Standort auf dem Gelände der St. Ursula-Schule, weil dort mehrere Variationsmöglichkeiten gegeben wären. Die abschließende Klärung der Standortfrage sei jedoch Teil der Machbarkeitsstudie und hänge sowohl vom Raumbedarf als auch von der möglichen Finanzierung ab. Der Landkreis Lüneburg sei ebenfalls in die Arbeitsgruppen eingebunden, da es sich um Museen von überregionaler Bedeutung handele. Prof. Dr. Hoffmann habe die Aufgabe der Archivierung der Exponate der Museen und die wissenschaftliche Beratung im Neuordnungsprozess übernommen. Man sei derzeit parallel dabei, den Standort für ein Museumsmagazin im Hilfskrankenhaus Oedeme zu klären. Das zweite große Ziel auf dem Weg sei, das Salzmuseum um die andere Hälfte des alten Siedehauses zu erweitern, in der sich derzeit noch ein Supermarkt befinde. Dafür müssen erst Verhandlungen mit dem neuen Besitzer des Postgeländes aufgenommen werden, um eine akzeptable Lösung für eine Verlagerung des Supermarktes zu finden. Er bittet die Gremien um positive Unterstützung des schwierigen Prozesses, der hier vor der Stadtverwaltung und den Museen liege. Er sei optimistisch, dass in 2010 mit dem Bau begonnen werden könne.

 

Beigeordnete SCHELLMANN wundert sich über die Beschäftigung einer weiteren Wissenschaftlerin für die Machbarkeitsstudie. Sie war aus früheren Berichten davon ausgegangen, dass Prof. Dr. Hoffmann dafür zuständig sein sollte.

 

Kulturreferent LANDMANN erklärt, bei der Machbarkeitsstudie gehe es neben den museumsfachlichen Inhalten, für die Prof. Dr. Hoffmann zuständig sei, auch um Wirtschaftlichkeitsaspekte und sonstige administrative Dinge. Daher sei mit dem Land vereinbart worden, dass Frau Dr. Bollmann die Machbarkeitsstudie erstellen werde, unter Mitwirkung von Prof. Dr. Hoffmann zu den museumsinhaltlichen Aspekten.

 

Erster Stadtrat KOCH ergänzt, die Einbeziehung von Prof. Dr. Hoffmann als externer wissenschaftlicher Berater sei notwendig gewesen, um den gesamten Prozess anzuschieben. Er genieße das besondere Vertrauen der Landesregierung und sei von Beginn an als Moderator und Berater dabei gewesen. Frau Dr. Bollmann habe den Auftrag für die Machbarkeitsstudie über eine Ausschreibung erhalten, um die übrigen Aspekte zu klären. Diese umfangreiche Aufgabe sei nicht von einer Person nebenbei zu bewältigen, man benötige dafür das Wissen eines erfahrenen Beraterbüros. Prof. Dr. Hoffmann werde seine bisherige museumsfachliche Beratertätigkeit fortsetzen und Frau Dr. Bollmann bei der Machbarkeitsstudie unterstützen.

 

Beigeordnete SCHELLMANN hat von außen den Eindruck, dass die gesamte Angelegenheit nicht besonders zügig voranschreitet. Man müsse darauf achten, zeitlich nicht zu sehr in Bedrängnis zu geraten.

 

Erster Stadtrat KOCH verweist auf die Abhängigkeit von erheblichen finanziellen Zuwendungen. Um diese zu erhalten müssten auch qualitativ hochwertige Förderanträge erstellt werden, sonst habe man keine Chancen, die Gelder zu erhalten.

 

Oberbürgermeister MÄDGE kann die Ungeduld nachvollziehen. Bürokratische Prozesse seien jedoch immer langwierig und er habe von Machbarkeitsstudien für andere Museen gehört, für die ein Zeitraum von vier Jahren angesetzt sei. Je mehr Akteure beteiligt seien, umso schwieriger sei zudem die Abstimmung und Konsensfindung. Er strebe nach wie vor den Baubeginn in 2010 an. Auch während der Machbarkeitsstudie werde man weitere Fachleute für die Ausstellungskonzeption hinzuziehen müssen und für das Gebäude müsse ein Wettbewerb ausgeschrieben werden. Die Beratungskosten seien in solchen Fällen letztlich immer hoch. Im Herbst 2009 müsse die endgültige Entscheidung getroffen werden, welcher Weg eingeschlagen werden solle.

 

Bürgermeister KOLLE fragt, ob der Vertrag mit Frau Dr. Bollmann über die Erstellung der Machbarkeitsstudie schon abgeschlossen sei und wie lange sie dafür brauchen werde. Wenn tatsächlich im Jahr 2010 Baubeginn sein solle, dränge doch inzwischen die Zeit.

 

Oberbürgermeister MÄDGE antwortet, um die finanzielle Förderung der Machbarkeitsstudie nicht zu gefährden, konnte der Vertrag bisher noch nicht abgeschlossen werden, da noch keine Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn vorgelegen habe. Diese Genehmigung sei erst am 24.10.08 bei der Stadt eingegangen, so dass der Vertrag jetzt so schnell wie möglich unterzeichnet werden könne. Eine Zusage über die Fördersumme sei mit der Genehmigung des vorzeitigen Maßnahmebeginns nicht verbunden. Die Machbarkeitsstudie müsse im August 2009 abgeschlossen werden.

 

Ratsherr VÖLKER fragt, ob über die Standortfrage erst nach Vorliegen der Machbarkeitsstudie entschieden werde.

 

Oberbürgermeister MÄDGE erwidert, die Entscheidung über den Standort sei abhängig von Kriterien wie Raumbedarf, Finanzierbarkeit u.a., die in der Machbarkeitsstudie geprüft werden. Aus seiner Sicht scheine unter den gegebenen Umständen momentan das Gelände an der Wandrahmstraße geeigneter zu sein. Man habe für beide möglichen Standorte bereits mehrere Varianten entwickelt und Bodengutachten in Auftrag gegeben. Die Möglichkeiten müssen mit den entsprechenden Ergebnissen der Machbarkeitsstudie durchgeprüft werden.

 

Ratsfrau HENSCHKE meint, bei einem so riesigen Projekt mit derart engem Zeitrahmen, sei es wichtig, Ruhe zu bewahren und die Fachleute ungestört arbeiten zu lassen.

 

Oberbürgermeister MÄDGE appelliert abschließend nochmals, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Es gehe vorrangig darum, Kulturgüter von nationaler, zum Teil sogar europaweiter Bedeutung für die Nachwelt zu bewahren.

 

Beschluss:

Beschluss:

 

Der Kultur- und Partnerschaftsausschuss nimmt Kenntnis.