Bürgerinformationssystem
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Sachverhalt: Die
Stadt Lüneburg weist im Bereich Kita-Betreuung für 3 - 6-jährige Kinder einen
im Verhältnis zu anderen Städten und Gemeinden sehr hohen Versorgungsgrad aus.
Nach der letzten Fortschreibung des Verhältnisses zwischen Kinderzahl (1968)
und Platzzahl (1854) per 31.12.2002 betrug die Versorgungsquote, bezogen auf
drei volle Altersjahrgänge = 94,21 %. Aufgrund der Annahme, dass sich die Zahl
der Kinder im kindergartenfähigen Alter in der Stadt Lüneburg auch weiterhin
noch nach oben entwickeln würde, hatte der JHA dem Antrag auf Einrichtung einer
weiteren Waldkindergartengruppe mit 15 Plätzen zum 01.04.2004 entsprochen
worden. Damit erhöht sich der Versorgungsgrad auf dann 94,97 %. Der
aktualisierte Stand der Einwohnerentwicklung zum 01.01.2004 begründet jedoch
einen weiteren Anstieg des Platzbedarfs - zumindest - in den nächsten 3 Jahren.
Die gesicherte Zahl der bereits in Lüneburg lebenden Kinder unter dem 3.
Lebensjahr beträgt derzeit 2022. Die jetzige Versorgungsquote würde damit bei
gleichbleibendem Platzangebot bis zum Jahre 2007 auf 92,43 % sinken. Ursache
für den weiteren Anstieg der Kinderzahlen - der im Gegensatz zum Bundes- und Landestrend
liegt - ist die Entstehung umfangreicher Neubaugebiete - vornehmlich in den
südlichen Stadtteilen Lüneburgs. Ein Vergleich in den einzelnen
Regionalbereichen der Stadt Lüneburg zwischen den Kinderzahlen nach dem Stand
der letzten Fortschreibung per 31.12.2002 und der Entwicklung des Platzbedarfs bis zum Jahr 2007 nach dem
derzeitigen Baubestand lässt dabei folgende Auffälligkeiten erkennen: 1.
Im Regionalbereich Nord
(Ebensberg, Lüne-Moorfeld, Goseburg-Zeltberg, Kreideberg und Ochtmissen) wird der
Bedarf nur geringfügig, d. h. von 510 auf 519 Plätzen ansteigen. Die
Veränderungen ergeben sich hier lediglich in der Verschiebung der
Einzugsbereiche für die einzelnen Einrichtungen. Zusätzliche Maßnahmen werden
hier nicht erforderlich. 2.
Im Regionalbereich Ost
(Kaltenmoor, Neu-Hagen, Schützenplatz und Wilschenbruch) wird der Platzbedarf
evtl. von 556 auf 593 Plätzen ansteigen. Dieser Anstieg ist nahezu allein auf
die aktuelle Kinderzahl im statistischen Bezirk Kaltenmoor (34 von 37 Kinder)
zurückzuführen, während die Zahlen der übrigen Bezirke konstant bleiben. Da
aber gerade in Kaltenmoor aufgrund einer höheren Fluktuationsrate die
Kinderzahlen ständig größeren Schwankungen unterliegen, kann es sich auch bei
dieser Betrachtung nur um eine Momentaufnahme handeln. Diese bietet aber noch
keine verlässliche Planungsgrundlage. Hier muss vor der evtl. Planung
zusätzlicher Maßnahmen zunächst noch die weitere Entwicklung abgewartet werden. 3.
Im Regionalbereich
Süd/West erhöht sich zwar der Bedarf nach dem jetzigen Stand insgesamt nur von
902 auf 910 Plätze. Durch die mögliche Erschließung mehrerer neuer (kleiner)
Baugebiete muss aber de facto mit einem höheren - derzeit allerdings noch nicht
quantifizierbaren - Anstieg gerechnet werden. Zudem tritt innerhalb der
einzelnen Bezirke eine völlig unterschiedliche Entwicklung ein. Erfreulicherweise wird im Ortsteil Häcklingen der
Platzbedarf deutlich zurückgehen (- 46 Plätze) und sich damit die dort noch
bestehende Engpass-Situation in den nächsten Jahren entspannen. Ähnlich zeigt
sich die Situation im Ortsteil Rettmer (- 10 Plätze), sowie im Bezirk
Mittelfeld (- 9 Plätze). Hingegen wird der Platzbedarf durch die Bezirke
Stadtmitte, Weststadt und Oedeme ansteigen (+ 73 Plätze). Dieser zusätzliche
Bedarf kann durch die bestehenden Kindertagesstätten nicht aufgefangen werden,
auch wenn sich möglicherweise eine gewisse Entlastung durch die Verschiebung
der Einzugsbereiche erreichen lässt. Gerade aber im Hinblick darauf, dass die
bauliche Entwicklung in den Neubaugebieten des Ortsteils Oedeme noch nicht
abgeschlossen ist, muss hier mit zusätzlicher Nachfrage gerechnet werden. Diese Nachfrage wird jedoch nur vorübergehender Natur
sein, wie gerade die Entwicklung in den Ortsteilen Häcklingen und Rettmer
deutlich macht. Als
Folge der vorstehend dargestellten Bedarfssituation sollte eine Reaktion
dahingehend erfolgen, dass eine vorübergehende Erweiterung der Kita Heidkamp in
Betracht gezogen wird. Die Kita Heidkamp ist von den vorgenannten Bezirken gut
erreichbar und bietet auch vom Geländezuschnitt her die Möglichkeiten einer
vorübergehenden Erweiterung des Betriebsgebäudes durch individuell zu
gestaltende Raum-Module. Eine zusätzliche Halbtagsgruppe könnte die aktuell
bestehende Bedarfssituation entlasten. Ob
evtl. weiterhin steigende Bedarfszahlen zu einem späteren Zeitpunkt weitere
Maßnahmen, z. B. die Einrichtung einer zusätzlichen Nachmittagsgruppe,
möglicherweise in der Kita Oedeme, wäre zu gegebener Zeit zu prüfen. Durch
eine Erweiterung der Kita Heidkamp im Modul-Verfahren würden sich folgende
Belastungen für den Haushalt der Stadt Lüneburg ergeben: Kosten Einrichtungskosten
einmalig 10.000
€ Mietkosten
p. a. 20.000 € Betriebskosten
p.a.
9.000 € Personalkosten (65 Wochenstd. Päd. Bereich
/ 7,5 Std. hauswirtsch. Ber.) 75.200
€ 104.200
€ Einnahmen Elternbeiträge (23 Plätze x 81 € x 12 Monate) 22.300
€ (Randzeiten: 10 Kinder)
1.200 € Zuschüsse (Land = 13.500 und Landkreis = 2.500 €) 16.000
€ 39.500 € Fehlbedarf p. a. 64.700 € einmalig 10.000 €. Wegen
der Kürze der Betriebsdauer muss einer Anmietung der/des Module der Vorzug
gegenüber einem Erwerb gegeben werden. Bei den vorgenannten Beträgen, die unmittelbar
mit dem Mietobjekt zusammenhängen, handelt es sich um geschätzte Kosten, die im
Rahmen einer Angebotseinholung noch variieren können. Die Grundlage für die
übrigen Kosten, insbes. Personalkosten und die Einnahmen bilden die gesicherten
Erfahrungswerte und Rechnungsergebnisse in den anderen städtischen Kitas. Da
die Maßnahme im Rahmen des Verwaltungshaushalts 2004 nicht finanziert werden
kann, ist eine Inbetriebnahme nicht vor dem Beginn des nächsten Haushaltsjahres
zu realisieren. Entsprechende Haushaltsmittel sind für das Jahr 2005
vorzusehen. Finanzielle Auswirkungen: Kosten (in €) a) für die Erarbeitung der Vorlage: 120,00 € aa)
Vorbereitende Kosten, z.B. Ausschreibungen, Ortstermine, etc. b) für die Umsetzung der Maßnahmen: 205.000 € c) an Folgekosten: d) Haushaltsrechtlich gesichert: Ja Nein X Haushaltsstelle: Haushaltsjahr: 2005 e) mögliche Einnahmen: Beschlussvorschlag: Der
Jugendhilfeausschuss stimmt der Erweiterung der Kindertagesstätte Heidkamp um
eine Halbtagsgruppe für 3 - 6jährige Kinder im Rahmen einer Modul-Lösung zu.
Die Verwaltung wird beauftragt, die notwendigen Voraussetzungen dafür zu
schaffen, dass die Gruppe den Betrieb spätestens im Frühjahr 2005 aufnehmen
kann. Die Betriebslaufzeit soll entsprechend der Bedarfssituation 3 volle
Kindergartenjahre nicht übersteigen. |
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