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Auszug - Betreibermodelle für die zukünftige kulturelle Nutzung der Alten Bäckerei (StOV-Gelände), Antrag der Fraktion Bündnis90/ Grüne vom 17.02.2011  

 
 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Hansestadt Lüneburg
TOP: Ö 6.2
Gremium: Rat der Hansestadt Lüneburg Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 03.03.2011    
Zeit: 17:00 - 20:25 Anlass: Sitzung
Raum: Huldigungssaal
Ort: Rathaus
VO/4017/11 Betreibermodelle für die zukünftige kuturelle Nutzung der Alten Bäckerei (StOV-Gelände), Antrag der Fraktion Bündnis90/ Grüne vom 17.02.2011
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag d. Fraktion Bündnis90/Die Grünen
Federführend:01 - Büro der Oberbürgermeisterin Beteiligt:DEZERNAT VI
 
Wortprotokoll
Beschluss

Beratungsinhalt:

 

Beratungsinhalt:

 

Ratsherr VÖLKER erläutert den Antrag seiner Fraktion. Nicht nur die Idee, die Alte Bäckerei als Kulturzentrum einzurichten, sei wichtig, sondern auch, den Bürgern und Kulturschaffenden von Anfang an das Gefühl zu geben, daran beteiligt zu werden. Mit ihnen müsse gemeinsam eine Lösung zwischen Wünschen, Notwendigkeiten und finanzieller Machbarkeit gefunden werden, welche auch die Nachhaltigkeit der Institution in den Folgejahren sicherstelle. Dies solle über ein nichtkommerziell ausgerichtetes, kostengünstiges Betreibermodell mit einer aus professionellen Kräften und ehrenamtlichen Helfern zusammengesetzten Leitung erfolgen, welche die interessierten Gruppen permanent an den Planungen und Entscheidungen beteilige.

 

Ratsfrau RUDOLPH erinnert daran, dass die Verwaltung vor etwa einem Jahr im Kultur- und Partnerschaftsausschuss die Überlegungen zur Nutzung der Alten Bäckerei vorgestellt und seitdem immer wieder zum Sachstand vorgetragen habe, zuletzt im November 2010. Immer wieder sei dabei darauf hingewiesen worden, dass die Stadt versuche, für die Sanierung und den Ausbau Fördermittel einzuwerben und auch die frühzeitige Beteiligung der Interessenten sei zugesichert worden. Sie habe die Bitte, dass auch hier, wie in der Musikschule, ein Raum zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt werden sollte. Zunächst müssten aber die realen Möglichkeiten geprüft werden, um späteren Enttäuschungen bei den künftigen Nutzern vorzubeugen. All das sei bereits im Kultur- und Partnerschaftsausschuss thematisiert worden. Der Antrag sei überflüssig, sollte jedoch in den Kultur- und Partnerschaftsausschuss überwiesen werden.

 

Ratsherr VON MANSBERG sieht in dem Projekt ebenfalls eine substantielle Verbesserungschance für die Kulturszene in Lüneburg. Selbstverständlich müssten bei der Entwicklung die späteren Nutzer einbezogen werden, jedoch nicht bevor die möglichen Rahmenbedingungen geklärt seien, insbesondere die Finanzierung, welche die grundlegende Basis für alle Möglichkeiten sei. Für dieses Projekt werde eine erhebliche Summe benötigt und es sei unabdingbar, vor Beginn die Prioritäten festzulegen. Der von der Verwaltung vorgegebene Weg sei richtig und sollte so weiter verfolgt werden.

 

Beigeordnete SCHELLMANN sieht ebenfalls die Notwendigkeit, schon vorab deutliche Prioritäten zu setzen. Es gebe so viele Gruppen und Institutionen, die Wunschvorstellungen hätten, was alles realisiert werden sollte, es müsse aber vorher festgelegt werden, was finanziell machbar und in jedem Fall notwendig sei. Selbstverständlich müssten danach die künftigen Nutzer in die Planung und Umsetzung einbezogen werden. Das geforderte Betreibermodell jetzt schon umzusetzen, wäre aber verfrüht und würde unnötigen Zeitdruck erzeugen.

 

Ratsherr RIECHEY findet es nicht falsch, sich schon jetzt Gedanken über zukünftige Betreibermodelle für das Projekt zu machen. Seine Fraktion wünsche sich, dass bei diesem Projekt die Kulturförderung und nicht die kommerzielle Verwertbarkeit dieser Kultur im Vordergrund stehe. Es sollte niemand aus Kostengründen von der Nutzung ausgeschlossen werden, weil er möglicherweise keine oder nur eine geringe Miete zahlen könne. Ganz klar nne das Projekt keinen Ersatz für einen Kulturraum direkt in der Innenstadt darstellen. Für den Gebäudekomplex der Musikschule wolle die Initiative „Kultur in der Innenstadt“ in Kürze ein Nutzungskonzept als innerstädtisches Begegnungszentrum für Jugend, Kunst und Kultur vorstellen, das ebenfalls in Erwägung gezogen werden sollte. Es sollte hierfür gemeinsam mit dem Standort Alte Bäckerei ein schlüssiges Gesamtkonzept erarbeitet werden, denn einige kulturelle Aktivitäten, wie z.B. Ausstellungen benötigten unbedingt die Nähe zur Innenstadt, um von der „Laufkundschaft“ profitieren zu können. Die einzelnen Ansprüche könnten dann auf beide Standorte aufgeteilt werden.

 

Oberbürgermeister MÄDGE weist auf seine ausführliche Beantwortung der Anfrage der Linken zum Thema Musikschule in der letzten Ratssitzung hin. Dort habe er bereits vorgetragen, dass die Sanierung und behindertengerechte Herrichtung des Musikschulgebäudes Millionenbeträge erfordern werde. Die Hansestadt Lüneburg werde den Gebäudekomplex daher verkaufen und den Erlös zur Schuldentilgung einsetzen, so habe es der Rat mehrheitlich beschlossen. Ein Jugendtreff und Ausstellungsflächen würden allerdings mit in die Ausschreibung hinein genommen. Auch im Gebäude der Alten Bäckerei sei eine Schadstoff- und energetische Sanierung sowie behindertengerechte Herrichtung erforderlich. Zudem müssten technische Anforderungen wie Lärmschutz, Parkplätze usw. erfüllt werden. Er lehne es ab, schon jetzt vielen Menschen Hoffnungen zu machen, die am Ende auf Grund technischer, logistischer oder finanzieller Probleme möglicherweise nicht erfüllbar sein könnten. Rund 1 Mio. € müsste allein für die Sanierung des Gebäudes ohne Innenausbau und weitere Ausstattung gerechnet werden. Dafür müssten weitere Fördermittel eingeworben werden. Oberbürgermeister MÄDGE stellt die Überlegungen zur Aufteilung und zu den möglichen Nutzungsmöglichkeiten vor: Im Untergeschoss 5 Übungsräume für Musikgruppen für nicht-kommerzielle Nutzung sowie Räume für die Lüneburger Verkehrsfreunde für eine Modelleisenbahnanlage (als Ersatzflächen des Gebäudes Auf der Hude 88). Im Erdgeschoss Übungs- und Auftrittsflächen für Amateur-Theater-Gruppen und Versammlungs- bzw. Veranstaltungsraum für bis zu 200 Personen, sowie Bereich mit multifunktionaler Nutzung im unmittelbaren Bereich der alten Backöfen (u.a. für Ausstellungen) mit einem Teeküchen- bzw. Versorgungsbereich. Im Obergeschoss etwa 5 Räume für Gruppen, die bis jetzt noch im Gebäudekomplex An der Münze/Katzenstraße untergebracht sind, u.a. für die Kinderkunstschule Ikarus sowie Ateliers für Bildende Künstler, denen die Mittel für die Einrichtung eines eigenen Ateliers fehlen. Nach der Begehung mit dem Kultur- und Partnerschaftsausschuss müsse ein Nutzungsgerüst und ein finanzielles Gerüst erstellt werden, um in die Planungen einsteigen zu können. Er schätze, dass für den Innenausbau eine weitere Million € benötigt werde und mit den Baumaßnahmen nicht vor Mitte 2012 begonnen werden könne, da die unterschiedlichen Förderanträge erst gestellt und bewilligt werden müssten. Er bitte darum, jetzt nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen zu wollen, sondern den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Es sei ein weiter und kostspieliger Weg bis zur Vollendung dieses Projekts, der sich aber lohne.

 

Beschluss:

Beschluss:

 

Der Rat der Hansestadt Lüneburg überweist den Antrag einstimmig in den Kultur- und Partnerschaftsausschuss.

 

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