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Der
Antrag wird gemeinsam mit der Anfrage „Computer in städtischen
Kindertagesstätten“ (TOP 6.3) beraten. Beratungsinhalt: Stadtdirektor
KOCH beantwortet
zunächst die Anfrage. Für die Leitungskräfte und das Verwaltungspersonal stehe
in allen städtischen Kitas ein PC mit entsprechender Software für die Verwaltungs-
und Büroarbeiten zur Verfügung. Auf Grund ihrer über das Stadtgebiet
verstreuten Lage seien noch nicht alle an das städtische Intranet
angeschlossen, dies werde in den nächsten Jahren geändert. Nur in wenigen Kitas
stünden auch Computer für die Kinder zur Verfügung, in der Regel seien diese
gespendet oder gesponsert worden. Die PC-Ausstattung im Leitungs- und
Verwaltungsbereich sei eindeutig ausreichend, für den pädagogischen Bereich
wäre eine verbesserte Ausstattung mit PC diskutierenswert, habe aber in der
pädagogischen Konzeption der städtischen Kitas nicht höchste Priorität, da es
für die Kinder vielfältige andere Lernanforderungen und –angebote gebe. Über
die Beschaffung von PC müsste im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden
werden. Im Hinblick auf die Haushaltslage der Stadt sehe er aber auch dafür
derzeit keine Priorität. Förderprogramme auf Landes- oder Bundesebene für
diesen Aufgabenbereich seien ihm nicht bekannt, mit Ausnahme des in dem Antrag
angesprochenen Programms. Ratsherr
NOWAK erinnert an
eine Diskussion im Jugendhilfeausschuss zu den Möglichkeiten einer zentralen
Vergabe von Kitaplätzen, die eventuell über das Intranet erfolgen sollte. Er vermisse
eine Aussage zu den freien Trägern von Kindertagesstätten, auch die müssten für
eine zentrale Vergabe mit vernetzt werden. Zur Aktion Schlaumäuse habe ihn die
Stellungnahme der Verwaltung etwas verwundert, laut der man erst noch die
Unabhängigkeit des Herstellers prüfen wolle. Das Projekt werde von Unicef und
namhaften Universitäten begleitet, Schirmherr sei das
Bundesfamilienministerium, sodass sich eine solche Überprüfung wohl erübrige.
Es gebe im Übrigen empirische Untersuchungen, dass der Umgang mit dem Computer
und Lernsoftware auch für Kindergartenkinder gut und wichtig sei. Nach den
Aussagen im Internet erscheine eine Weiterführung der Aktion in den nächsten
Jahren keineswegs fragwürdig. Bei einer Teilnahme würden sehr wenig Kosten
entstehen, die Ausstattung der Kitas mit den Computern werde übernommen und die
Mitarbeiterschulung wäre ebenfalls kostenfrei. Daher sollte man in Lüneburg
unbedingt an dem Projekt teilnehmen und es in den Kindergärten besser bekannt
machen. Man könne daraus für die Kindergärten einen großen Nutzen ziehen, ohne
dafür hohe Kosten tragen zu müssen. Beigeordnete
BAUMGARTEN meint,
alles was die Sprachentwicklung von Kindern fördere, sei begrüßenswert. Das
Projekt Schlaumäuse halte sie aber nicht für besonders geeignet. Sprache lerne
man vom Sprechen und nicht durch das Kommunizieren mit Computern. Das Hauptaugenmerk
müsse ihrer Ansicht nach auf eine Spracherlernung von und mit Menschen gelegt
werden. Zunächst sollte das Ergebnis aus der wissenschaftlichen Begleitung des
Projekts Schlaumäuse durch die Technische Universität Berlin abgewartet werden.
Im Jugendhilfeausschuss sollte dann nochmals eingehend beraten werden, ob man
sich an dem Projekt Schlaumäuse beteiligen oder möglicherweise Fördermittel für
andere Modelle der Sprachentwicklung an Kitas zur Verfügung stellen wolle. Ratsherr
HAGELS wundert
sich, dass die CDU-Fraktion zu einem auch von der Landesregierung geförderten
Projekt, an dem sich allein in Niedersachsen bereits 139 Kitas beteiligt
hätten, so negativ eingestellt sei. Die Kita der Lüneburger AWO nehme bereits
an dem Projekt Schlaumäuse teil und könnte im Jugendhilfeausschuss über ihre
Erfahrungen berichten. Die ersten Erkenntnisse der TU Berlin aus der Begleitung
des Projekts lägen auch bereits vor und darin werde deutlich, dass es wichtig
sei, das Personal der Kitas mit dem pädagogischen Konzept und dem Umgang mit
dem Programm vertraut zu machen, damit es richtig zum Einsatz kommen könne. Der
PC ersetze ausdrücklich nicht das persönliche Gespräch von Angesicht zu Angesicht,
sondern solle hier nur die Sprachentwicklung mit einem entsprechend
entwickelten Lernprogramm unterstützen, an dem die Kinder Spaß hätten. Man
sollte diese Chance nicht ungenutzt lassen und sich darüber im
Jugendhilfeausschuss weiter informieren. Ratsherr
SOLDAN steht dem
Projekt kritisch gegenüber, meint aber dass jede Chance ergriffen werden
sollte, die zur Verbesserung der Sprachkompetenzen der Kinder beitragen könne.
Er fürchte jedoch, dass das zu frühe Heranführen der Kinder an die Nutzung
einer Maschine ihre Kreativität und die Qualität der späteren Schriftsprache
beeinträchtige. Kinder müssten eher an Bücher als an Computer herangeführt
werden. Ein Mangel in der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher in Kitas
könne nicht einfach durch den Einsatz von Computern ausgeglichen werden. Er
sehe keinen Vorteil darin, wenn ein Computer etwas anstatt einer Erzieherin
vorlese. Die bisher vorliegenden Studien seien alle nicht von unabhängigen
Pädagogen, sondern immer von den Entwicklern oder Auftraggebern dieser
Lernprogramme selbst. Es gebe weitere Kritikpunkte, die im Jugendhilfeausschuss
diskutiert werden sollten. Stadtdirektor
KOCH erklärt, die
kritische Bemerkung in der Stellungnahme der Verwaltung bezüglich der
„Hersteller-Neutralität“ beziehe sich auf die Überlegung, ob es gut sei, schon
Kinder auf ein monopolistisches Betriebssystem zu schulen und damit bereits für
später auf diesen bestimmten Hersteller festzulegen. Um aus dieser Abhängigkeit
herauszukommen, bemühten sich derzeit immer mehr Verwaltungen, auf offene
Systeme umzusteigen. Beschluss: Der
Rat der Stadt Lüneburg fasst einstimmig folgenden Beschluss: Der
Antrag wird in den Jugendhilfeausschuss überwiesen, da seine Verwirklichung
eine fachliche und sachliche Überprüfung und ggf. die Bereitstellung von
Mitteln erfordert. (50
S+P) |
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