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Auszug - Vorstellung von Kunstprojekten der Universität durch Herrn Vizepräsidenten Holm Keller   

 
 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Kultur- und Partnerschaftsausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Kultur und Partnerschaften Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 08.04.2009    
Zeit: 15:30 - 18:00 Anlass: Sitzung
Raum: Huldigungssaal
Ort: Rathaus
 
Wortprotokoll
Beschluss

Beratungsinhalt:

 

Beratungsinhalt:

 

Oberbürgermeister MÄDGE stellt einleitend dar, dass in diesem Jahr für die Einführungswoche der Universität ein ganz besonderes Kunstprojekt geplant werde, das die Verwaltung gern unterstützen wolle, da es innovativ und kreativ sei und Universität und Stadt in einem vorbildlichen Maße miteinander verbinde. 

 

Vizepräsident KELLER dankt dem Ausschuss für die Möglichkeit, das Thema der diesjährigen Startwoche der Leuphana Universität hier vorstellen zu dürfen. Im Rahmen der Begrüßung der Erstsemester-Studierenden vom 05. bis 09. Oktober 2009 sei ein künstlerisches Großprojekt geplant, das Universität, Stadt und Kunstwelt zusammenführen und die Aufmerksamkeit der internationalen Kunstszene auf die Hansestadt Lüneburg ziehen werde. Etwa 40 international bekannte Streetart-Künstler seien eingeladen, ihre Werke an verschiedenen Orten in der Stadt zu zeigen. Sie würden Flächen im mittelalterlichen Stadtzentrum sowie auf dem Universitätscampus und im Roten Feld gestalten. Dokumentiert werde die Kunstaktion von 1.200 Studienanfängern, die sich im Rahmen der Startwoche mit dem Thema Kunst auseinandersetzen und die Aufgabe hätten, die Künstler in Kleingruppen bei ihrer Arbeit zu begleiten und jeweils einen einminütigen Kurzfilm zu drehen, welcher anschließend im Rahmen einer internetbasierten Medienplattform eingebunden und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde. Durch die Verbindung von Startwoche und Streetart-Projekt entstünden auf diese Weise nicht nur einzigartige Kunstwerke, sondern auch originelle Kurzfilme, die Lüneburg aus einer ganz neuen Perspektive zeigen. Der außergewöhnliche Dialog von Künstlern, Studierenden und Lüneburger Bevölkerung werde voraussichtlich von mehreren öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern in Form einer Dokumentation begleitet. Das Projekt erreiche damit eine weit über die Stadtgrenzen hinaus reichende Strahlkraft und die Hansestadt Lüneburg könne sich so durch die in ihrer Dimension und Konzentration einmalige Streetart-Aktion als besonders innovativer Kunststandort präsentieren.

Streetart habe ihre Wurzeln zwar in der Graffiti-Bewegung, heute sei der ursprüngliche Charakter der Subkultur jedoch nur noch teilweise erhalten. Die Bandbreite der verschiedenen Ausprägungen reiche von Plakat- über Graffiti- bis hin zur Installationskunst. Ein beachtlicher Teil der Streetartists komme nicht aus der Graffiti-Bewegung, sondern aus der bildenden Kunst, einige seien mit ihren Arbeiten bereits in renommierten Museen vertreten und erzielten auf Kunstauktionen hohe Preise. Die Streetart grenze sich in ihren Intentionen von der Graffiti-Subkultur dahingehend ab, dass statt Provokation das Verschönern, Prägen, Beleben des Stadtbildes in den Fokus gerückt werde. Die Werke könnten je nach Wunsch des jeweiligen Haus- oder Grundstückseigentümers permanent angebracht oder wieder entfernt werden. In die Suche nach geeigneten Orten in der Stadt sei auch die Verwaltung einbezogen worden. Mit den Eigentümern der in die engere Wahl gezogenen Objekte sei bereits gesprochen worden und es habe bisher nur positive Rückmeldungen gegeben. 20 % der Objekte befänden sich in privatem Eigentum, 20% seien in städtischem Besitz und der Rest gehöre Unternehmen und Institutionen. Die finanzielle Unterstützung für das Projekt sei über die Film-Akademie Baden-Württemberg und verschiedene Stiftungen gesichert.

 

Vizepräsident KELLER beantwortet im Anschluss Fragen der Ausschussmitglieder, u.a. teilt er mit, dass Baudenkmale nur für wieder ablösbare Plakataktionen vorgesehen würden. Permanente Bemalungen werde es nur auf Brandwänden geben, wenn dies vom Eigentümer gewünscht sei. Zwischen den Künstlern und den Eigentümern würden entsprechende Verträge abgeschlossen. Eine öffentliche Informationsveranstaltung sei zwar geplant, wann, wo und in welcher Größenordnung sie stattfinden werde, stehe jedoch noch nicht fest.

 

Der Kultur- und Partnerschaftsausschuss nimmt Kenntnis

 

Der Kultur- und Partnerschaftsausschuss bedankt sich für die ausführliche Information, nimmt Kenntnis und wünscht dem Projekt viel Erfolg.