ALLRIS®net
Sitzungsdienst
Bürgerinformationssystem
![]() |
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Beratungsinhalt: Herr
PROF. DR. DONNER
berichtet, der Schritt zur Fusion sei gewagt worden, nachdem deutlich wurde,
dass beide Hochschulen vor Ort auf Grund der Ressourcenkürzungen jede für sich
wenig Chancen auf erfolgreiche Weiterentwicklung gehabt hätten. Da mit dem
Prozess von Bologna ohnehin eine gewisse Vereinheitlichung der Studiengänge
anstehe, habe man sich zur Fusion entschlossen, u.a. auch um diesen
außerordentlich wichtigen Standortfaktor für die Stadt und die Region zu
erhalten. Entstanden sei dadurch eine Hochschule in der Größenordnung von
Osnabrück oder Oldenburg mit einer dauerhafteren Stabilität, die auch dem
inzwischen härteren Wettbewerb standhalten könne. Am 15.09.2004 sei das
Fusionsgesetz einstimmig im Nds. Landtag verabschiedet worden. Es enthalte drei
wichtige, vom üblichen Hochschulrecht abweichende Aussagen: Die Regelung des
Hochschulzugangs sei von der Institution abgekoppelt und jetzt auf den
jeweiligen Studiengang bezogen worden. Die unterschiedliche Lehrverpflichtung
für Fachhochschul- und Universitätsprofessoren werde individuell, basierend auf
einer neuen Richtlinie festgelegt. Für Fachhochschulprofessoren gebe es auf
Antrag künftig unter bestimmten Voraussetzungen und unter Einschaltung der
wissenschaftlichen Kommission in Hannover die Möglichkeit, in Ämter von Universitätsprofessoren
zu wechseln. Zur finanziellen Unterstützung sei der fusionierten Hochschule vom
Land für das Jahr 2005 ein Betrag von rd. 46 Mio. € zugesagt worden. Über die
Beträge für die kommenden Jahre müsse noch verhandelt werden. Zur Zeit finde
das Verfahren zur Umstellung der einzelnen Studiengänge auf Bachelor- und Masterstudiengänge
statt. Bis zum Herbst 2005 könnten bereits 21 bis 25 entsprechend umgestellte
Studiengänge angeboten werden. Zum Wintersemester 2006/2007 solle die
flächendeckende Umstellung abgeschlossen sein, so dass es ab diesem Zeitpunkt
keine Aufnahmen in Diplom-, Magister- oder Staatsexamensstudiengänge mehr geben
werde. Ab 01.01.05 sei die Fusion förmlich vollzogen worden, seitdem existiere
die Fachhochschule nicht mehr als selbstständige Körperschaft öffentlichen
Rechts, sondern sei nun Teil der Stiftungsuniversität Lüneburg. Für 2 Jahre
gebe es einen Übergangssenat, einen Übergangsstiftungsrat und ein
Übergangspräsidium. Parallel dazu laufe derzeit der Findungsprozess für eine
neue Präsidentin /einen neuen Präsidenten, der etwa Anfang Juni benannt werden
solle. Frau
PROF. DR. CREMER-RENZ
ergänzt, traditionell verbinde man mit universitärer Hochschulausbildung eine
enge Verbindung von Forschung und Lehre. Durch die Integration der
Fachhochschule werde jetzt deren Kompetenzprofil im Bereich Anwendungs- und
Praxisorientierung und Transfer mit unter das Dach der neuen Universität
gebracht. Dies sei ein expliziter Auftrag im Fusionsgesetz, der sich
wiederfinde in der Ausgestaltung des Bereiches Forschung, Entwicklung und
Transfer und in der Planung der neuen Studiengänge. Die Sorge, dass durch die
Fusion das anwendungsorientierte Profil der Fachhochschule verloren gehen
könnte, sei also völlig unbegründet. Sehr ernsthaft sei bei der Fusion auch die
Zusammenführung der Verwaltungsapparate der beiden Hochschulen durchdacht und
in einem zweigestuften Verfahren bereits begonnen worden. Insgesamt würden mit
der Fusion die Stärken beider Häuser zusammengeführt und machten eine neuartige
Universität am Standort Lüneburg möglich. Dies sei unzweifelhaft die richtige
politische Entscheidung zur richtigen Zeit gewesen. Herr
PROF. DR. DONNER
und Frau PROF. DR. CREMER-RENZ beantworten Fragen der Ratsmitglieder zur
möglichen weiteren Entwicklung der Universität und den künftigen Zulassungsbestimmungen. Beigeordneter
SRUGIS begrüßt die
Fusion, die sich für die Region mit Sicherheit positiv auswirken werde. Ratsfrau
VERLINDEN stimmt
ihrem Vorredner zu. Sie appelliert an die Stadt, stärker auf die Möglichkeiten
und Ressourcen zurückzugreifen, die sich durch die Universität und ihre Studierenden
böten. Es gebe dort eine Menge Ideenpotential, das positiv genutzt werden könne,
wenn den Studierenden häufiger Möglichkeiten geboten würden, sich praxisbezogen
mehr auszuprobieren. Beigeordneter
ALTHUSMANN sieht
die neue Stiftungsuniversität auch als einen wichtigen Bestandteil des für die
Region angestrebten Bildungskompetenzcentrums Nordostniedersachsen, wozu u.a.
auch die Ansiedlung der Landesschulbehörde vor Ort gehöre. Die große Zahl der
Studierenden bedeute für die Region in jedem Fall einen Angebots- und
Nachfragefaktor, der sie nachhaltig stärke. Lüneburg werde künftig mit
Sicherheit auch eine wichtige Rolle im Hochschulraum der Metropolregion Hamburg
übernehmen. Die Universität sei neben dem Klinikum einer der ersten
Standortfaktoren Lüneburgs und er hoffe auf ihre Entwicklung zu einer der erfolgreichsten
deutschen Universitäten. Ratsherr
REINECKE lobt
ebenfalls die Fusion, fürchtet aber, dass die Abschlüsse „Master“ und
„Bachelor“ möglicherweise in Deutschland nicht allgemein anerkannt würden. Das
Prädikat „Modelluniversität“ bringe nur etwas, wenn es von anderen deutschen
Universitäten aufgegriffen und übernommen werde. Herr
PROF. DR. DONNER
räumt ein, dass die Umstellung auf die Bachelor- und Master-Studiengänge zum
Teil noch auf Widerstände stoße. Der Verdacht von Qualitätsmängeln dieser
Abschlüsse werde allerdings durch die Überprüfung durch die
Akkreditierungsagentur ausgeschaltet. Man werde nur Studiengänge anlaufen
lassen, die ein Gütesiegel erhalten hätten, das die Einhaltung bestimmter
Qualitätsstandards bezeuge. Er habe keine Zweifel, dass das neue System sich
mit der Zeit generell durchsetzen werde. Der
Rat der Stadt Lüneburg nimmt den Bericht zur Kenntnis. (V,
4) |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |