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Beratungsinhalt: Ratsherr
DÖRBAUM erklärt, seine Fraktion habe den Änderungsantrag eingebracht, da die Sorge
bestehe, dass das Projekt nun doch noch in Frage gestellt werde. Einerseits,
weil die X-Variante vom Ministerpräsidenten als möglicherweise bessere
Alternative bezeichnet worden sei und andererseits, weil die A 39 im
Referentenentwurf zum Bundesverkehrswegeplan in zwei Bauabschnitte mit
unterschiedlichen Prioritätsstufen aufgeteilt worden sei. Wenn dies entsprechend
vollzogen werde, würde das eine Verzögerung der dringend notwendigen wirtschaftlichen
Anbindung unserer Region an den Raum Wolfsburg und Berlin um Jahre bedeuten.
Eine erneute Diskussion der X-Variante würde das gesamte Projekt um Jahre
zurückwerfen, weil dadurch der mühsam mit den anderen betroffenen Bundesländern
errungene Kompromiss in Frage gestellt würde. Er appelliere daher an den Rat,
zu der vor einiger Zeit gefassten Resolution zu stehen und diese nochmals zu
bekräftigen, indem er dem Änderungsantrag der Gruppe SPD / F.D.P. mit breiter
Mehrheit zustimme. Beigeordneter ALTHUSMANN betrachtet
den Änderungsantrag der CDU-Fraktion als weitergehend, weil er die
entscheidende Formulierung der Notwendigkeit des zeitgleichen Baus von A 14 und
A 39 für die Zukunft der verkehrswirtschaftlichen Erschließung des Raumes
Nord-Ost-Niedersachsen enthalte. Ziel dieser Region müsse eine Umsetzung der
Gesamtmaßnahme der Hosenträgervariante unter höchster Prioritätsstufe sein.
Dabei dürfe auch die Querverbindung zwischen den beiden Autobahnen nicht
vernachlässigt werden. Es sollte versucht werden, die Anträge der Gruppe SPD /
F.D.P. und der CDU-Fraktion zusammen zu fassen, um zu einem gemeinsamen
Beschluss zu kommen. Es sei das Recht einer neuen Landesregierung, die Entscheidungen
der vorigen Regierung zu überprüfen. Die X-Variante wäre eigentlich unter verkehrlichen
Gesichtspunkten die bessere Lösung, diese Ansicht sei auch hier jahrelang
Konsens gewesen. Die Signale des Wirtschaftsministers seien jedoch eindeutig,
dass man sich der Alternative der Hosenträger-Variante nicht verschließen werde,
wenn sich herausstelle, dass die X-Variante eindeutig verkehrswirtschaftlich
ungünstiger, teurer und eine schlechtere Erschließung des gesamten Raumes wäre
und dies trotz unterschiedlicher Berechnungsmodalitäten auch im
Verkehrswegeplan nachweisbar sei. Er sei sicher, dass die Landesregierung eine
gute und konsensorientierte Lösung zwischen allen betroffenen Bundesländern
finden werde. Oberbürgermeister
MÄDGE stellt klar, die Querspange sei im Verkehrswegeplan bereits im vordringlichen
Bedarf festgeschrieben und dadurch sei die X-Variante eigentlich nur noch
Theorie. Sicher sei, dass die A 14 auf Grund des Beschleunigungsgesetzes
im Osten schneller fertiggestellt werde, als die A 39. Es müsse daher versucht
werden, auch für die westliche Seite eine Beschleunigung zu erreichen. Er
empfehle, aus den vorliegenden Anträgen einen gemeinsamen Beschluss zu machen.
Nur wenn die Region einig sei und zusammenhalte, könne etwas erreicht werden. Beigeordneter
DR. SCHARF bekräftigt die Notwendigkeit, eine gemeinsame
Resolution zu finden. Die Bedeutung der A 39 für die Entwicklung unserer Region
und des gesamten Nord-Ostens der Bundesrepublik sei unbestritten. Die Sorgen
der Bürger im Zusammenhang mit der geplanten Trasse der Autobahn sollten aber
in jedem Fall ernst genommen werden. Man müsse darauf achten, dass ein genügend
großer Abstand zu den Wohngebieten eingehalten werde. Die Bürger erwarteten von
den Planungsgremien einen fairen Abwägungsprozess bei der Festlegung der
möglichen Korridore und hätten ein Recht darauf, frühzeitig über die Vorgänge
informiert zu werden. Ratsherr
SOLDAN fürchtet, dass bei einem neuerlichen Einstieg in die Diskussion über
mögliche Varianten der A 39 das gesamte Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan
herausfallen könnte. Ob die A 39 letztlich über Wolfsburg oder Magdeburg
geführt werden solle, könne zunächst noch offen bleiben. Man sollte jetzt aber
ein eindeutiges Votum abgeben, dass eine Autobahn Richtung Süden notwendig sei
und mit höchster Priorität erstellt werden sollte. Beigeordneter
MEISSNER kritisiert, dass die A 14 und die A 39 nicht schon längst erstellt worden
seien. Dies sei ein Fehler der damaligen CDU-Bundesregierung, die den Norden
der Bundesrepublik verkehrsplanerisch unberücksichtigt gelassen habe. Die große
Sorge sei jetzt, dass die Bundesregierung den Eindruck bekomme, man sei sich in
Niedersachsen nicht einig und deshalb das ganze Projekt zurückstelle. Man müsse
daher rechtzeitig die Weichen stellen und gemeinsam den Bau der Autobahn bis
Magdeburg fordern und im Falle der H-Lösung auch die Querverbindung zur A14. Ratsherr
MEIHSIES meint, es fehle bisher der Beweis, dass die A 39 tatsächlich
wirtschaftspolitische Effekte für die Region hätte. Gut sei, dass bei der
Aufstellung des Bundesverkehrswegeplanes als Neuerung das Ablaufschema
Umweltrisiko- und FFH-Verträglichkeitsprüfung (FFH stehe für Flora, Fauna und
Habitat) eingeführt worden sei. Dabei müsse erklärt werden, warum die Maßnahme
durch umweltrelevante Bereiche geführt werden solle. Er sei sicher, dass nach einer
Umweltrisikoeinschätzung, die mit Sicherheit für einige Bereiche hoch sein
werde, mögliche Alternativen in Betracht gezogen werden müssten, wie
beispielsweise der Ausbau des vorhandenen Straßennetzes, den seine Fraktion in
jedem Fall befürworte. Beigeordneter
FIRUS appelliert an die Ratsmitglieder, einen gemeinsamen Beschluss zu fassen,
um eine schnellstmögliche Realisierung des Projektes zu sichern. Er schlage
daher vor, beide Anträge als Paket zu beschließen, mit Ausnahme des
Klammersatzes im CDU-Antrag. Ratsherr
WOLTER weist die Vorwürfe des Beigeordneten Meißner gegen die frühere
CDU-Bundesregierung zurück. Ratsherr
REINECKE bedauert den Mangel an Verständnis bei der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
für wirtschaftliche Notwendigkeiten. Es gehe hier darum, nicht abgehängt zu
werden vom Wettbewerb in Europa. Deutschland habe sehr umfassende
Umweltrichtlinien, daher sei er sicher, dass alle Risiken aufgedeckt und eine
schonende Lösung gefunden werde. Ratsfrau LEECK weist auf die
hohe Verschuldung des Bundes hin. Es sei unsinnig, weitere Kredite für neue
Autobahnen aufzunehmen. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen setze sich ebenfalls
für eine Stärkung der Wirtschaft ein, meine aber, dass man dafür eher in die
Bildung investieren sollte, als in Autobahnen. Zur Verbesserung der
Infrastruktur sollten eher die vorhandenen Bundesstraßen ausgebaut bzw.
Umgehungsstraßen erstellt werden. So ließe sich mit geringerem Mitteleinsatz
mehr erreichen. Beigeordneter
ALTHUSMANN schlägt vor, im Änderungsantrag der Gruppe SPD / F.D.P.
den Teil des letzten Satzes hinter “dass” zu streichen und an dieser Stelle die
drei Punkte des CDU-Änderungsantrages ohne den Klammersatz unter Punkt 1.
einzufügen. Beigeordneter
FIRUS erklärt sich damit einverstanden. Ratsherr
DÖRBAUM erklärt zu dem Wortbeitrag des Beigeordneten Dr. Scharf, auch er nehme
die Sorgen der Bürger, insbesondere am Ebensberg, ernst. Ihm seien bisher keine
Pläne bekannt, die Trasse in 50 m Entfernung zu den Wohnhäusern am Ebensberg
verlaufen zu lassen, er werde sich aber in jedem Fall gegen eine solche
Trassenführung aussprechen und für einen möglichst konfliktfreien Korridor
einsetzen. Oberbürgermeister
MÄDGE versichert, es existiere noch keine Trassenführung. Er bittet, allen
Spekulationen dazu entschlossen entgegen zu treten. Sobald es entsprechende
Informationen gebe, würden diese auch an den Rat weitergegeben. Beschluss: Der Rat der Stadt Lüneburg fasst mehrheitlich mit den Stimmen der Gruppe SPD / F.D.P. und der CDU-Fraktion gegen die Stimmen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen folgenden Beschluss: Der Rat der Stadt Lüneburg begrüßt die Aufnahme des Bundesfernstraßenprojektes A39/A14 (Hosenträgerlösung) in den Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplanes. Damit werden die Voraussetzungen für eine notwendige Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in dieser Region geschaffen. Der Rat der Stadt Lüneburg hält es aber für nicht akzeptabel, dass der Bau der A 39 in zwei Bauabschnitten mit unterschiedlichen Prioritätsstufen erfolgen soll. Er fordert deshalb die Bundes- und Landesregierung, die Bundes- und Landtagsabgeordneten aller Parteien der Region sowie die Repräsentanten der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens auf, sich dafür einzusetzen, dass 1.
die
Fortsetzung der Autobahn A 250 als A 39 Richtung Süden komplett in den vordringlichen
Bedarf aufgenommen wird, 2.
ein
zeitgleicher Bau von A 14 und A 39 gewährleistet wird und 3.
die
Querverbindung zwischen A 14 und A 39 zwingend im vordringlichen Bedarf
festgeschrieben wird. (3, 01) |
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