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Auszug - Mitteilungen der Verwaltung im öffentlichen Teil  

 
 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung
TOP: Ö 9
Gremium: Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 20.09.2010    
Zeit: 15:00 - 18:35 Anlass: außerordentliche Sitzung
Raum: Traubensaal
Ort: Rathaus
 
Wortprotokoll
Beschluss

Beratungsinhalt:

 

Beratungsinhalt:

 

Neugestaltung Museumslandschaft / „Krüger-Bau“ an der Wandrahmstraße

 

Oberbürgermeister Mädge führt aus, dass in letzter Zeit Gerüchten Vorschub geleistet wird, dass der so genannte „Krüger-Bau“ abgerissen werden soll. Zahlreiche sog. Experten haben zu dem Meinungsbild geführt, dass sich eine Sanierung dieses Gebäudes als lohnend erweisen würde.

Er verdeutlicht in diesem Zusammenhang, dass zwischen dieser vermeintlichen Sachkunde und der Umsetzung der Maßnahmen ca. 1 Mio. € Kosten liegen. Insofern hält er es für wichtig, dass in der heutigen Sitzung seitens der Verwaltung einmal der konkrete Sachverhalt dargestellt wird, der sich anders darstellt, als dass, was man gerüchteweise in der Stadt hört bzw. in der örtlichen Presse lesen kann.

 

Stadtbaurätin Gundermann zeigt in diesem Zusammenhang anhand eines Luftbildes die Lage des „Krüger-Baus“ und die Nutzung der umliegenden Gebäudeteile des Fürstentummuseums auf.

 

Oberbürgermeister Mädge erinnert daran, dass in den letzten 2 Jahren eine intensive Diskussion über die Nutzung des vorhandenen Gebäudes geführt wurde. Zwei wesentliche Punkte kristallisierten sich dabei heraus. Zum einen befindet sich der Krüger-Bau auch aus energetischer Sicht in einem baulich schlechten Unterhaltungszustand, zum anderen handelt es sich um eine kleinteilige Raumaufteilung, die einer zukünftigen Einbeziehung in eine museale Nutzung widerspricht. Für eine Nutzung für museale Zwecke sind möglichst große Räume, die variabel unterteilt werden können, erforderlich. Die Schätzungen der Sanierungskosten, die sowohl von einem externen Ingenieurbüro als auch durch die eigenen Fachleute des Eigenbetriebes Gebäudewirtschaft vorgenommen wurden, beziffern sich auf ca. 700.000 – 1.000.000 €. Dies ist auch die seitens des Museumsvorstandes vertretene Ansicht.

Man befindet sich weiterhin im Gespräch mit dem mit der Durchführung der Sanierungsarbeiten beauftragten Architektenbüros. Man wird prüfen müssen, ob die für die Sanierung des Krüger-Baus erforderlichen Kosten haushaltsmäßig im städtischen Haushalt für die Jahre 2012 und 2013 verankert werden können. Bewusst sein muss man sich darüber, dass die Förderichtlinien eine Förderung bestehender Baulichkeiten ausschließt. Auch ist der Krügerbau kein Baudenkmal, so dass die Sanierungskosten allein durch Eigenmittel der Stadt erfolgen müsste. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die Fußgängerbrücke über die Ilmenau abgängig sei. Vorgesehen ist ein Neubau weiter in Richtung Norden zu verschieben, um auch dadurch ggf. eine bessere fußläufige Anbindung zum Museumskomplex zu schaffen.

Zusammenfassend führt er aus, dass kein Grund zur Beunruhigung besteht. Ein Vorschlag stellt noch keine Entscheidung dar. Im Rahmen der fortlaufenden Entwicklung des Museumskonzeptes wird weiter zu diskutieren sein. Der Erhalt allein der Schaufassade wäre jedoch unzweckmäßig. Insofern wird gemeinsam mit den politischen Gremien weiter zu diskutieren und letztendlich zu entscheiden sein. Fest steht, dass man für eine Sanierung des Krüger-Baus, um es für museale Zwecke nutzen zu können, ca. 1 Mio. € an Sanierungskosten aufwenden muss. Eine entsprechende Entscheidung wird im Jahre 2012 zu treffen sein.

Kritiker sind ausdrücklich eingeladen, sich das Gebäude anzuschauen und ggf. anhand der Vorgaben und des baulichen Zustandes eigene Kostenberechnungen zu erstellen und vorzulegen. Zu hoffen ist, dass hierdurch eine Versachlichung der Diskussion erreicht wird.

Diskutierte Vorschläge finanzielle Mittel aus dem Audimax hierhin umzuleiten ist haushaltsrechtlich nicht umsetzbar, da sonst davon auszugehen ist, dass seitens der Aufsichtsbehörde gegenüber der Stadt eine entsprechende Kreditrahmenkürzung erfolgen würde.

 

Ratsherr Meihsies dankt der Verwaltung und Oberbürgermeister Mädge für die Ausführungen. Er begrüßt es, dass ausreichend Zeit gegeben ist, um über das Für und Wider einer Abrisses bzw. einer Sanierung öffentlich diskutieren zu können und eine getroffene Entscheidung auch vermitteln zu können.

 

Beigeordneter Dörbaum erinnert an die damalige Ausschreibung bezüglich des Neubaus des Museumsgebäudes. In den Ausschreibungsunterlagen war es den Architekten freigestellt, eine Planung mit oder ohne Krüger-Bau vorzunehmen.

Er schlägt vor, dass das Ergebnis der weitergehenden Gespräche auch mit den Architekten  zu gegebener Zeit im Ausschuss vorgestellt wird.

 

Beigeordnete Schellmann  erinnert daran, dass auch sie sich für das beauftragte Architektenbüro in seinerzeit durchgeführten Wettbewerb entschieden habe. Mit ausschlaggebender Grund war hierbei, dass die Planung des Architekten nicht zwingend den Abriss des Krüger-Baus vorgesehen hatte.

Sie begrüßt es und findet es auch richtig, dass eine öffentliche Diskussion in aller Sachlichkeit darüber geführt werden sollte, ob der Krüger-Bau abgerissen oder saniert werden sollte.

 

Beigeordneter Körner vertraut darauf, dass man auch hier zu einer annehmbaren Lösung kommen wird. Der Ausschuss hat es in den letzten Jahren immer verstanden, nach einer entsprechenden Beratung zu einer vertretbaren Lösung zu gelangen.

 

Ratsherr Bruns merkt an, dass es sich sicherlich um ein markantes Gebäude handelt, welches aber nicht direkt an der Straße steht und insofern auch nur bedingt optisch wahrgenommen werden kann. Er hält die Argumentation von Oberbürgermeister Mädge für nachvollziehbar. Auch er spricht sich dafür aus, im zeitlich vorgegebenen Rahmen in Ruhe eine abschließende Bewertung vorzunehmen. Er weist darauf hin, dass entsprechende Mittel für eine Sanierung derzeit haushaltsrechtlich ohnehin nicht zur Verfügung stehen und dass insofern ausreichend Zeit besteht, um zu einer abschließenden Bewertung zu gelangen.

 

Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor.

 

Oberbürgermeister Mädge erklärt, dass bezüglich einer Entscheidung über die weitere Verwendung bzw. Abriss des Krüger-Baus wie dargelegt, ausreichend Zeit besteht. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass es wichtig ist, dass seitens der Museumsdirektoren auch einmal kritisch über den Erhalt von bisher museal genutzten Räumlichkeiten, die modernen Präsentationen nicht mehr entsprechen, nachgedacht wird.

 

Der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung nimmt die Ausführungen zur Kenntnis.

Beschluss:

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