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Sachverhalt: Der
Kölner Künstler Gunter Demnig beschäftigt sich seit 1990 in seiner
künstlerischen Arbeit mit dem Thema Nationalsozialsmus. Aus
dieser Arbeit heraus ist die Idee für das Projekt „Stolpersteine“ entstanden,
das mittlerweile in vielen deutschen Städten darunter Berlin, Köln, Leverkusen
und Hamburg genehmigt und durchgeführt wurde. Das Projekt ist bundesweit
angelegt, in Niedersachsen wäre Lüneburg allerdings die erste Stadt. Bei
den „Stolpersteinen“ handelt es sich um Kunstobjekte zur Erinnerung an
verfolgte und ermordete Menschen in den Jahren 1933 bis 1945 aus der jeweiligen
Stadt. Es
werden 10 x 10 cm große Messingtafeln mit den Namen und den Lebens- und
Todesdaten dieser Menschen in das Gehwegpflaster vor den Häusern, in denen sie
gewohnt haben, eingelassen. Die Tafeln schließen natürlich bündig mit dem
Pflaster ab, so dass der Name „Stolpersteine“ nur im übertragenen Sinne
zu verstehen ist. Die
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und die Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lüneburg e.V. beantragen das Projekt auch
nach Lüneburg zu holen und bitten die Verwaltung um entsprechende Genehmigung.
Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen unterstützen das Projekt ebenfalls und
haben eine entsprechende Anfrage in den Verwaltungsausschuss vom 18.11.2003
eingereicht. Da
die technischen und rechtlichen Fragen aus Straßenbau und Stadtbildpflege hier
keine Probleme aufwerfen und auch keine Kosten für die Stadt entstehen, da die
Tafeln über private Patenschaften finanziert werden, steht die Verwaltung dem
Projekt grundsätzlich positiv gegenüber. Da
das Thema Gedenksteine im öffentlichen Raum aber immer ein sehr sensibles ist,
bittet die Verwaltung den Kultur- und Partnerschaftsausschuss hier um
Meinungsbildung, damit das Projekt möglichst breit von allen politischen
Kräften unterstützt wird. Dass
die Idee nicht Allerorts nur positiv gesehen wird, zeigen folgende Beispiele. Die
Stadt Kassel lehnte das Projekt mit der Begründung ab: „Die Auswahl der
Personen, die einen Stein bekommen sollen, erinnert an die Selektion an der
Rampe von Auschwitz.“ Auch
der Kunstbeirat Leipzig lehnte den Antrag ab. Begründung u.a.: „Die
Stolpersteine erinnern formal und inhaltlich an den Hollywood-Boulevard in
L.A.“ Auch
die Geschichtswerkstatt Lüneburg stand dem Projekt anfangs nicht positiv
gegenüber, hat aber mittlerweile die Position geändert und befürwortet die
Aktion nun auch. Die
Bedenken lagen hier zum einen darin, dass der Eindruck entstehen könnte, man
tritt nicht nur auf den Steinen, sondern damit auch auf den betroffenen
Menschen herum. Außerdem
bestand zunächst die Vermutung, dass nur an Juden erinnert werden soll, was
einen Großteil von Verfolgten (Sinti, Roma, Homosexuelle usw.) ausschließen
würde. Es hat sich aber herausgestellt, dass bei entsprechender Patenschaft
auch für diese Menschen ein Stolperstein angebracht wird. Leider
war ein direkter Kontakt mit dem Künstler bisher nicht möglich, so dass ein
Modell eines Stolpersteins nicht vorgelegt werden kann. Allerdings
wird Frau Griepenkerl von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische
Zusammenarbeit versuchen an der Sitzung teilzunehmen und evtl. ein Abbild einer
solchen Tafel mitzubringen. Sie ist auch bereit das Projekt bei Bedarf noch
weiter zu erläutern und ggf. Fragen zu
beantworten. Es
ist auch möglich, sich per Internet
noch weiter über das Projekt zu informieren: Finanzielle
Auswirkungen: Kosten (in €) a) für
die Erarbeitung der Vorlage: 15,-
aa) Vorbereitende Kosten, z.B. Ausschreibungen,
Ortstermine, etc. b) für
die Umsetzung der Maßnahmen: 0,- c) an Folgekosten: d) Haushaltsrechtlich gesichert: Ja Nein Haushaltsstelle:
Haushaltsjahr: e) mögliche
Einnahmen: Anlagen: Beschlussvorschlag: Das
Projekt „Stolpersteine“ wird unter der Maßgabe, dass es für die Stadt Lüneburg
keine Kosten mit sich bringt, genehmigt. Über
die Aufstellungsorte und den jeweiligen Text muss mit der Stadt Lüneburg
Einvernehmen hergestellt werden. |
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