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Beratungsinhalt: Stadtdirektor
Koch erklärt, dass jeder bisherige Ganztagsschulantrag von Schulen der Stadt
Lüneburg einhellig durch alle Fraktionen getragen worden ist. Dies erleichtere
auch das Einwerben von Ganztagsschulmitteln beim Land. Die Arbeit zur
Entwicklung weiterer Ganztagsschulen ist erschwert durch die Handhabung des
Kultusministeriums, wonach nur noch Anträge nach Ziff. 8.2 Chancen auf
Genehmigung haben. Nur diese dann genehmigten Ganztagsschulen können auf Mittel
aus dem Ganztagsschul-Investitionsprogramm „Zukunft, Bildung und Betreuung“
(IZBB) hoffen. Dies erschwert z.B. den Prozess der Meinungsbildung bei der
Hauptschule Kaltenmoor und der Kopernikus-Schule. Regierungsschuldirektorin
Messer erklärt, dass eine Antragstellung nach Ziff. 8.2 die Schulen vor eine
unlösbare Situation stellen wird. Ohne zusätzliche Lehrerstunden sei ein
Ganztagsbetrieb kaum haltbar. Auf der Internetseite des Kultusministeriums
wurde bekannt gegeben, dass derzeit keine weiteren Förderanträge gestellt
werden sollen. Die Mittel seien überzeichnet. Auf Nachfrage des
Ausschussvorsitzenden Firus bestätigt Regierungsschuldirektorin Messer, dass
die Aussage zur Überzeichnung der Mittel für die gesamte Laufzeit des
Programms gelte. Die Anträge, über die derzeit noch nicht entschieden wurde,
für die Stadt Lüneburg für die Hauptschule Kreideberg sowie Adendorf für den
Landkreis Lüneburg, haben noch Chancen auf eine Genehmigung von IZBB-Mitteln. Ihre
Nachfrage beim Kultusministerium habe ergeben, dass einige Schulträger für alle
ihre Schulen Ganztagsschulanträge gestellt haben, so dass hier eine große
Antragsflut abzuarbeiten ist. In
der Region Lüneburg wurde die Antragstellung nicht derart gehandhabt, sondern
es wurden für ausgewählte, interessierte Schulen Anträge gestellt, mit dem
Ziel, ein gewisses Ganztagsschulnetz in der Region Lüneburg aufzubauen. Dies
sollte bei der Vergabe der Gelder möglichst berücksichtigt werden. Stadtdirektor
Koch weist zu den Chancen auf weitere Mittel darauf hin, dass das Land
Niedersachsen aus dem Bundesprogramm 400 Mio. Euro für die Förderung von
Ganztagsschulen zur Verfügung hatte. Dies seien ca. 100 Mio. Euro pro Jahr. Bei
der Berücksichtigung, dass in Lüneburg ca. 1 % der Schüler in Niedersachsen
beschult werden, würden sich rechnerisch für die Gesamtlaufzeit anteilig 4 Mio.
Euro für Lüneburg ergeben. Er bittet zu beachten, dass schon bei der ersten
Förderrunde und den drei Anträgen für die Stadt Lüneburg bereits 6,3 Mio. Euro
bewilligt worden sind. Da jedoch Hauptschulen immer noch mit Priorität
gefördert werden, bestehen Chancen für den Antrag der Hauptschule Kreideberg.
Den vom Kultusministerium propagierten "Antragsschluss" halte er nach
der Erlasslage für unzulässig. Auch
Beigeordneter Dr. Scharf unterstreicht, dass für Lüneburg qualifizierte Anträge
gestellt wurden. Er schätzt die Bedürfnisse der Eltern so ein, dass ca. eine
gleichberechtigte Anzahl von Ganztags- und Halbtagsbeschulungen gewünscht
werden. Wenn eine Schule Ganztagsschule werden wolle, solle auch ein Antrag
gestellt werden. So ergibt sich ein breites Angebot in allen Schulformen. Ratsherr
Maeck weist darauf hin, dass der vorliegende Antrag seiner Fraktion aus dem
Januar stamme, als also der Märzerlass des Kultusministeriums noch nicht
vorgelegen habe, nachdem nur noch offene Ganztagsschulen gefördert werden. Eine
Ganztagsschule bietet aus bildungs-, jugend- und sozialpolitischer Sicht ein
gutes Angebot. Anträge wurden jedoch unter der Annahme, ausreichender
Lehrerstundenzahlen gestellt. Viele Schulen sind nun durch den neuen Erlass in
ihrer Aktivität der Entwicklung zur Ganztagsschule gebremst worden. Er wundert
sich, dass die Landesregierung das Angebot von Ganztagsschulen damit indirekt
kappt, obwohl es gegensätzliche familienpolitische Aussagen gibt. Ratsherr
Maeck plädiert dafür, die Schulen dennoch zu ermutigen, in ihrer Antragsarbeit
fortzufahren und für die konzeptionell angedachten Schulen entsprechende
Anträge zu stellen. Als
Lehrervertreter gibt Herr Tretow zu bedenken, die Ganztagsschule wecke
Erwartungen, dass das pädagogische Angebot besser als auf anderen Schulen sei.
Eine finanzielle und strukturelle Hilfe sei durch die Bundesmittel zwar
möglich, aber inhaltlich sei eine qualifiziertere Arbeit nur durch eine
entsprechende Lehrerstundenzahl möglich. Durch reine Baumaßnahmen für
Ganztagsschulen entstehen auch Folgekosten für den Schulträger, wie z.B. die
Verbrauchskosten oder auch die Personalkosten für die Schulsekretärin. Er kann
sich daher einer bedingungslosen Aufforderung zur Antragsstellung nicht
anschießen, da es sonst in der Folge Probleme gäbe. Auch
Beigeordnete Baumgarten stellte die Frage, warum noch Anträge gestellt werden
sollen, wenn es ohnehin keine weiteren Mittelzuweisungen gebe. Ratsherr Maeck
entgegnet, das dies dem Land den Antragswillen der Schulen ausdrücklich
verdeutlichen soll. Stadtdirektor
Koch verdeutlicht, dass die Schulpolitik grundsätzlich weiterhin Landesaufgabe
sei. Das IZBB-Programm sei ein Bundessonderprogramm, um Mittel zu erhalten,
müssen die Schulträger jedoch weiterhin ca. 10 % aufbringen. Bisher gibt es in
der Stadt kein Ganztags-Gymnasium. Aufgrund eines kürzlich veröffentlichten
Zeitungsberichtes ist das Gymnasium Oedeme interessiert, Ganztagsschule zu
werden, auch das Johanneum hat beantragt, Ganztagsschule werden zu wollen.
Ganztagsschulanträge von Schulen werden zur Beratung in den Gremien vorgelegt,
wenn die einmaligen und fortlaufenden Kosten zumindest grob beziffert werden
können. In dieser Phase befindet man sich beim Gymnasium Johanneum zur Zeit
noch. Auch
Ratsherr Firus kommt zu dem Schluss, dass eine Ganztagsschule nur bei
entsprechender Ausstattung gute Arbeit leisten könne. Das Ganztagsschulprogramm
ziele jedoch ausdrücklich auf Qualitätsverbesserung des Unterrichtes ab. Bisher
gibt es noch nicht in allen Schulformen die Möglichkeit der Ganztagsbeschulung.
Der Antrag ziele darauf ab, dies für alle Schulformen in ausreichender Zahl
vorzusehen. Hinsichtlich
des Gymnasiums Johanneum unterstreicht er, dass faktisch schon jetzt
Ganztagsunterricht geleistet wäre, nur nicht die offizielle Ganztagsform
bestehe. Er bittet, mindestens diese Schule zu einer möglichen Förderung zu
führen. Beigeordneter
Dr. Scharf erklärt sich einverstanden, bei schon vorliegenden Anträgen oder
Absichtserklärungen, Ganztagsschule werden zu wollen, die entsprechenden
Anträge trotz der ungewissen Erfolgschancen zu behandeln. Der
Ausschussvorsitzende Firus lässt daraufhin über den Antrag der SPD/FDP-Gruppe
vom 25.01.2005 abstimmen. Abstimmungsergebnis: Ja-Stimmen: 6 Nein-Stimmen: - Enthaltungen: 3 |
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