Bürgerinformationssystem

Auszug - Unterbringung von Asylbewerbern in Rettmer  

 
 
Bürgerversammlung der Ortschaft Rettmer
TOP: Ö 2
Gremium: Ortschaft Rettmer Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 17.02.2015    
Zeit: 19:00 - 20:40 Anlass: Sitzung
 
Beschluss


Oberbürgermeister Mädge blickt zurück auf den Neujahrsempfang in Rettmer, bei dem er bereits über die Situation der Asylbewerber für Lüneburg berichtet hatte. Die Stadt stelle bereits Unterkünfte Am Meisterweg und an der Bleckeder Landstraße bereit. Die ansteigenden Zuweisungszahlen hätten dazu geführt, dass zunächst am Ochtmisser Kirchsteig Unterkünfte in Mobilbauweise hergestellt wurden, eine entsprechende Einheit solle nun auch in Rettmer errichtet werden. Man wolle nicht mehr als 120 Asylbewerber je Stadtteil unterbringen, müsse aber bei der Standortauswahl auch auf die Erschließung, den Zugang zu öffentlichen Einrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten und den ÖPNV achten. In Rettmer werden diese Voraussetzungen auf dem Gelände der Avacon an der Lüneburger Straße erfüllt, die Mobileinheiten werden von der LüWoBau errichtet und für zunächst 5 Jahre angemietet. Man suche nach weiteren ca. 6.000 m² großen Flächen für Mobileinheiten und nach leerstehenden Gebäuden, die für die Unterbringung anerkannter Asylbewerber geeignet wären. Hier ist die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger gefragt.

 

Frau Steinrücke, Fachbereichsleiterin für Soziales und Bildung, stellt anhand einer Präsentation die aktuellen Flüchtlingszahlen und die Zuweisungen für Lüneburg gerade auch im Hinblick auf die Herkunftsländer dar. Sie beschreibt die Situationen und Belegung der einzelnen Unterkünfte und stellt heraus, dass ernsthafte Probleme mit den benachbarten Anwohnern bisher nicht vorgekommen seien. Hier würde man auch stark auf gemeinsame Gespräche setzen. Ansprechpartner gebe es mit je 2 Sozialarbeitern vor Ort und dem Team in der Verwaltung. Darüber hinaus habe sich auch eine aktive Willkommensinitiative gegründet, die sich in einem gesonderten Termin in Rettmer vorstellen werde. Außerdem habe man gute Erfahrungen mit einem Tag der offenen Tür vor Erstbezug gemacht und auch ein Willkommenskaffee mit Anwohnern und Bewohnern habe das Zusammenwachsen gefördert.

 

Frau Mönning, LüWoBau, ergänzt den Vortrag, in dem Sie die geplante Baumaßnahme vorstellt. Es sollen 3 Mobileinheiten mit Einzel- und Doppelzimmern sowie eine Mobileinheit mit Wohneinheiten für Familien entstehen. Das Bauvorhaben solle rechtzeitig vor dem geplanten Nutzungsbeginn am 01.07.2015 fertiggestellt und an die Stadt übergeben werden.

 

Frau Bendorf bedankt sich für den Vortrag und bittet die Bürgerinnen und Bürger um ihre Fragen.

 

Auf die Nachfrage, ob auf der Westseite der Lüneburger Straße ein Fußweg entstehen werde, um die Unterkunft an den nördlich gelegenen Weg anzubinden, bestätigt Oberbürgermeister Mädge, dass dies so vorgesehen sei.

 

Die weiteren Fragen, insbesondere zu den Planungen einer Unterkunft in Häcklingen beantwortet Oberbürgermeister Mädge dahingehend, dass hierzu noch keine Entscheidung getroffen worden sei. Man suche in allen Stadtteilen und stelle die jeweiligen Entscheidungen dort zeitnah vor.

Da die Entwicklungen bei den Flüchtlingszuströmen noch nicht bekannt seien, sei auch zum einen die notwendige Anzahl weiterer Mobileinheiten wie auch die voraussichtliche Dauer, für die die Einheiten gemietet werden müssen, nicht absehbar. Die Mietverträge würden auf 5 Jahre geschlossen mit einer Verlängerungsoption um weitere 5 Jahre.

Er freue sich über den starken Zuspruch und die vielen Hilfsangebote aus den Stadtteilen, die Angebote Ehrenamtlicher müssten inzwischen schon zentral organisiert werden. Neue Mitarbeiter würden nach Ausschreibungen eingestellt, um die Betreuungsquote von 1:50 zu ermöglichen. Außerdem gebe es für jede Unterbringungseinheit einen Wachdienst. Insgesamt habe man gute Erfahrungen gemacht insbesondere auch mit der Integration der derzeit 50 Kinder in Kitas und Schulen, der Mitarbeit verschiedener Sport- und Kleingartenvereine. Die Gruppengröße von 120 Bewohnern je Stadtteil gehöre zum Lüneburger Modell. Eine solche Gruppe könne gut betreut und integriert werden. Nach durchschnittlich 3 9 Monaten seien die Asylverfahren abgeschlossen. Die Bewohner sollen dann in geeignete Wohnungen vermittelt werden, wobei keine Bevorzugung und somit Konkurrenz zum üblichen Wohnungsmarkt entstehen soll. Die Wohnraumversorgung könne im gesamten Landkreis erfolgen, man berate aber auch hinsichtlich der Nachbarkreise.

Oberbürgermeister Mädge weist noch einmal darauf hin, dass Probleme vor Ort nie ausgeschlossen werden können, die positiven Erfahrungen aus den übrigen Unterkünften würden aber überwiegen.

 

Frau Bendorf erklärt, dass es noch keinen Termin mit der Willkommensinitiative gebe, in der nächsten Stadtteilrunde am 18.03.2015 solle aber auch über dies Thema gesprochen werden. Der Termin mit der Willkommensinitiative werde separat bekanntgegeben.