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Auszug - Gutscheinheft für zusätzliche Betreuung in den Kindertagesstätten (Antrag der Gruppe SPD/FDP vom 16.01.06)  

 
 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Lüneburg
TOP: Ö 7.1
Gremium: Rat der Hansestadt Lüneburg Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 02.03.2006    
Zeit: 17:00 - 20:10 Anlass: Sitzung
Raum: Huldigungssaal
Ort: Rathaus
VO/1819/06 Gutscheinheft für zusätzliche Betreuung in den Kindertagesstätten (Antrag der Gruppe SPD/FDP vom 16.01.06 und Änderungsantrag der CDU-Fraktion vom 01.02.06)
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag der Gruppe SPD / FDP
Federführend:01 - Büro der Oberbürgermeisterin Beteiligt:Bereich 56 - Kindertagesbetreuung und Jugendhilfeverbund
Bearbeiter/-in: Plett, Anke   
 
Wortprotokoll
Beschluss

Beratungsinhalt:

 

Beratungsinhalt:

 

Stadtdirektor KOCH teilt mit, der Änderungsantrag der CDU-Fraktion sei eigentlich fast ein eigener Antrag, da er auf eine Angebotserweiterung außerhalb der Kindertagesstätten abziele, während sich der Antrag der Gruppe SPD/FDP nur auf die Angebote der Kitas selbst beziehe. Beide Anträge sollten im Jugendhilfeausschuss weiter beraten werden.

 

Ratsherr SOLDAN erklärt, der Antrag der Gruppe SPD/FDP ziele in die Richtung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Im heutigen Arbeitsleben werde von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern immer mehr Flexibilität gefordert, was mit festgelegten Kinderbetreuungszeiten in den Kitas manchmal schwer vereinbar sei. Deshalb sollte die Möglichkeit geschaffen werden, in Notsituationen kurzfristig zusätzliche Betreuungszeiten buchen zu können. Dadurch ließe sich auch feststellen, wie hoch der Bedarf für zusätzliche Betreuungsangebote überhaupt ist. Der im Antrag genannte Betrag pro Stunde sei nur ein Orientierungswert.

 

Ratsfrau DR. SPALLEK weist darauf hin, dass man in den Abholzeiten der Kitas schon etwas flexibler geworden sei und es auch bereits Angebote in den Randzeiten, also in der „Frühschicht“ und in der „Spätschicht“ gebe, welche die Eltern zur regulären Betreuung dazubuchen könnten. Das Gutscheinkonzept sei sicherlich ein möglicher Lösungsvorschlag für eine Angebotserweiterung, über die Preise müsste aber tatsächlich noch diskutiert werden. Ihre Fraktion meine, es sollte aber insbesondere auch die Selbsthilfe der Eltern untereinander gefördert und für entsprechende Lösungen Grundlagen geschaffen werden. Kinder, die nicht regelmäßig in  eine Kindertagesstätte gehen, aber punktuell betreut werden müssen, könnten derzeit schon in die „Kinderstube“ des Kinderschutzbundes in der Katzenstraße gehen. Das Angebot sei aber zeitlich leider noch nicht sehr umfangreich und sollte in jedem Fall erweitert und ausgebaut werden.

 

Ratsherr HAGELS bekräftigt, es gehe darum, die Flexibiliserung der Angebote der Kindertagesstätten voranzutreiben, damit Eltern nicht eine Zwei-Drittel- oder Ganztags-Betreuung buchen müssten, wenn sie nur sporadisch längere Betreuungszeiten in Anspruch nehmen wollen. Wichtig sei dabei aber, dass die Kinder möglichst in der Obhut der ihnen bereits bekannten Betreuerinnen und Betreuer bleiben könnten. Ein Gutscheinheft würde eine unbürokratische Abwicklung der Zusatzbetreuungsstunden erlauben. Im Jugendhilfeausschuss sollte daher eine Konzeption entwickelt werden, um flexible Lösungen voranzutreiben.

 

Ratsherr NOWAK findet den Ansatz richtig, über Flexibilisierung in der Kinderbetreuung nachzudenken. Im Jugendhilfeausschuss sei allerdings vor einiger Zeit eine Untersuchung vorgestellt worden, laut der die Nachfrage für Kinderbetreuung nach 16.00 Uhr bisher erstaunlich gering sei. Er meine, gerade im Krippenbereich wäre eine Erweiterung der Angebote schwierig und insbesondere auch von den Vorgaben des Kindertagesstättengesetzes zu Gruppenstärken usw. abhängig. Je kleiner oder je stärker belegt eine Kindertagesstätte sei, umso komplizierter werde eine Angebotserweiterung ohne Qualitätseinbußen in der Betreuung. Deshalb wäre eine Bedarfsanalyse notwendig. Ob die Flexibilisierung dann über Gutscheine oder eine Staffelung in den Beiträgen finanziert werden solle, könne im Jugendhilfeausschuss diskutiert werden.

 

Stadtdirektor KOCH gibt einige Punkte an, die bei der Diskussion der Anträge im Jugendhilfeausschuss berücksichtigt werden sollten. Das seien zum Einen die Standards, die Verwaltung und Rat sich selbst gesetzt hätten, z.B. die Gruppenstärke. Von diesen sollte möglichst nicht abgewichen werden, also wäre ein Auffüllen der Gruppen nur dann möglich, wenn die Höchstzahl an Kindern noch nicht erreicht ist. Die Kitas hätten zum Anderen auch den Auftrag, die Kinder zu bilden und zu erziehen, das wäre bei ständig wechselnden Teilnehmern auch nicht möglich. In diesem Spannungsfeld müsse die Flexibilisierung erfolgen. Das Lokale Bündnis für Familie verfolge ebenfalls das Ziel, Familie und Beruf besser miteinander vereinbar zu machen, deshalb sollte diese Institution in die Diskussion im Jugendhilfeausschuss einbezogen werden.

 

Beschluss:

Beschluss:

 

Der Rat der Stadt Lüneburg fasst einstimmig folgenden Beschluss:

 

Der Antrag einschließlich Änderungsantrag der CDU-Fraktion wird zur weiteren Beratung in den Jugendhilfeausschuss überwiesen.

 

(50 S+P)