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Auszug - Schwimmförderung in den Ferien 2006 (Antrag der Gruppe SPD / FDP vom 08.11.05, eingegangen am 10.11.05, sowie Änderungsantrag der CDU-Fraktion vom 22.11.05)  

 
 
Öffentliche Sitzung des Sportausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Aussschuss für Sport Beschlussart: geändert beschlossen
Datum: Mo, 19.06.2006    
Zeit: 15:00 - 17:00 Anlass: Sitzung
Raum: Sportplatzanlage "Hasenburger Grund"
Ort: Soltauer Straße
VO/1776/05 Schwimmförderung in den Ferien 2006 (Antrag der Gruppe SPD / FDP vom 08.11.05, eingegangen am 10.11.05, sowie Änderungsantrag der CDU-Fraktion vom 22.11.05)
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag der Gruppe SPD / FDP
Federführend:01 - Büro der Oberbürgermeisterin Beteiligt:Bereich 56a - Bildung
Bearbeiter/-in: Plett, Anke  Bereich 41 - Schulen, Kultur, Sport
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Beratungsinhalt:

 

Beratungsinhalt:

Der Vorsitzende des Sportausschusses, Beigeordneter Meißner, erinnert an eine Aussage der Fachberaterin für Schulsport an den Lüneburger Schulen, Frau Rappat, vom 09.10.2003, wonach schon damals in einigen Schulklassen die Anzahl der nichtschwimmenden Kinder/Jugendliche bei rd. 70 % lag.

 

Um diesen Trend entgegenzuwirken wurden von der Gruppe SPD/FDP und CDU-Fraktion Anträge zur Ratssitzung am 24.11.2005 eingebracht mit der Zielsetzung, ein Konzept zur Schwimmförderung in den Schulferien 2006 zu entwickeln und dieses Schulkindern im Alter von 6 bis 12 Jahren anzubieten. Um eine Umsetzung  dieses Projektes zu ermöglichen, wurden bei den Haushaltsberatungen 2006 vorsorglich Mittel in Höhe von 10 T€ veranschlagt. Er bittet einen aktuellen Sachstandsbericht abzugeben.

 

Der Leiter des Bereiches 56a Bildung, Herr Wiebe, berichtet, dass unmittelbar nach Kenntnisnahme der beabsichtigten Schwimmförderung, Kontakt mit den Betriebsleitern aller in Lüneburg in Frage kommenden Schwimmstätten aufgenommen wurde, um die vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten zu erörtern und diese aufeinander abzustimmen. Eine in Betracht gezogene Wiederbelebung des stillgelegten Lehrschwimmbeckens „Rotenbleicher Weg“, musste aus finanziellen Gründen (Betriebskosten 65 T€/jährlich + einmalige Instandsetzungskosten 25 T€) verworfen werden.

 

Nachdem in der Ratssitzung am 02.02.2006 die Anträge zur weiteren Beratung in den Sportausschuss überwiesen wurden, fand mit Vertretern des Sportbeirates, den Sportvereinen und der DLRG am 15.02.2006 ein erstes Sondierungsgespräch statt. In diesen Gesprächen wurde deutlich, dass trotz Erhebung einer Kursgebühr in Höhe von 64 € - 120 € für Nichtmitglieder bzw. 45 € + Mitgliedsbeitrag von 8,00 – 8,50 €/monatlich für Vereinsmitglieder, die Nachfrage und das Interesse an denen in den Sportvereinen angebotenen Schwimmkursen unvermindert hoch ist. Als ergänzendes Angebot wird die Ferien-Schwimmförderung begrüßt, diese sollte jedoch nicht kostenfrei sondern mit einer Mindestgebühr von 20 € je Kurs belegt werden.

 

Nach Klärung der Versicherungsfrage, wurde dieses Projekt auf einer Rektorenkonferenz der Grundschulen am 21.02.2006 vorgestellt. Die Schulleitungen nahmen das Vorhaben positiv auf, gaben jedoch zu Bedenken, dass erst ab dem 2. Schulhalbjahr der 3. Klasse eine Schwimmförderung Sinn macht, da die Grundschulen erst durch das Schulschwimmen im 1. Schulhalbjahr (gemeinsam mit den Eltern) eine sichere Einschätzung über die Kinder abgeben können.

 

In Gesprächen mit dem Landkreis Lüneburg zeigte dieser sich zwar interessiert, sah jedoch bei der Einbeziehung von Schulkindern aus dem Landkreis insbesondere seine Mitgliedsgemeinden gefordert. Man wollte zunächst einmal die Ergebnisse des für die Osterferien 2006 geplanten „Pilotprojekt“ abwarten und erst dann entscheiden, in welcher Form man sich beteiligen wird. Eine Nutzung des Lehrschwimmbeckens Oedeme in den Ferienzeiten, stimmte der Landkreis Lüneburg nur ausnahmsweise für die diesjährigen Osterferien zu. Eine weitere Nutzung wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Wasserqualität des Beckens regelmäßig grenzwertig ist und die freien Tage unbedingt für die Regeneration des Wassers benötigt wird. So wird insbesondere die Ferienzeit dazu genutzt, eine „Schockchlorung“ (sorgt für Keimfreiheit) und notwendige Reinigungs- und Wartungsarbeiten durchzuführen. Eine Änderung dieses Zustandes würde nur eintreten, wenn im Lehrschwimmbecken Oedeme in ca. 2-3 Jahren alle anstehenden Sanierungsarbeiten auch tatsächlich abgeschlossen sind.

 

Da für die Osterferien 2006 nur eine begrenzte Anzahl von Übungsleitern zur Verfügung standen, musste das für diesen Zeitraum vorgesehene „Pilotprojekt“ auf die Grundschulen Im Roten Feld und Hasenburger Berg begrenzt werden. Der Rücklauf von lediglich 6 Anmeldungen führte dann letztendlich zur Absage der geplanten Schwimmkurse. Als Begründung für die geringe Resonanz wurde genannt:

  • der Transport zum Lehrschwimmbecken Oedeme ist nicht organisiert/gesichert
  • die Ferienzeit der Schulkinder ist anderweitig verplant
  • die Kosten für Kursgebühr 20 € sei zu hoch.

 

Mit dem Ziel in den diesjährigen Sommerferien im Freibad Hagen eine weitere Schwimmförderung anzubieten, hat die Verwaltung zwischenzeitlich einen zweiten Versuch unternommen und alle städtischen Grundschulkinder der 3. + 4. Schulklassen angeschrieben. Die Anzahl musste auf 4 Schwimmkurse mit max. 12 Kinder je Kurs begrenzt werden (30./31. Kalenderwoche, jew. Montag-Freitag 10.00 – 11.00 Uhr bzw. 11.00 – 12.00 Uhr), da das Freibad Hagen insbesondere bei schönen Wetterverhältnissen stark frequentiert und ein Absperren weiterer Bahnen nicht möglich ist. Der Anmeldeschluss für diese Schwimmkurse ist auf den 07.07.2007 terminiert, erst dann kann abschließend entschieden werden, ob und wie viele Kurse stattfinden werden.

 

Der Vorsitzende des Sportausschusses, Beigeordneter Meißner, dankt der Verwaltung für die geleistete Vorarbeit und hebt hervor, dass mit der Ferien-Schwimmförderung vorwiegend Kinder erreicht werden sollten, deren Eltern diese Thematik entweder nicht so wichtig erscheint oder aber die sich die von Sportvereinen/Verbänden angebotenen Schwimmkurse finanziell nicht leisten können. Sollte die Erhebung einer Kursgebühr von 20 € für viele Familien ein Problem darstellen, könne man hierüber sicherlich noch einmal sprechen.

 

Die Entscheidung des Landkreises Lüneburg, das Lehrschwimmbecken Oedeme vorerst nicht für weitere Feriennutzungen zur Verfügung zu stellen, nimmt er mit Bedauern zur Kenntnis. Da dieses Lehrschwimmbecken sich am besten für einen Anfänger-Schwimmkurs eignet, bittet er diesbezüglich noch einmal das Gespräch mit dem Landkreis Lüneburg zu suchen.    

 

Ratsfrau Thielbörger erinnert an den Änderungsantrag der CDU-Fraktion vom 22.11.2005, wonach Kinder aus dem Landkreis Lüneburg nicht aus der beabsichtigten Ferien-Schwimmförderung ausgeschlossen und der Landkreis sich an den Kosten des Honorars für Übungsleiter beteiligen sollte. Mit Bedauern nimmt sie die zurückhaltende Beteiligung des Landkreises Lüneburg zur Kenntnis, zumal bis zum heutigen Tage diese Thematik weder in einer Ausschuss-Sitzung des Landkreises beraten, noch Haushaltsmittel für diese Maßnahme gesondert zur Verfügung gestellt wurden. Unter diesen Voraussetzungen ist die Einbeziehung von Schulkindern aus dem Landkreis Lüneburg nicht zu realisieren.

 

Eingehend auf die geringe Resonanz des „Pilotprojektes“ bestätigt sie, dass offensichtlich der Transport zum Lehrschwimmbecken Oedeme für einige Eltern/Kinder ein großes Problem dargestellt hat. Was die Erhebung der Kursgebühr betrifft so könne sie sich vorstellen, dass in begründeten Fällen diese Entgelt von den Fördervereinen der Grundschulen gezahlt wird.

 

Ratsherr Körner kann nicht verstehen, weshalb der Transport zum Lehrschwimmbecken Oedeme für einige Eltern/Kinder ein Problem darstellt. Sollte zur Lösung dieses Problems die Zahlung eines Fahrtkostenzuschusses in Erwägung gezogen werden, wird er diesen Vorschlag ablehnen.

 

Das von der Verwaltung erstellte Konzept und den weiteren Versuch in den diesjährigen Sommerferien einen Anfänger-Schwimmkurs anzubieten, unterstützt und befürwortet er. Über die Ergebnisse bittet er im nächsten Sportausschuss zu berichten.

 

Bürgermeister Fischer dankt der Verwaltung für das erarbeitete Konzept und steht diesem positiv gegenüber. Auch wenn die gewünschten Erfolge sich nicht gleich einstellen, sollte man an der Zielsetzung festhalten und diese weiter verfolgen.

 

Ratsherr Löb hat den Eindruck, dass mit dem von der Verwaltung entwickelten Konzept, zuviel Bürokratie aufgebaut wird. Sollte auch der zweite Versuch ergebnislos verlaufen schlägt er vor, die beabsichtigte Ferien-Schwimmförderung zukünftig über die Sportvereine/Verbände abzuwickeln und diese mit finanziellen Mitteln zu unterstützen.

 

Eingehend auf die Vielzahl nichtschwimmender Kinder/Jugendlicher ist er davon überzeugt, dass durch eine Öffnung von Freigewässern (in Lüneburg z.B. der Kalkbruch „Volgershall“), diese Anzahl sinken würde.

 

Der Sprecher des Sportbeirates, Karl-Ernst Horn, gibt zu Bedenken, dass Freigewässer üblicherweise über stark abfallende unterschiedliche Wassertiefen verfügen und ein Erlernen des Schwimmens unter diesen Bedingungen kaum möglich ist. Es darf daher bezweifelt werden, dass durch eine Öffnung von Freigewässern, die Anzahl der nichtschwimmenden Kinder/Jugendlicher gesenkt wird.

 

Auf Nachfrage bestätigt die Fachberaterin Sport der Lüneburger Schulen, Frau Rappat, dass in einigen Schulklassen die Anzahl der nichtschwimmender Kinder/Jugendlicher unverändert hoch bei rd. 70 % liegt. Mit Hinweis auf einen Runderlass des MK vom 01.02.2005, wonach der Anteil des Schwimmunterrichts für die Jahrgangsstufen 5 und 6 mit mindestens einer Wochenstunde in einem Schulhalbjahr, d.h. 1/8 des Sportunterrichts bzw. 20 Wochenstunden einzuplanen ist, hält sie das von der Verwaltung zur Ferien-Schwimmförderung entwickelte Konzept für geeignet, um die Anzahl der nichtschwimmenden Kinder/Jugendliche zu senken. In ihrer Funktion als Fachberaterin Sport der Lüneburger Schulen bittet sie, verstärkt in das Projekt eingebunden zu werden.

 

Stadtdirektor Koch macht deutlich, dass in der Ratssitzung am 02.02.2006 ein Konzept zur Ferien-Schwimmförderung nicht beschlossen sondern die Anträge lediglich zur weiteren Beratung in den Sportausschuss überwiesen wurden. Im Vorgriff auf diese Beratung hat die Verwaltung einige Vorarbeiten geleistet und für die Umsetzung des entwickelten Konzeptes vorsorglich einen Betrag von 10 T€ in den Haushalt 2006 eingestellt. Er bittet die Verwaltung zu beauftragen, dass entwickelte Konzept umzusetzen und in den diesjährigen Sommerferien eine weitere Schwimmförderung anzubieten.

 

Der Vorsitzende des Sportausschusses, Beigeordneter Meißner, lässt daraufhin über folgenden Beschlussvorschlag abstimmen:

 

„Der Sportausschuss nimmt das von der Verwaltung zur Ferien-Schwimmförderung entwickelte Konzept zustimmend zur Kenntnis. Die Verwaltung wird beauftragt, in den diesjährigen Sommerferien einen weiteren Anlauf zu starten. Nach Möglichkeit sollen in der 30./31. Kalenderwoche, jew. Montag-Freitag 10.00 – 11.00 Uhr bzw. 11.00 – 12.00 Uhr, insgesamt vier Anfänger-Schwimmkurse im Freibad Hagen stattfinden. Die Teilnehmerzahl je Kurs wird auf max. 12 Kinder beschränkt.

 

Über die gemachten Erfahrung/Ergebnisse ist der Sportausschuss in seiner nächsten Sitzung zu informieren.“

Beschluss:

Beschluss:

Der Sportausschuss fasst einen entsprechenden Beschluss.

Abstimmungsergebnis:

Abstimmungsergebnis:

 

   Ja-Stimmen:                        7         

Nein-Stimmen:            0

  Enthaltungen:            0