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Auszug - Umsetzung eines Taubenkonzeptes (Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 10.06.2015, eingegangen am 12.06.2015)  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz
TOP: Ö 7
Gremium: Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 15.09.2015    
Zeit: 16:00 - 19:30 Anlass: Sitzung
Raum: Magistratszimmer (Raum 30)
Ort: Rathaus
VO/6213/15 Umsetzung eines Taubenkonzeptes (Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 10.06.2015, eingegangen am 12.06.2015)
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage
Federführend:01 - Büro des Oberbürgermeisters Beteiligt:Bereich 31 - Umwelt
Bearbeiter/-in: Kunz, Andrea  DEZERNAT III
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

 

Beratungsinhalt:

Herr Moßmann räumt ein, dass sich die Verwaltung mit der Beantwortung dieser Anfrage nicht ganz einfach getan habe. Seit dem LZ-Artikel vom 14.09.15 kenne die Verwaltung nun auch die Hintergründe dieser Anfrage. Er beantwortet anschließend die Fragen wie folgt:

 

Das Thema Stadttauben gehört zu den Wohlstandsproblemen unserer Gesellschaft. Das Stadttaubenkonzept der Stadt Augsburg war hier nicht bekannt. In der Stadt Hannover besteht nur noch ein Taubenschlag, da die Zahl der Tiere dort rückläufig ist. Auf der Hamburger Website wird die Auffassung vertreten, dass es tierschutzkonformes Verhalten ist,  wenn die Tauben nicht gefüttert werden. Ob ein Fütterungsverbot präventive Wirkung hat, ist nicht bewiesen, da Tauben über keine natürliche Bestandsregulierung verfügen. In dem LZ-Artikel vom 14.09.15 wird von einem Taubenbestand von 600 bis 700 Tauben ausgegangen. Diese Zahl ist für die Einrichtung eines Taubenkonzeptes zu gering. Seit etwa 20 Jahren besteht in der Hansestadt ein Taubenfütterungsverbot. Seitdem ist zu beobachten, dass die Anzahl der Stadttauben rückläufig ist. Aus Sicht der Verwaltung besteht daher kein Handlungsbedarf für ein Taubenkonzept.

 

Zum Kostenaspekt stellt Herr Moßmann fest, dass die in der Anfrage angegebenen Kosten von 5.000 €r einen Taubenschlag im Vergleich zu den für Hamburg angegebenen Kosten von 12.000 € vor dem Hintergrund, dass der Denkmalschutz in Lüneburg beachtet werden müsse, seiner Ansicht nach zu gering angesetzt wurden. Auch angesichts dieser Kosten und der laufenden Unterhaltungskosten besteht aus Sicht der Verwaltung kein Handlungsbedarf. Dies sei eine Aufgabe für eine private Initiative, unterstützt durch Fachkompetenz von Tierschützern.

 

Das im letzten Jahr errichtete Glasdach über dem sogenannten Taubenhof im Rathaus hat sich nach Aussage des Fachbereiches Gebäudewirtschaft bewährt. Es wird geschätzt, dass etwa 95 % des Taubenbestandes im Bereich des Hofes und der Dächer des Rathauses reduziert wurden. Die zusätzlich angebrachten Vergrämungsmaßnahmen sind übliche Maßnahmen.

 

Beigeordnete Schmidt hält dagegen, dass Tauben zum Lüneburger Stadtbild dazugehören. Sie wünscht sich keine übermäßige Zahl an Tauben, aber Tauben, die gesund sind. Das Fütterungsverbot hält sie für phantasielos, deshalb müssten andere Maßnahmen entwickelt werden. Vor Ort gebe es eine Initiative, die sich dafür einsetzt. Beigeordnete Schmidt beantragt, Frau Prestele, die unter anderem im Tierschutzverein Lüneburg tätig ist, Gelegenheit zu geben, hier in der Sitzung vorzutragen.

 

Ratsherr Neubauer erklärt, dass die Geschäftsordnung des Rates dies nicht vorsieht. Daraufhin beantragt Frau Schmidt eine kurze Unterbrechung der Sitzung, über die mit 5 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen abgestimmt wird. Anschließend erhält Frau Prestele Gelegenheit, sich zum Thema zu äußern.

 

Nach diesem Vortrag eröffnet Ratsherr Neubauer wieder den öffentlichen Teil der Sitzung.

 

Beigeordneter Meihsies erklärt, man möge die heutige Diskussion als erste Erörterung betrachten als Teil der „1. Lesung“ betrachten und schlägt vor, für ein Taubenkonzept ggf. Mittel aus der Sparkassenstiftung einzuwerben. Man müsse mit Herrn Junge reden und sich Gedanken zur Umsetzung machen.

 

Als Vorschlag für einen möglichen Standort für einen Taubenschlag wird der Dachboden des Glockenhauses ins Spiel gebracht. Der Ausschussvorsitzende Herr Neubauer gibt zu bedenken, dass das Glockenhaus doch saniert werden soll und hält eine individuelle und finanzielle Förderung mit Stiftungsgeld für fraglich. Man solle doch einmal bei der Gaststätte Pons nachfragen; da gebe es einen großen Dachboden.

 

Ratsherr Petroll könnte sich auch eine Förderung der Bürgerstiftung und des Tierschutzvereins vorstellen und erklärt, er sei Befürworter des Konzepts.


Beschluss:

Der Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz nimmt Kenntnis.

 

 


Abstimmungsergebnis:

 

   Ja-Stimmen:9

Nein-Stimmen:

  Enthaltungen: