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Auszug - Kriminalitätsanalyse für Lüneburg und Fragen der Sicherheit in Lüneburg (Referenten der Polizei: Herren Wieben, Meyn und Behne)  

 
 
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Lüneburg
TOP: Ö 4
Gremium: Rat der Hansestadt Lüneburg Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 27.03.2003    
Zeit: 17:00 - 20:35 Anlass: Sitzung
Raum: Huldigungssaal
Ort: Rathaus
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Beratungsinhalt:

 

Beratungsinhalt:

 

Die Herren MEYN (Leiter des zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Lüneburg), BEHNE (Leiter des kriminalen Ermittlungsdienstes der Polizeiinspektion Lüneburg) und WIEBEN (Leiter der Polizeiinspektion Lüneburg) stellen gemeinsam eine Analyse der Kriminalitätsbelastung in Lüneburg vor. Nachdem seit 1994 in Lüneburg 30 Stellen von Polizeivollzugsbeamten eingespart worden seien, präge inzwischen die Wahrnehmung von Kernaufgaben, nämlich die Gewährleistung von Sicherheit vor Ordnung, den Arbeitsalltag der Polizei. Es sei jedoch Fakt, dass die Sicherheit der Lüneburgerinnen und Lüneburger objektiv nicht ernsthaft gefährdet sei, auch wenn subjektiv gelegentlich dieser Eindruck entstehen möge. Die Kriminalstatistik könne lediglich die registrierten Fälle aufzeigen und bilde daher nur einen Ausschnitt und nicht eine Darstellung der tatsächlich vorgekommenen Kriminalität. Die Polizei ziehe daraus Erkenntnisse für ihre organisatorischen, präventiven und repressiven Maßnahmen, die Statistik diene aber auch der Beratung der Politiker, in welchen Bereichen besondere Vorbeugemaßnahmen notwendig seien. Die Aufklärungsquote in der Stadt Lüneburg liege z.Zt. bei 52 %, was recht hoch sei und eine Steigerung um knapp 3% im Vergleich zum Vorjahr bedeute. Die Quote der Straftaten gerechnet auf 100.000 Einwohner (Häufigkeitsziffer) sei im Vergleich zu anderen Städten in Lüneburg relativ niedrig. Ein großer Teil der Straftaten werde von Mehrfachtätern begangen, von denen rd. 50% mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Erscheinung getreten seien. Die Referenten gehen weiter auf die Statistiken und Hintergründe der Jugendkriminalität ein. Der Großteil der Straftäter in diesem Bereich trete nur einmalig in Erscheinung, die meisten würden jedoch gar nicht gefasst. Es gebe aber auch jugendliche Intensivtäter, hier spiele das soziale Umfeld und das Bildungsniveau eine große Rolle. Zur Statistik der Täterherkunft wird berichtet, dass 85% der registrierten Täter Deutsche seien, davon 3% Aussiedler. Die restlichen 15% der Täter seien Nicht-Deutsche, davon 6% Asylbewerber. In Lüneburg stelle Ausländerkriminalität keine besondere Problematik dar. Der Drogenszene könnten in Lüneburg rd. 400 Personen zugerechnet werden. Die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz seien im Vergleich zum Vorjahr etwas angestiegen und auch die häufig damit verbundene Beschaffungskriminalität. Die Polizei habe darauf reagiert und eine spezielle Einsatzgruppe gebildet, die sich dieser Problematik angenommen und bereits beachtliche Erfolge erzielt habe. Zur Verteilung der Delikte auf die einzelnen Deliktsbereiche wird berichtet, dass Diebstahl in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen ca. 60% der Gesamtkriminalität ausmache. Die Referenten gehen des weiteren kurz auf die Entwicklung in weiteren Bereichen wie Betrugs-, Gewaltdelikten und Straßenkriminalität ein. Zusammenfassend sei festzustellen, dass die Kriminalitätsrate in Lüneburg sich auf einem völlig normalen Niveau bewege, man habe nicht den Eindruck, dass die Kriminalität aus der Metropole Hamburg “herüberschwappe”.

Die Referenten beantworten anschließend ausführlich Fragen der Ratsmitglieder zu folgenden Themen:

-          Einfluss der Höhe der Bestrafung auf spätere Straftaten,

-          Ausmaß der Sachbeschädigungen durch Graffitti, Aufklärungsrate und Präventionsmöglichkeiten,

-          Häufigkeit von Einbrüchen in Arztpraxen und Fälschen von Rezepten,

-          Arbeit und Erfolge des Kriminalpräventionsrates,

-          Möglichkeiten der Reduktion von Jugendkriminalität durch präventive Maßnahmen,

-          Einfluss der steigenden Einwohnerzahlen auf die Kriminalitätsrate,

-          Aufteilung der Straftaten nach Geschlechtern,

-          Aufteilung der Straftaten nach Ausländern und Asylbewerbern,

-          Deliktarten und Aufklärungsquote bei der Straßenkriminalität,

-          Mögliche Verlagerung der Drogenkriminalität von Hamburg nach Lüneburg,

-          Anzahl der Senioren als Opfer von Kriminalität im Vergleich zur übrigen Bevölkerung,

-          Bereiche, in denen eine Intensivierung der polizeilichen Arbeit am Notwendigsten wäre,

-          Bundesweite Vergleichszahlen zu Straßen- und Jugendkriminalität,

-          Einfluss der Personalbindung durch die Castortransporte auf die Aufklärungsarbeit.

 

Herr WIEBEN bietet anschließend an, dem Rat jährlich über die Kriminalitätsentwicklung in Lüneburg zu berichten.

 

Ratsvorsitzende THIELBÖRGER dankt den Referenten für ihren umfassenden Vortrag und die ausführliche Beantwortung der Fragen.

 

Beschluss:

Beschluss:

 

Der Rat der Stadt Lüneburg nimmt den Bericht zur Kenntnis.