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Vorlage - VO/1577/05  

 
 
Betreff: Ganztagsschulantrag des Johanneums
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:Wiebe, ThomasAktenzeichen:40 11 13
Federführend:Bereich 41 - Schulen, Kultur, Sport Bearbeiter/-in: Bergmann, Imke
Beratungsfolge:
Schulausschuss Vorberatung
17.06.2005 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses geändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Entscheidung

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Zum aktuellen Sachstand:

Im Land Niedersachsen gibt es laut Internetseite und Presseinformation des Kultusministeriums derzeit 315 Ganztagsschulen.

Zum Beginn des Schuljahres 2004/5 haben 100 neue Ganztagsschulen den Betrieb aufgenommen, unter ihnen 46, die Nachmittagsangebote im Rahmen ihrer Unterrichtsorganisation und in Kooperation mit außerschulischen Partnern einrichten und für ihren Ganztagsbetrieb KEINE zusätzlichen Lehrerstunden erhalten (Ziffer 8.2 des Ganztagserlasses).

Für die Stadt Lüneburg wurde am 21.12.2004 der Antrag zur Einrichtung eines Ganztagsangebotes für die Hauptschule Kreideberg gestellt.

Im Zuge einer ersten Rückmeldung des Kultusministeriums zu dem Antrag wurde unmissverständlich deutlich gemacht, dass zukünftig nur noch Anträge auf Einrichtung einer sog. „offenen“ Ganztagsschule bewilligt werden können (Ziffer 2.4.1 und 8.2 des Ganztagserlasses).

Auf Anfrage der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens hat der Kultusminister Ende März 2005 angekündigt, dass Genehmigungen zur Errichtung neuer Ganztagsschulen nicht vor Ende Mai 2005 erteilt werden können. Die Vielzahl der eingegangenen Anträge ließe vermutlich nur Genehmigungen nach Ziffer 8.2 des Erlasses zu. Die Hauptschule Kreideberg wie auch das Johanneum haben ihre Anträge daraufhin erweitert, dass für o.g. Fall ein Antrag auf offene Ganztagsarbeit gestellt wird. Dieser (neue) Beschluss bedurfte nach dem Erlass einer besonderen qualifizierten Mehrheit.

Auch auf die enge Verzahnung der Genehmigung neuer Ganztagsschulen und Zuwendungsanträgen nach dem Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung 2003 – 2007 (IZBB)“ weist der Kultusminister hin. So beinhalte die Genehmigung einer Schule als Ganztagsschule noch nicht die automatische Zuweisung von Mitteln nach dem IZBB, andererseits werde eine Mittelzuweisung nach dem IZBB nur für genehmigte Ganztagsschulen möglich sein. Dies stellt die Schulträger selbstredend vor die Problematik einer entsprechenden Planungsunsicherheit.

Der Schulausschuss hat sich in seiner letzten Sitzung dafür ausgesprochen, innerhalb der Schulen fertig beratene und beschlossene Anträge von Schulen auf Einrichtung eines Ganztagsangebotes durchaus nach wie vor an die Schulbehörde weiterzuleiten, gleichzeitig (d.h. „zuvor“) jedoch ist ein entsprechendes Raumprogramm aufzustellen und sind die damit verbundenen voraussichtlichen Kosten zu ermitteln.

Dem Schulausschuss wird dazu heute der Antrag des Gymnasiums Johanneum auf Einrichtung eines Ganztagsangebotes vorgelegt.

 

 

Johanneum Lüneburg

 

1. Antrag auf Genehmigung einer neuen Ganztagsschule

Grundlage für die Genehmigung neuer Ganztagsschulen ist § 23 Abs. 1 des Nds. Schulgesetzes in Verbindung mit dem  Erlass „Die Arbeit in der öffentlichen Ganztagsschule“ (Erl. MK 16.03.2004).

Erforderlich ist ein Antrag des Schulträgers oder der Schule oder des Schulelternrates (in den letzten beiden Fällen jeweils im Einvernehmen mit dem Schulträger) sowie die Sicherstellung der organisatorischen, personellen und sächlichen Voraussetzungen.

 

Bereits am 29.08.2002 war ein Antrag für ein künftiges Ganztagszentrum Kaltenmoor, beginnend zum 01.08.2003 mit der Anne-Frank-Schule, gestellt worden. Am 24.09.2002 hat der Verwaltungsausschuss (nach vorangegangener Beratung im Schulausschuss) bereits grundsätzlich die Einrichtung der Ganztagszentren Kreideberg und Kaltenmoor beschlossen. Das MK genehmigte dieses Konzept (und den konkreten Antrag der Anne-Frank-Schule) am 10.02.2003. Insofern liegt ein grundsätzlicher Antrag für ein Ganztagszentrum Kaltenmoor dem MK bereits vor. Der spezifische Antrag für weitere Schulen – in diesem Fall für das Johanneum mit dem dazugehörigen pädagogischen Konzept - ist jedoch noch zu stellen und soll Gegenstand der Beratung des Schulausschusses sein.

Die aktuelle Antragsfassung (Antrag des Johanneums mit pädagogischem Konzept ) ist der Vorlage als Anlage 1 beigefügt.

Sowohl die Gesamtkonferenz als auch der Schulelternrat und die Schülervertretung des Johanneums haben der Einführung des Ganztagsangebotes bereits im November/Dezember 2004 zugestimmt, die Zustimmung wurde durch Beschluss der Gesamtkonferenz im März 2005 (erweiternd und ersatzweise) auf einen Antrag auf Genehmigung einer offenen Ganztagsschule nach den Ziffer 2.4.1 und 8.2 des Erlasses „Die Arbeit in der öffentlichen Ganztagsschule“ ausgeweitet.

 

Parallel zum Antrag auf Genehmigung der Ganztagsschule Johanneum soll die Antragstellung für eine Zuwendung aus dem (Bund-Länder-)Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ vorbereitet werden.

Zu der Konzeption der Ganztagsschule Johanneum wird die Schulleiterin, Frau Dr. Krämer, vortragen.

 

 

2. Antrag auf Zuwendungen aus dem Bundesprogramm IZBB für die Ganztagsschule Johanneum: Raumprogramm und Kostenschätzung

 

Das Johanneum hat mit Datum vom 16.12.2004 seinen Antrag auf Einführung der Ganztagsschule (GTS) zum 01.08.2006 vorgelegt.

Es besteht die Absicht der Verwaltung, diesen Antrag mit einem abgestimmten Raumprogramm und einem dem entsprechenden Antrag auf Zuwendungen aus dem Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung 2003-2007“ (IZBB) zeitgleich beim Kultusministerium einzureichen.

Antragsfrist dafür ist der 30.04.2006; ein vorsorglicher Orientierungsantrag ist zum 31.01.2006 zu stellen.

Für diesen Antrag ist das pädagogische Konzept der Schule in Verbindung zu bringen mit einem Raumprogramm, welches in Anlehnung an die Schulbauhandreichungen zu entwickeln ist. Im Ergebnis wird ein Raumprogramm (Anlage 2) formuliert, das sowohl die Mindestanforderungen der seit geraumer Zeit nicht mehr gültigen Schulbauhandreichungen (die analog zur Planung anzuwenden sind), als auch die Entwicklung der anderen Schulen im Bereich des Ganztagszentrum Kaltenmoor berücksichtigt.

 

Wie bereits in der Vorlage zur Raumsituation im Bereich der Schulen in Kaltenmoor ausgeführt, besteht eine grundsätzliche Abhängigkeit zur konkreten GTS-Entwicklung im Bereich des Schulzentrums (Hauptschule und Kopernikus-Schule), da zumindest mittelfristig eine Raumnutzung durch das Johanneum dort vorgesehen ist. Dies ist Grund dafür, dass der Antrag erst jetzt und im Zusammenhang mit den Beratungen über die weitere Nutzung des Schulzentrums insgesamt zur Beratung gestellt werden kann.

Beide Schulen (HS und RS) haben allerdings ihre Überlegungen zur Einführung der GTS noch nicht abgeschlossen.

Ausgehend von der Tatsache, dass Räume für eine Außenstelle des Johanneums im Schulzentrum zur Verfügung stünden, schlägt die Verwaltung vor, für einen Übergangszeitraum dort eine kleine Außenstelle zu bilden, die aller Voraussicht nach mit Fortfall des 13. Jahrgangs ab Schuljahrsbeginn 2011/2012 (und der dann mutmaßlich verwirklichten Errichtung eines neuen oder zusätzlichen gymnasiale Angebotes im östlichen Landkreis aufgelöst werden könnte. Zugleich könnte (wie stets von der Verwaltung zugesagt) mit Abschluss der Sanierungsarbeiten im Schulzentrum auch die bisherige Außenstelle am Standort der GS Lüne aufgegeben werden.

 

Nicht nur die konkrete Situation in einem möglichen Ganztagszentrum Kaltenmoor beeinflusst das Raumprogramm für das Johanneum. 

Es ist, wie auch in der o.g. Vorlage ausgeführt, zudem die Diskussion um eine Erweiterung des gymnasialen Angebots im östlichen Landkreis Lüneburg, möglicherweise am Standort Bleckede, zu beachten.

Auch wenn diese Diskussion noch nicht abgeschlossen ist, lässt sich schon einschätzen, dass die 5-Zügigkeit des Johanneums dadurch nicht gefährdet wird, da bei einem „Freiwerden“ von Plätzen am Johanneum zu erwarten ist, dass Schüler, die sonst die Wilhelm-Raabe-Schule besuchen würden, nun in Richtung Johanneum gelenkt werden. Die an der Wilhelm-Raabe-Schule freigewordenen Plätze würden dann von (städtischen) Schülern aufgefüllt, die ansonsten das Gymnasium Oedeme besuchten.

Dieses würde unterm Strich eine wirksame Entlastung der drei Gymnasien der Stadt und besonders am heute bereits kaum noch aufnahmefähigen Gymnasium Oedeme bedeuten. Träte eine solche Entlastung wegen des scheinbar besonders schwierigen Meinungsbildungsprozesses beim Landkreis NICHT ein, wäre zwingend über eine ähnliche Finanzierungskonstruktion nachzudenken, wie sie bereits bei der Erweiterung der Herderschule erreicht wurde: Landkreis und ggf. Herkunftsgemeinden der Schüler sollten sich dann (über die „Pflichtbeträge“ der Kreisschulbaukasse hinaus) an der Verwirklichung des nötigen Raumprogramms zu beteiligen haben.

 

Dies vorausgeschickt kann das Raumprogramm des Johanneums als GTS bei voller 5-Zügigkeit mit einer Außenstelle bis 2011 wie folgt geplant werden:

 

Teil 1 Allgemeine Unterrichtsräume (AUR)

Laut Raumprogramm besteht ein Bedarf von 12 zusätzlichen AUR.

Im Zuge einer vollständigen GTS-Planung sollte die Möglichkeit, den Raumbedarf der Schule am Hauptgebäude zu befriedigen, weiterverfolgt werden. Unter Beachtung des Fortfalls des 13. Jahrgangs zum Sommer 2011 könnten allerdings bis dahin 5 AUR im Schulzentrum vorgehalten werden, so dass daher im Zuge des GTS-Ausbaus lediglich 7 AUR neu zu errichten wären.

 

Teil 2 Fachunterrichtsräume (FUR)

Es besteht ein Bedarf für zwei zusätzliche Naturwissenschaftliche Räume und je einen „halben“  Musik bzw. Kunstraum. Da der ursprüngliche Werkraum derzeit als AUR genutzt wird, sollte auch dieser Fachraum der Schule wieder zur Verfügung gestellt werden.

Von daher wird vorgeschlagen, 2 NW-FUR, einen kombinierten FUR für Werken / Kunst und einen  FUR Musik neu zu schaffen.

Ob für die Einrichtung eines vom Johanneum gewünschten Langzeitexperimentierraumes ( 25 m²) Fördermittel fließen, bleibt abzuwarten.

Die Schule ist derzeit mit 2 PC-Räumen ausgestattet; ein weiterer mit bis zu 33 Arbeitsplätzen wird von der Schule gewünscht. Die Verwaltung schlägt vor, hier eine moderne Variante, z.B. über mobile PC, vorzusehen. Dies muss nicht zwingend in einem geschlossenen Raum sein.

 

Teil 3 Gruppenarbeitsräume

Für offene Unterrichtsphasen wünscht das Johanneum insgesamt 7 Gruppenarbeitsräume ( einer pro Jahrgangsstufe ). Inwiefern diese Räume noch im vorhandene Schulgebäude einzurichten sind, wird von der Verwaltung noch geprüft. Ggfs. kann ein Teil dieser Räume auch im neu zu errichtenden Gebäude vorzusehen sein.

 

Teil 4 Mensa / Freizeit / Schülerbibliothek / Lehrerarbeitsplätze

Die Schule geht von bis zu 200 Mensa-Nutzern aus. Diese Größe und die dazugehörende Einrichtung einer Ausgabe-Küche ist im vorhandenen Gebäude nicht mehr darstellbar. Daher ist ein Neubau südlich dem Hauptgebäude vorgesehen, in dem die Mensa, die Freizeiteinrichtungen, eine Schülerbibliothek sowie Gruppenarbeitsräume und Lehrerarbeitsplätze eingerichtet werden können. 

Alternativ wird die Verwaltung noch prüfen, ob für diese Funktionen ein unmittelbarer Anbau an das Schulgebäude möglich ist. Diese Lösung würde eine Verbesserung der Aufenthaltsflächen bedeuten, da es bereits jetzt die Flure bei Regenpausen recht voll ist. 

 

Zu allen räumlichen Ausbau-Gedanken (die wegen ihrer Aktualität auch noch nicht im Detail mit der Schule abgestimmt werden konnten) wird in der Sitzung noch anhand von Plänen näher erläutert.

 

 

Kosten- und Finanzierungsplan

 

Der Vorlage ist als Anlage 3 eine Kostenschätzung des Bereichs Gebäudewirtschaft zu dem oben beschriebenen Raumprogramm beigefügt (Kostenschätzung Variante 1).

Außerdem ist in einer Variante 2 eine Kostenschätzung nur für einen separaten Mensabereich erfolgt. Planskizzen dazu werden in der Sitzung vorgestellt.

Für die beiden Varianten würden sich nach dem IZBB folgende maximale Zuwendungsbeträge errechnen:

 

Kostenschätzung
Variante 1

Maximale Zuwendung
IZBB (90%)

Eigenanteil Stadt

6.130.000,00

5.517.000,00

613.000,00

 

 

 

Kostenschätzung
Variante 2
(nur Mensa)

Maximale Zuwendung
IZBB (90%)

Eigenanteil Stadt

950.000,00

855.000,00

95.000,00

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Kosten (in €)

a)   für die Erarbeitung der Vorlage:      50,- €

aa)  Vorbereitende Kosten, z.B. Ausschreibungen, Ortstermine, etc.

b)   für die Umsetzung der Maßnahmen:                  Variante 1:   6.130.000,- €

c)  an Folgekosten:  

d)      Haushaltsrechtlich gesichert:

            Ja

            Nein    

            Haushaltsstelle:        

            Haushaltsjahr:          

 

e)   mögliche Einnahmen:                                          Variante 1:   5.517.000,- €

 

Anlagen:

Anlagen:

 

1.)    Ganztagsschulantrag des Johanneums mit pädagogischem Konzept

2.)    Raumprogramm

3.)    Kostenschätzung

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 JoJo_GTSAntrag041104 (100 KB) PDF-Dokument (127 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2 JohanneumGTS-Vergleich (22 KB) PDF-Dokument (10 KB)    
Anlage 3 3 Anlage 3 Johanneum_GTS Kosten (20 KB) PDF-Dokument (10 KB)    
Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Zu 1.) Der Schulausschuss empfiehlt dem Verwaltungsausschuss, der Einrichtung der Ganztagsschule Johanneum zuzustimmen.

Der Antrag auf Einrichtung der Ganztagsschule ist schnellstmöglich zu stellen.

 

Zu 2.) Die Ausführungen zum Raumprogramm werden zustimmend zur Kenntnis genommen. Die Verwaltung wird beauftragt, in enger Abstimmung mit der Schule die notwendigen Schritte zur Verfeinerung von Bauplanung und Umsetzung einzuleiten.

Der Antrag auf IZBB-Mittel ist zeitgleich mit dem GTS-Antrag zu stellen.