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Beratungsinhalt: Erster
Stadtrat KOCH
erklärt die Hintergründe zur Beschlussvorlage. Eine Zusammenfassung dieser
Funktionen gebe es auch bereits in anderen Kommunen, z.B. in der Stadt
Hildesheim, die allerdings eine andere personelle Ausstattung in den
nachgeordneten Bereichen habe. Selbstverständlich erhoffe man sich von der
Zusammenfassung der beiden Leitungsstellen auch eine gewisse Ersparnis als
Teilbeitrag zur Erwirtschaftung der gestiegenen finanziellen Anforderungen im
Zusammenhang mit der Neuordnung der Museumslandschaft. Beigeordnete
SCHELLMANN äußert
starke Bedenken gegen die Annahme, dass durch die Neuorganisation Personal
eingespart werden könnte. Obwohl zunächst ablehnend, finde sie das Hildesheimer
Modell nach eingehender Beschäftigung damit, sehr erwägenswert. Oberster Chef
von Archiv und Bibliotheken sei dort ein Archivar, der unter sich je einen
eigenen Experten für das alte Archiv und für den alten Bibliotheksbestand habe,
daneben je eine eigene Leitung für die städtische Leihbibliothek und das neue
Archiv. Die organisatorische Zusammenführung von altem Archivbestand und altem
Buchbestand auch mit eigenem Etat mache angesichts der ähnlich gelagerten wissenschaftlichen
und konservatorischen Aufgaben Sinn. Sie sei sich darüber im Klaren, dass
Lüneburg nicht die finanziellen und damit personellen Möglichkeiten wie in Hildesheim
habe. Es sei aber unabdingbar, dass zukünftig die städtische Leihbibliothek durch
einen diplomierten Bibliothekar, dessen Stelle ausgeschrieben werden müsse,
inhaltlich eigenständig weiterentwickelt werden müsse. So sei es auch in
Hildesheim. Beigeordnete Schellmann verteilt einen Organisationsplan von
Hildesheim (gesamt 40 Mitarbeiter). Oberbürgermeister
MÄDGE erläutert, Archiv
und Bibliothek müssten sich inhaltlich neu aufstellen, um die
Kundenfreundlichkeit zu verbessern und den modernen Ansprüchen gerecht werden
zu können. Dabei müsse man die vorhandenen, begrenzten Ressourcen
berücksichtigen und wo möglich Synergien nutzen. Im Budget Kultur könne leider
nur umgeschichtet, nicht addiert werden. Wenn die Zuschüsse für die Museen
verdoppelt werden sollen, müsse der Betrag an anderer Stelle erwirtschaftet
werden. Dazu müsse man den Schritt wagen, neue Wege zu gehen, auch auf die
Gefahr hin, damit möglicherweise zu scheitern. Wichtig sei jetzt zunächst eine
qualitativ hochwertige Besetzung der Leitungsfunktion des Stadtarchivs, die
später in enger Zusammenarbeit mit der stellvertretenden Leitung der
Ratsbücherei auch hierfür die Leitungsfunktion übernehmen könne. Er sehe darin
keineswegs den Untergang des Büchereiwesens in Lüneburg, zumal weiterhin enorme
Beträge in die Sanierung der Ratsbücherei und der Zweigstelle Kaltenmoor
fließen würden. Er sehe darin eher einen Schritt nach vorn auf dem Wege der Neuausrichtung
der Bücherei nach modernen Anforderungen und bittet, diesen Schritt zu unterstützen.
Er beantwortet Detailfragen der Ausschussmitglieder zur Personalausstattung von
Archiv und Bücherei. Beigeordneter
LÖB fragt nach dem
personellen Unterbau der Bibliothek und ob dieser nach der Verringerung der
Leitungsfunktion in der Lage sein werde, den Anforderungen an eine Bücherei
weiterhin gerecht zu werden. Die Bibliothek werde von einer größeren Zahl von
Bürgerinnen und Bürgern genutzt als das Stadtarchiv und dürfe daher auch in der
personellen Ausstattung gegenüber diesem nicht ins Hintertreffen geraten. Oberbürgermeister
MÄDGE entgegnet,
die Besetzung der Leitung des Archivs könne nicht mehr länger aufgeschoben
werden. Die Leitungsstelle der Bücherei werde jedoch erst Mitte nächsten Jahres
vakant. Man werde daher gemeinsam mit der neuen Archivleitung, die in den
Bewerbergesprächen auch hinsichtlich ihrer Qualifikation für die Leitung der
Bücherei mit ausgewählt werde, und der derzeitigen Leitung der Ratsbücherei,
Herrn Müller und Frau Scheel-Bockelmann, besprechen, wie man sich bezüglich der
Struktur der Bücherei am besten aufstellen könne. Auch er sehe den Schwerpunkt
in der Stadtbücherei. Frau
Dr. REINHARDT weist
die angebliche Kopflastigkeit des Stadtarchivs zurück, das lediglich mit 4,5
Stellen einschließlich der Leitungsstelle ausgestattet sei. Herr
Dr. HACKBARDT vom
Freundeskreis der Ratsbücherei spricht mehrere Punkte an, die ihm bei der
Zusammenlegung der Leitungsstellen Sorge bereiten. So wie die Stelle in der Ausschreibung
beschrieben werde, bestehe nach der Besetzung für die nächsten 20 Jahre keine
Möglichkeit mehr, die Situation wieder zu ändern. Eine solche Möglichkeit
sollte jedoch zumindest offen gehalten werden. Zudem befürchte er, dass der
historische Altbestand der Ratsbücherei aus rationellen Gründen in das Archiv
überführt werden könnte. Hier würden zwei Bildungsinstitutionen zusammengelegt
und der Schwerpunkt werde seiner Meinung nach beim Archiv liegen, weil dafür
jetzt ein Historiker eingestellt werden solle, dessen Funktion später lediglich
um die Aufgabe der Leitung der Ratsbücherei erweitert werde, ein Gebiet, auf
dem ihm womöglich das fachliche Wissen fehle. Als Bildungseinrichtung halte er
jedoch die Bibliothek für wichtiger. Er habe Bedenken, ob eine Konstruktion
gelingen könne, bei welcher der oder die Stellvertreter/in quasi allein für die
fachlichen Aufgaben zuständig sei. Dafür müssten zumindest die Kompetenzen der
beiden Bereiche ganz klar gegeneinander abgegrenzt werden. Oberbürgermeister
MÄDGE erwidert,
wenn ein Leiter sich nicht auf die fachliche Kompetenz seiner Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter verlassen könne und diese einbeziehe, werde er scheitern. Das
sei in allen Bereichen so und werde hier nicht anders sein. Er sehe die
Angelegenheit positiv und werde den Mitarbeitern nicht unterstellen, der neuen
Leitung nicht entsprechend ihrer Kompetenzen zuzuarbeiten und sie zu beraten. Sollte
sich herausstellen, dass die Ausleihzahlen zurückgehen, müsse gegengesteuert
werden, aber zunächst bitte er, der neuen Konstellation eine Chance zu geben.
Es stehe weiterhin das Inhaltliche im Mittelpunkt, man müsse jetzt aber neue
Wege beschreiten, um parallel auch das Ziel der Neuordnung der Museumslandschaft
finanzieren zu können. Ratsherr
VON MANSBERG fasst
die Zusammenhänge nochmals kurz zusammen und weist darauf hin, dass in der
Zielvereinbarung die Stellenanzahl für die Ratsbücherei festgeschrieben worden
sei. Es seien also keine Stellenkürzungen zu befürchten. Die Öffnungszeiten und
Betreuung der Leser könnten damit weiter aufrecht erhalten werden und für die
Erhaltung der historischen Substanz sei unter der Leitung eines Historikers
ebenfalls gut gesorgt. Beigeordnete
SCHELLMANN meint, die
enge Zusammenarbeit von Archiv und Ratsbücherei könne durchaus funktionieren.
Zu unterscheiden seien aber zwei im Grunde getrennte Aufgabengebiete: Erstens
die eigentliche städtische Leihbibliothek mit täglichem Publikumsverkehr, in
dessen Gestaltung die Ratsbibliothek weitgehend autonom bleiben müsse und
zweitens die Bearbeitung des alten Buchbestandes, dessen Behandlung in vieler
Hinsicht Parallelen mit dem alten Archivbestand hab und für den üblichen
Publikumsverkehr ja auch gar nicht zugänglich sein solle. Es gebe in anderen
Städten durchaus Beispiele für eine gelungene Kombination der Leitungsstellen
von Archiv und Bibliothek, insofern habe sie die Hoffnung, dass das auch in Lüneburg
erfolgreich bewältigt werden könne. Frau
Dr. REINHARDT
berichtet auf Nachfrage von Ratsherrn VON MANSBERG, dass mit dem Umzug
des Stadtarchivs in die neuen Räumlichkeiten bereits begonnen worden sei und er
bis Ende April abgeschlossen werden solle. Oberbürgermeister
MÄDGE ergänzt, der
offizielle Eröffnungstermin werde voraussichtlich noch vor den Sommerferien
festgelegt. Beschluss: Der
Kultur- und Partnerschaftsausschuss empfiehlt dem Verwaltungsausschuss
einstimmig bei Stimmenthaltung der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, folgenden
Beschluss zu fassen: Der
Ausschreibung der Stelle zum 01.10.2009 mit dem in der Anlage zur
Beschlussvorlage beigefügten Ausschreibungstext wird zugestimmt. |
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