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Vorlage - VO/9545/21  

 
 
Betreff: Grabfeld für muslimische Beisetzungen auf dem Waldfriedhof
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:Uta Hesebeck
Federführend:Bereich 74 - Grünplanung und Forsten Bearbeiter/-in: Moser, Alexandra
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz, Grünflächen und Forsten Entscheidung
02.06.2021 
Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verbraucherschutz, Grünflächen und Forsten ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Beschlussvorschlag

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Sachverhalt:

 

Muslimische Bestattungen sind bisher in der Hansestadt Lüneburg ausschließlich auf dem Nord-West-Friedhof möglich. 2008 wurden dort auf einem Grabfeld 80 muslimische Grabstätten ausgewiesen. Die Beisetzungszahlen sind in den letzten Jahren stetig angestiegen, im Mittel auf 10 Beisetzungen im Jahr. Heute sind auf dem Nord-West-Friedhof nur noch 12 Grabstätten zu vergeben. Es ist davon auszugehen, dass spätestens im Winter 2021/2022 keine Grabstätten mehr zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund haben sich Vertreter der muslimischen Gemeinden (DITIB- und Al Sahala-Moschee) in Lüneburg und die Friedhofsverwaltung ausgetauscht im Hinblick auf die Neuanlage von weiteren muslimischen Grabfeldern auf dem Waldfriedhof, da immer mehr Muslime in ihrer neuen Heimat eine letzte Ruhestätte suchen.

 

Um nach muslimischen Glauben und Ritual beigesetzt zu werden wird eine bisher unbelegte Fläche auf dem Waldfriedhof benötigt. Nach einer rituellen Reinigung der Verstorbenen beim Bestatter nehmen die Angehörigen und Freunde auf dem Friedhof Abschied. Dafür wird der Leichnam vor Ort aufgebahrt, so dass alle Beteiligten herantreten können. Im Rahmen der rituellen Abschiedsfeier müssen sich die Trauernden ihre Hände und Füße waschen können. Der Leichnam wird anschließend von den Angehörigen in einem Tuch, auf der rechten Schulter liegend mit Blick nach Mekka in die Erde gebettet.

 

Die Friedhofsverwaltung hat für muslimische Beisetzungen die Felder 17 und 18 auf dem Waldfriedhof als geeigneten Standort ermittelt. Diese sind bisher nie für Beerdigungen genutzt worden. Sie grenzen unmittelbar an derzeitig genutzte Friedhofsfläche an und sind logistisch für die Beteiligten gut erreichbar. Mit insgesamt rund 10.000 m² bieten sie ausreichend Fläche für ca. 1.200 Beisetzungen.

 


Für die Einrichtung des Grabfeldes müssen bauabschnittweise Baum- und Gehölzbestände entfernt werden. Des Weiteren sind Hauptwege anzulegen, Grünflächen einzusäen und neue Baum- und Strauchpflanzungen vorzunehmen. Ein zentraler Platz mit Aufbahrungsstelle sowie Hand- und Fußwaschbecken sind für 2022 und 2023 geplant.

 

Das Gesamtvolumen wird auf 90.000 € geschätzt. Die Einrichtung soll in zwei Bauabschnitten 2022 und 2023 erfolgen.

 

Die Kostenschätzung beinhaltet:

-          Räumung der Fläche und Herrichtung für Beisetzungen  30.000 €

-          Einrichtung Platz zur Abschiednahme und rituellen Waschung 15.000 €

-          Wegebau        30.000 €

-          Pflanzen        10.000 €

-          Ausstattung mit Bänken und Abfalleimern      5.000 €

 90.000 €

 

Kleinere Maßnahmen zur Vorbereitung der Flächen können bereits 2021 erfolgen. Die erforderlichen Mittel hierfür stehen im Haushalt 2021 zu Verfügung.

 

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Finanzielle Auswirkungen:

 

Kosten (in €)

a) für die Erarbeitung der Vorlage:  179 €

aa)  Vorbereitende Kosten, z.B. Ausschreibungen, Ortstermine, etc.  780 €

b) für die Umsetzung der Maßnahmen: 90.000 €

c)  an Folgekosten: 

d) Haushaltsrechtlich gesichert:

 Ja, die Kosten für vorbereitende Maßnahmen

 Teilhaushalt / Kostenstelle 74005ERGR / 74140

 Produkt / Kostenträger: 553001 / 55300102

 Haushaltsjahr:  2021

 

Für die Einrichtung des Grabfeldes

 Nein    Mittelanmeldung 2022/2023 erforderlich

 

e)  mögliche Einnahmen:

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Anlage/n:

keine


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Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt auf dem Waldfriedhof ein neues Grabfeld für muslimische Beisetzungen einzurichten und die Haushaltsmittel für den Haushalt 2022/2023 einzustellen.