Bürgerinformationssystem
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Beratungsinhalt: Die Herren
MEYN (Leiter des zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion
Lüneburg), BEHNE (Leiter des kriminalen Ermittlungsdienstes der
Polizeiinspektion Lüneburg) und WIEBEN (Leiter der Polizeiinspektion
Lüneburg) stellen gemeinsam eine Analyse der Kriminalitätsbelastung in Lüneburg
vor. Nachdem seit 1994 in Lüneburg 30 Stellen von Polizeivollzugsbeamten
eingespart worden seien, präge inzwischen die Wahrnehmung von Kernaufgaben,
nämlich die Gewährleistung von Sicherheit vor Ordnung, den Arbeitsalltag der
Polizei. Es sei jedoch Fakt, dass die Sicherheit der Lüneburgerinnen und
Lüneburger objektiv nicht ernsthaft gefährdet sei, auch wenn subjektiv
gelegentlich dieser Eindruck entstehen möge. Die Kriminalstatistik könne
lediglich die registrierten Fälle aufzeigen und bilde daher nur einen
Ausschnitt und nicht eine Darstellung der tatsächlich vorgekommenen
Kriminalität. Die Polizei ziehe daraus Erkenntnisse für ihre organisatorischen,
präventiven und repressiven Maßnahmen, die Statistik diene aber auch der
Beratung der Politiker, in welchen Bereichen besondere Vorbeugemaßnahmen notwendig
seien. Die Aufklärungsquote in der Stadt Lüneburg liege z.Zt. bei 52 %, was
recht hoch sei und eine Steigerung um knapp 3% im Vergleich zum Vorjahr
bedeute. Die Quote der Straftaten gerechnet auf 100.000 Einwohner
(Häufigkeitsziffer) sei im Vergleich zu anderen Städten in Lüneburg relativ
niedrig. Ein großer Teil der Straftaten werde von Mehrfachtätern begangen, von
denen rd. 50% mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Erscheinung
getreten seien. Die Referenten gehen weiter auf die Statistiken und
Hintergründe der Jugendkriminalität ein. Der Großteil der Straftäter in diesem
Bereich trete nur einmalig in Erscheinung, die meisten würden jedoch gar nicht
gefasst. Es gebe aber auch jugendliche Intensivtäter, hier spiele das soziale
Umfeld und das Bildungsniveau eine große Rolle. Zur Statistik der Täterherkunft
wird berichtet, dass 85% der registrierten Täter Deutsche seien, davon 3%
Aussiedler. Die restlichen 15% der Täter seien Nicht-Deutsche, davon 6%
Asylbewerber. In Lüneburg stelle Ausländerkriminalität keine besondere
Problematik dar. Der Drogenszene könnten in Lüneburg rd. 400 Personen zugerechnet
werden. Die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz seien im Vergleich zum
Vorjahr etwas angestiegen und auch die häufig damit verbundene
Beschaffungskriminalität. Die Polizei habe darauf reagiert und eine spezielle
Einsatzgruppe gebildet, die sich dieser Problematik angenommen und bereits
beachtliche Erfolge erzielt habe. Zur Verteilung der Delikte auf die einzelnen
Deliktsbereiche wird berichtet, dass Diebstahl in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen
ca. 60% der Gesamtkriminalität ausmache. Die Referenten gehen des weiteren kurz
auf die Entwicklung in weiteren Bereichen wie Betrugs-, Gewaltdelikten und
Straßenkriminalität ein. Zusammenfassend sei festzustellen, dass die
Kriminalitätsrate in Lüneburg sich auf einem völlig normalen Niveau bewege, man
habe nicht den Eindruck, dass die Kriminalität aus der Metropole Hamburg
“herüberschwappe”. Die Referenten
beantworten anschließend ausführlich Fragen der Ratsmitglieder zu folgenden
Themen: -
Einfluss der Höhe der Bestrafung auf spätere Straftaten,
-
Ausmaß der Sachbeschädigungen durch Graffitti,
Aufklärungsrate und Präventionsmöglichkeiten, -
Häufigkeit von Einbrüchen in Arztpraxen und Fälschen von
Rezepten, -
Arbeit und Erfolge des Kriminalpräventionsrates, -
Möglichkeiten der Reduktion von Jugendkriminalität durch
präventive Maßnahmen, -
Einfluss der steigenden Einwohnerzahlen auf die
Kriminalitätsrate, -
Aufteilung der Straftaten nach Geschlechtern, -
Aufteilung der Straftaten nach Ausländern und
Asylbewerbern, -
Deliktarten und Aufklärungsquote bei der
Straßenkriminalität, -
Mögliche Verlagerung der Drogenkriminalität von Hamburg
nach Lüneburg, -
Anzahl der Senioren als Opfer von Kriminalität im
Vergleich zur übrigen Bevölkerung, -
Bereiche, in denen eine Intensivierung der polizeilichen
Arbeit am Notwendigsten wäre, -
Bundesweite Vergleichszahlen zu Straßen- und Jugendkriminalität, -
Einfluss der Personalbindung durch die Castortransporte
auf die Aufklärungsarbeit. Herr WIEBEN bietet
anschließend an, dem Rat jährlich über die Kriminalitätsentwicklung in Lüneburg
zu berichten. Ratsvorsitzende
THIELBÖRGER dankt den Referenten für ihren umfassenden Vortrag und
die ausführliche Beantwortung der Fragen. Beschluss: Der Rat der Stadt Lüneburg nimmt den
Bericht zur Kenntnis. |
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