Bürgerinformationssystem

Auszug - Findet das Projekt "Saisonaler Wärmespeicher für Lüneburg" die Unterstützung der Hansestadt Lüneburg? (Anfrage der SPD-Fraktion vom 20.08.2015)  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz
TOP: Ö 9
Gremium: Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 15.09.2015    
Zeit: 16:00 - 19:30 Anlass: Sitzung
Raum: Magistratszimmer (Raum 30)
Ort: Rathaus
VO/6313/15 Findet das Projekt "Saisonaler Wärmespeicher für Lüneburg" die Unterstützung der Hansestadt Lüneburg? (Anfrage der SPD-Fraktion vom 20.08.2015)
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage
Federführend:01 - Büro des Oberbürgermeisters Beteiligt:DEZERNAT III
Bearbeiter/-in: Kibscholl, Stefanie  Bereich 31 - Umwelt
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

 

Beratungsinhalt:

Herr Dr. Opel von der Leuphana Universität trägt zur Machbarkeitsstudie der Leuphana Universität für das Projekt „Saisonaler Wärmespeicher in Lüneburg“ vor. Er führt aus, dass es in der Hansestadt vier Nahwärmesysteme mit Biomethan-KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) gibt. In den Sommermonaten wird in diesen Nahwärmesystemen mehr Energie und Wärme erzeugt, als gebraucht wird. Dieses Potential gilt es zu nutzen, indem diese Wärme in einem Aquifer-Wärmespeicher geleitet und dort gespeichert wird, um sie bei Bedarf in den Wintermonaten zu nutzen. Die geologischen Gegebenheiten in Lüneburg mit einem Salzwasser-Aquifer in geringer Tiefe (ca. 450 m) sind günstig. Die Studie geht davon aus, dass der Speicher wirtschaftlich betrieben werden kann. Die Kosten für diese Wärmespeicherung werden sogar als enorm gering eingeschätzt. Für den Neubaubestand könnte der Speicher in den Sommermonaten auch zur Gebäudekühlung eingesetzt werden. 

Durch die Ausspeicherung in den Wintermonaten wird die Spitzenlast, die bisher durch Erdgaseinsatz erreicht wird, verringert und das EE-Potential erhöht. Geologische Untersuchungen am Standort Scharnhorststraße haben ergeben, dass eine Speicherschicht in nur 450 m Tiefe besteht, zu der es eine sehr gute Abdichtung gegenüber dem Trinkwasseraquifer gibt.

 

Die Leuphana Universität möchte dieses Projekt ggf. mit einem interessierten kommunalen Unternehmen - realisieren. Ferner wird gefragt, ob ggf. nutzbare Abwärmemengen von Lüneburger Industriebetrieben bekannt sind.

 

Herr Dr. Opel steht anschließend für Fragen der Ausschussmitglieder und der Verwaltung zur Verfügung.

 

Ratsherr Petroll fragt nach, wo denn eine Bohrung r Wärmespeicher heruntergebracht werden könnte.

Herr Dr. Opel erklärt, dass z. B. der Kurpark dafür in Frage käme, aber nicht zu dicht an den Salinenstandort herangegangen werden sollte.

 

Herr Strehse bekundet für die AGL Interesse an der Technik, da die Faultürme der Kläranlage in den Wintermonaten auch beheizt werden müssen. Das in 2012 in Betrieb genommene BHKW erzeugt in den Sommermonaten Überschüsse. Es ist daher zu überlegen, ob diese Überschüsse an Wärme zwischengespeichert werden könnten. Dies würde sich positiv auf die Abwassergebühr auswirken.

 

Herr Dr. Opel ergänzt, dass auch die Abwärme von Kälteanlagen genutzt werden könnte.

 

Beigeordnete Schmidt fragt nach, warum denn die Nutzungsdauer des Wärmespeichers nur 50 Jahre betrage. Das hänge von der Nutzungsdauer des Brunnens ab, der nach etwa 50 Jahren saniert werden müsse, antwortet Herr Dr. Opel.

 

Herr Moßmann fasst zusammen, dass in der heutigen Sitzung das Funktionsprinzip eines Aquifer-Wärmespeichers erläutert wurde. Aus Sicht der Verwaltung wäre eine Bewertung aber noch nicht möglich. Diese heutige Sitzung sei als Informationsveranstaltung zu betrachten. Er stellt fest, dass auch ein Vertreter der Avacon hier sehr interessiert den Vortrag verfolgt habe. Es müsste auch ein weiterer Austausch mit der AGL und dem Aufsichtsrat der AGL folgen.

 

Ratsherr Srugis teilt mit, dass es keine Absicht war, mit der Anfrage die Verwaltung zu überraschen. Mit der Wärmespeicherung würde man dem Prinzip Nachhaltigkeit in hohem Maße Rechnung tragen. Die Wirtschaftlichkeit müsste sicherlich noch verfeinert werden. Er könne sich zu diesem Thema eine Zusammenarbeit mit der Avacon-Natura bzw. der Hansestadt und der Avacon sehr gut vorstellen. Der Klimaschutz stehe bei diesem Projekt ganz vorne und entspricht der 100 % EE- Region. Neben den Chancen müsse aber auch eine Risikobewertung erfolgen. An Herrn Dr. Opel richtet er daher die Frage, ob diese Technik beherrschbar sei.

 

Herr Dr. Opel führt aus, dass ein geologisches Institut in Leipzig, das schon mehrere Wärmespeicher betreut hat, von der Leuphana Universität beauftragt worden ist. Wichtig sei es, dass bei der Ausschreibung besonders genau der geologische Zustand beschrieben wird.

 

Ratsherr Neubauer plädiert dafür, dass auch Vertreter der Purena hinzugezogen werden sollten, um möglichen Befürchtungen zum Trinkwasser zu begegnen.

 

Herr Schulz erläutert, dass der Bereich Umwelt zuständige Wasserbehörde für ein solches Vorhaben ist. Zum Antrag müsse auch ein bergrechtlicher Betriebsplan dem Landesbergamt vorgelegt werden.

 

Ratsherr Neubauer stellt fest, dass die Verwaltung alle an einen Tisch holen wird, zusammen mit Industriebetrieben, die für das Projekt infrage kommen können. Anschließend werde dann im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz wieder darüber berichtet.

 

Auf den Einwand des Beigeordneten Meihsies, dass doch nur noch Betreiber und Finanzierungskonzept fehlen, gibt Herr Dr. Opel zu bedenken, dass dieses Projekt eine öffentliche Diskussion und mindestens weitere fünf Jahre Arbeit erfordert.

 

Die Präsentation ist als Anlage beigefügt.

 


Beschluss:

 

Der Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz nimmt Kenntnis.

 

 


Abstimmungsergebnis:

 

   Ja-Stimmen:8

Nein-Stimmen:

  Enthaltungen:

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 AquiferspeicherLüneburgUmweltausschuss (1347 KB)