Bürgerinformationssystem
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Sachverhalt: Das Land
Niedersachsen hat nunmehr die vorläufigen Förderrichtlinien für das bereits
Mitte letzten Jahres angekündigte Vier-Jahres-Programm „Familien mit Zukunft –
Kinder bilden und betreuen“ mit einem Einsatz von insgesamt 100 Mio. €
erlassen. Ziel dieses Programmes ist die Verbesserung des Betreuungsangebotes
für Kinder, insbesondere der unter Dreijährigen, der frühkindlichen Bildung,
der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Vernetzung von
Betreuungsangeboten. Die Weiterentwicklung der Kindertagespflege und der
bedarfsgerechten, flexiblen Betreuung in Tageseinrichtungen sind weitere
Schwerpunkte des Programms. Von der Förderung ausgeschlossen sind
Investitionsmaßnahmen (z. B. Neubau oder Erweiterungen von Kitas) und
personelle und sachliche Aufwendungen für eine reguläre Kita-Betreuung. Für ausdrücklich
förderungswürdig ist in den Richtlinien u. a. „die Einrichtung und der Betrieb
von Familien- und Kinderservicebüros als koordinierendes Service- und
Dienstleistungsangebot“ benannt. Ein solches Projekt kommt den Absichten der
Stadt Lüneburg aus den nachfolgenden Gründen sehr entgegen. In der Stadt Lüneburg gibt es derzeit 37 Kindertagesstätten,
die von 17 Trägern autonom betrieben werden. Daneben bieten sowohl der
Tagesmütterverein und die Stadt Lüneburg in ihren 3 Regionalbereichen
Tagespflege an. Hinzu kommt ein vielfältiges Angebot von Kinderbetreuung auf
einem niedrigschwelligeren Niveau durch Elterninitiativen, hortähnlichen
Einrichtungen, Ferienbetreuungsmaßnahmen, Babysitterdienste, Oma-Hilfsdienste
usw. Unter den gegebenen Umständen ist es kaum möglich, hier an einer Stelle
einen umfassenden Überblick über das Gesamtangebot zu erhalten. Umso schwerer
ist es für die Eltern, die geeignete Betreuungsform für ihr Kind zu finden und
im Rahmen der vorhandenen Platzkapazitäten auch einzufordern. Letztlich führt
diese Situation dazu, dass viele Eltern mit einem großen Zeitaufwand eine
Vielzahl unterschiedlicher Einrichtungen anlaufen müssen, um sich über die für
ihr Kind geeigneten und gewünschten Betreuungsmöglichkeiten zu informieren und
letztlich auch um freie Platzkapazitäten zu ermitteln. Mit der Einrichtung eines Familienservicebüros
(Arbeitstitel: FSB) soll diese unbefriedigende Situation grundlegend geändert
werden. Vorrangiges Ziel ist es, die Eltern zu beraten, und zwar Ø
über
die generellen Möglichkeiten der Betreuung in der Stadt Lüneburg (Kitas,
Tagespflege oder Sonstiges) im Hinblick auf aktuell freie Platzkapazitäten, die
Aufnahmeaussichten aufgrund der Wartelistensituation, die Aufnahmekriterien und
sonstigen formalen Voraussetzungen usw. bis hin zur Vermittlung von
Betreuungsplätzen; Ø
über
die sozialpädagogischen Inhalte unterschiedlicher Betreuungsformen, abgestimmt
auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Kindes. Hier kommt insbesondere
der Betreuung der unter 3-Jährigen eine besondere Bedeutung zu; Ø
über
die konzeptionelle und weltanschauliche Ausrichtung einzelner Einrichtungen und
die Vereinbarkeit mit den Vorstellungen der Eltern; Ø
über
die Vermittlung von Tagespflege als gegenüber der Kita-Betreuung alternatives
und nach dem SGB VIII gleichrangiges Betreuungs-, Erziehungs- und
Bildungsangebot; Ø
über
Betreuungsalternativen, wenn sich das aktuell bestehende Betreuungsverhältnis
im Einzelfall für das Kind oder für die Einrichtung als ungeeignet
herausstellt. Unverzichtbares Voraussetzung für eine solche qualifizierte
Beratung ist die genaue Kenntnis der jeweiligen Betreuungsangebote in der Stadt
und deren jeweils aktuelle Belegungssituation. Hierfür ist neben der
Bestanderfassung ein permanenter Abgleich der Platz- und Belegungssituation mit
allen unterschiedlichen Anbietern erforderlich. Hierzu ist eine Vernetzung
aller Anbieter und deren Angebote untereinander und mit dem FSB unabdingbar. Letztlich soll aber auch mit dem FSB als zentraler
Anlaufstelle in allen Fragen der Kinderbetreuung erreicht werden, dass
Veränderungen in der Bedarfslage bei den Kindern und Eltern frühzeitig erkannt
und damit die Betreuungsangebote bedarfsgerecht und zeitnah angepasst werden
können. Die Verwaltung vertritt die Auffassung, dass die Einrichtung
eines solchen Familienservicebüros nicht nur eine Verbesserung des
Dienstleistungsangebots als Erleichterung für die Eltern bei der Platzsuche darstellt,
sondern dass damit auch ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des
Betreuungsangebots selbst und der Auswahl der geeignetsten Betreuungsform für
das einzelne Kind beschritten wird. Ein derartiges Betätigungsfeld wäre zweckmäßig bei der
Kommune anzusiedeln. In der Vergangenheit haben sich bereits Vereine und
Institutionen der Thematik angenähert. So hält der Verein feffa e.V. seit dem
Jahr 2006 ein in Teilen gleichlautendes Angebot im Rahmen eines
Familienservicebüros vor. Das Land beteiligt sich in den Jahren 2006 und 2007
an der Finanzierung: Eine Mitfinanzierung von Stadt und Landkreis Lüneburg in Höhe
v. 5000.- € p.a. liegt der Kalkulation zugrunde. Im Jahr 2006 beteiligten sich
die Kommunen bereits anteilig an den Kosten lt. Finanzierungsplan. Über eine
weitere Bezuschussung im Jahr 2007 über die Stadt Lüneburg wurde u.a. in der
Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses am 06.02.2007 beraten und ein
entsprechender Beschluss herbeigeführt. Eine darüber hinaus gehende
Ko-Finanzierung der Stadt Lüneburg wird im Hinblick auf die eigenen Planungen
im Rahmen des Landesförderprogrammes ‚Familie mit Zukunft’ nicht erfolgen. Die Kosten für den Betrieb des FSB werden mit jährlich ca.
190.000 € veranschlagt. Hiervon können aus dem Landesprogramm Zuschüsse in Höhe
von 50 % = 95.000 € bewilligt werden. Der für die Stadt verbleibende
Eigenanteil von ebenfalls 95.000 € wird durch Übernahme von bereits vorhandenen
Personal mit bedarfsgerecht veränderter Aufgabenstellung in das Servicebüro
abgedeckt. Damit kann der Betrieb der neuen Einrichtung für die Stadt Lüneburg
gegenüber der jetzigen Situation völlig kostenneutral erfolgen. Das FSB wird
organisatorisch dem Bereich Kinder und Familie angegliedert, jedoch mit einer
für den Bürger erkennbaren deutlichen sachlichen und räumlichen Abtrennung vom
administrativen Teil der Beitragserhebung. Der Landkreis Lüneburg beabsichtigt, zeitgleich ebenfalls
eine ähnliche Koordinierungsstelle für den Bereich der Kinderbetreuung in
seinen Mitgliedsgemeinden einzurichten. Es ist geplant, mittelfristig diese
beiden Einrichtungen von Stadt und Landkreis zusammenzufassen und gemeinsam zu
betreiben. Damit wäre sichergestellt, dass künftig für alle Bürgerinnen und
Bürger der Region Lüneburg eine gemeinsame zentrale Anlauf-, Beratungs- und
Vermittlungsstelle mit der nötigen Fachkompetenz in allen Fragen der
Kinderbetreuung zur Verfügung steht. Finanzielle
Auswirkungen: Kosten (in €) a) für
die Erarbeitung der Vorlage: 80,-- aa) Vorbereitende Kosten, z.B.
Ausschreibungen, Ortstermine, etc. b) für
die Umsetzung der Maßnahmen: c) an Folgekosten: jährlich
95.000,-- d) Haushaltsrechtlich
gesichert: Ja
X Nein Haushaltsstelle:
Haushaltsjahr: e) mögliche
Einnahmen: jährlich
95.000,-- Anlagen: Beschlussvorschlag: Der
Jugendhilfeausschuss nimmt zustimmend zur Kenntnis, dass die Stadt Lüneburg im
Rahmen des Landesförderungsprogrammen „Familien mit Zukunft“ beabsichtigt, ein
Familienservicebüro zur Verbesserung des Dienstleitungsangebotes für Eltern und
des Betreuungsangebotes für die Kinder einzurichten. Er unterstützt den beim
Land Niedersachsen zu stellenden Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm.
Mittelfristig ist auf diesem Gebiet eine enge Kooperation mit dem Landkreis
Lüneburg anzustreben. |
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