Bürgerinformationssystem
![]() |
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Beratungsinhalt: Beigeordneter
Dörbaum begrüßt zur
Beratung des TOP Herrn Jost – Ing. Gesellschaft Enders & Dührkop -. Stadtbaurätin
Gundermann erinnert
einleitend daran, dass die Thematik bereits mehrfach im Ausschuss beraten und
seitens der Verwaltung über den jeweiligen Sachstand informiert wurde.
Ergänzend wurden 2 Anliegerversammlungen vor Ort durchgeführt. Der
sich bisher abzeichnende Schadensverlauf wird noch einmal dargestellt.
Eingegangen wird hierbei auf die geologischen Verhältnisse und die im
Untergrund festgestellten Deformationen der Bodenschichten. Die Untersuchungen
führen zu einer Risikoanalyse und deren Beurteilung. Mit den festgestellten
Ergebnissen wird es möglich sein, die Vorgehensweise für weitere Maßnahmen zu
empfehlen. Zum Schadensverlauf
wird ausgeführt, dass Stauchungen und Zerrungen zu Rissbildungen und zu
Versätzen von 30 – 50 cm geführt haben. Rissbildungen konnten sowohl im
Fahrbahn- als auch im Gehwegbereich festgestellt werden. Ursache für die
aufgetretenen Senkungen ist aber nicht der Verkehr auf der Straße, sondern das
Vorhandensein einer Senkungsmulde. Der Senkungszuwachs beträgt auf dem
Michaelisfriedhof 9,5 cm und auf dem Ochtmisser Kirchsteig 5 cm. Die
Verformungen werden voraussichtlich anhalten. Die Auswertungsergebnisse der
Messpunkte deuten darauf hin. Die Senkungszuwächse aus dem Zeitraum Mai 2004 zu
Mai 2005 wurden dazu herangezogen. Festgestellt wurde, dass im Untergrund
lockere und sehr lockere Lagen vorhanden sind. Geologisch befindet man sich
hier am Rande des Salzstockes. Über dem Gipshut liegen mächtige Schichten
lockerer Böden und der Salzstock. Entscheidend für die aufgetretenen
Verformungen könnte die jahrhundertelang praktizierte Soleförderung gewesen
sein. Die bergbauhistorische Entwicklung wird in diesem Zusammenhang
aufgezeigt. Unverträglich damit sind jedoch die nur punktuell aufgetretenen
Senkungen. Auf die Historie der belegten Erdfälle wird eingegangen. Seit ca.
100 Jahren ist alle 3 Jahre ein Erdfall zu verzeichnen. Das
über dem Salzstock eine Gipskuppe liegt, ist geologisch gesehen, normal.
Erdfälle wurden auch schon durch undichte Kanalleitungen hervorgerufen. Das
vorhandene Messstellennetz wird anhand einer Karte dargestellt. Festgestellt
wurde, dass die Senkungen einen kontinuierlichen Verlauf haben und noch nicht
zum Stoppen gekommen sind. Um
bei der Risikoanalyse zu einer aussagekräftigen Beurteilung kommen zu können
ist abzuwägen, bis zu welchem Grenzrisiko von einer stabilen Lage und ab wann
man von einer unsicheren Lage auszugehen hat. Hierzu sind vier Abfragen
erforderlich: -
Identifikation
der möglichen Ereignisse -
Eintrittswahrscheinlichkeit -
Ermittlung
der zu erwartenden Schadensausmaße -
Ermittlung
und Bewertung der Risiken. Aufgrund
der festgestellten Senkungen sind ca. 5.000 m³ verloren gegangen. Aus der
Erfahrung heraus ist davon auszugehen, dass der entsprechende Hohlraum ca. 10
mal so groß sein müsste. Von einer
Risikominimierung für den Bereich Ochtmisser Kirchsteig kann dann ausgegangen
werden, wenn ausgeschlossen werden kann, dass sich an dieser Stelle ein
Hohlraum befindet. In diesem Zusammenhang werden noch einmal die bisherigen
Bohrergebnisse erläutert. Im weiteren Vorgehen sind 14-tägig Messungen
vorgesehen. Eine 4. + 5. Messreihe wird zwischen dem Ochtmisser Kirchsteig und
dem Michaelisfriedhof vorgenommen. Die beiden bisherigen Erkundungsbohrungen
wurden bis auf eine Tiefe von 83 m hinab geführt, ohne dass man auf einen
Hohlraum stieß. Nach
Klärung, ob ein Hohlraum an dieser Stelle vorhanden ist oder nicht, wird man
eine Neubewertung des Risikos vornehmen. Seitens der Universität Hamburg werden
von Geophysikern ergänzend geophysikalische Messungen durchgeführt. Bei der
Zusammensetzung der Bodenschichten lässt sich erkennen, dass Partien dieser
Schichten durch Verwirbelungen gestört sind. Das lässt in der Beurteilung 2
Hypothesen zu: Hypothese IFeinsande
aus den oberen Schichten fließen seitlich ab. Hypothese IIEs
bestehen weitspannende Einsenkungen am Rande des Bereiches des
Senkungsgebietes. Kleine begrenzte Einsenkungen sind für die Richtigkeit der
Hypothese II jedoch atypisch, so dass mit großer Wahrscheinlichkeit von
Hypothese I auszugehen ist. Die
Situation mit den festgestellten Tagesbrüchen ist als sicher einzuschätzen, da
im geologischen Aufbau der Untergrund von einer mächtigen Tonschicht getragen
wird. Beigeordneter
Dörbaum geht
ebenfalls davon aus, dass eine relative Sicherheit dadurch gegeben ist, weil in
diesem Bereich kein Hohlraum festgestellt wurde. Die bisher festgestellten
Bewegungen im Erdreich konzentrieren sich auf den Bereich, der derzeit auch
untersucht werde. Beigeordneter
Körner geht davon
aus, dass sich konkrete Aussagen derzeit noch nicht mit abschließender
Sicherheit machen lassen. Er hofft aber, dass nach Abschluss der Untersuchungen
es dazu kommen wird, dass man den betroffenen Hauseigentümern konkrete
Empfehlungen über das weitere Handeln wird geben können. Herr
Trapp – Ing.-Büro Enders & Dührkop – ergänzt, dass nicht empfohlen werden kann, die betroffenen
Häuser nachträglich auf Stelzen zu setzen. Diese Kosten würden in keinem
Verhältnis stehen. Für heutige Neubauten gibt es jedoch entsprechende
Empfehlungen des Landes. Ratsherrn
Aschenbrenner interessiert, wo die Messpunkte angelegt und
wie gemessen wird. Er möchte wissen, ob es denkbar ist, dass der Hohlraum
möglicherweise ganz woanders liegt und dass der feine Sand aus den oberen
Schichten möglicherweise auf den Ton- und Lehmschichten bergab läuft. Herr
Trapp – Ing.-Büro Enders & Dührkop – erläutert nochmals das Messverfahren. Während der
vorgenommenen Bohrungen fanden parallel täglich Messungen statt. Vermutete
Wanderbewegungen des feinen Sandes sind hier eher unwahrscheinlich, weil es
sich nicht um eine Kuppen-, sondern vielmehr um eine Muldenstruktur mit
Trichterwirkung handelt. Zur Untersuchung können Geophone in die vorhandenen
Bohrungen eingesetzt werden. Gesicherte Nachweise sind jedoch nur im Umkreis
von 6 m zum Geophon möglich. Stadtbaurätin
Gundermann
verdeutlicht noch einmal, warum diese Untersuchungen überhaupt durchgeführt werden.
Die Stadt steht für die öffentlichen Straßen und den Friedhof in der
Verantwortung für die öffentliche Sicherheit. Auf den Privatgrundstücken der
Hauseigentümer ist die Stadt nur in der Verantwortung aus bauaufsichtlicher
Sicht. Deutlich gesagt, sind die Hauseigentümer für die Sicherheit und
Standfestigkeit der Gebäude zuständig und tragen hierfür auch die Verantwortung
und das Risiko. Dieses anfängliche Verständnis der Anlieger schwindet jedoch
mit den zunehmenden Aktivitäten der Stadt zur Ursachenermittlung. Angeboten
wurde den Anliegern, auch Messreihen auf deren Privatgrundstücken anzulegen.
Hierüber bestand Konsens, zumindest während des abgehaltenen Ortstermins.
Gestattungsverträge über die Duldung der Untersuchungen wurden daraufhin
übersandt. Leider wurden bis heute noch nicht von allen die Verträge
gegengezeichnet zurückgesandt. Seitens
der Stadt ist man bemüht, mit den Eigentümern zu reden und im Gespräch zu
bleiben, was sich in der Koordination oftmals nicht einfach gestaltet. Der
Rechtsstreit über den Bau des Kreisels läuft hiervon jedoch unabhängig weiter. Zwischen
Stadt und den Anliegern bestehen weiterhin unterschiedliche Auffassungen über
den Anstoß und die Betrachtung in dieser Sache. Die Stadt ist bemüht, in die
Zukunft zu schauen und den Anliegern hierfür eine akzeptable Lösung
vorzuschlagen. Da kein Hohlraum gefunden wurde, gestaltet sich die Analyse der
Ursachen schwierig und ist außerdem zeitaufwändig. Dies ist den Anliegern nicht
leicht vermittelbar. Die Stadt ist nach wie vor um Hilfestellung bemüht.
Insofern ist zwischen Stadt und den Anliegern bis zur Vorlage verwertbarer,
aussagekräftiger Ergebnisse der enge Kontakt wichtig. Die
Versorgungsträger sind insofern eingebunden, als dass sie aufgefordert wurden,
ihre Leitungen in diesem Bereich zu überprüfen. Beigeordneter
Dörbaum kann die
Sorgen der Anlieger nachvollziehen. Kurios ist für ihn, dass die Häuser
unterschiedliche Grade von Schädigungen aufweisen. Für ihn ist es in der
Vorgehensweise wichtig, dass eine -
Intensive
Ursachenforschung -
Risikobeurteilung
und –einschränkung -
Analyse,
welche Maßnahmen sofort zur Risikominimierung vorgenommen
wird. Eine mögliche Kausalität zur Baumaßnahme Kreisel ist hiervon jedoch
unabhängig zu betrachten. Bürgermeisterin
Schellmann macht
deutlich, dass das allgemeine Risiko, den betroffenen Hauseigentümern jedoch
nicht abgenommen werden kann. Wichtig
ist, dass seitens der Stadt abgeklärt wird, was sie in ihrem
Verantwortungsbereich abzudecken hat. Gleiches haben jedoch auch die
Hauseigentümer für ihre Grundstücke in ihrem eigenen Verantwortungsbereich zu
erbringen. Dies mit abzudecken kann nicht Aufgabe der Stadt sein. Weitere
Wortmeldungen liegen nicht vor. Beschluss: Der
Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung nimmt den vorgetragenen Sachstand zur
Kenntnis. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |