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Auszug - Ausbau der Kaufhausstraße  

 
 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung
TOP: Ö 3
Gremium: Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Di, 07.10.2008    
Zeit: 15:00 - 18:15 Anlass: Sitzung
Raum: Magistratszimmer (Raum 30)
Ort: Rathaus
VO/2998/08 Ausbau der Kaufhausstraße
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:Maja Bock
Federführend:06 - Bauverwaltung Bearbeiter/-in: Ryll, Gudrun
 
Wortprotokoll
Beschluss

Beratungsinhalt:

 

Beratungsinhalt:

 

Die Probepflasterflächen in der Kaufhausstraße werden von den Ausschussmitgliedern vor Ort in Augenschein genommen.

 

Stadtbaurätin Gundermann schlägt zur Vorgehensweise vor, dass die Ausschussmitglieder sich einen Überblick über die vorgelegten Musterflächen verschaffen und ggf. Fragen hierzu stellen.

Ergänzende Fragen können dann ebenso wie die Abstimmung im Sitzungssaal vorgenommen werden.

 

Die Ausschussmitglieder stimmen dieser Vorgehensweise zu.

 

Fachbereichsleiter Dr. Rehbein zeigt die unterschiedlichen Musterflächen auf und gibt Erläuterungen zum verlegten Material.

 

Musterfläche 1

Bei dieser Pflasterfläche handelt es sich um portugiesisches Material, dass sehr maßhaltig ist und dadurch im Grunde einwandfrei verlegt werden könnte. Allerdings ist es von den verlegten Mustern die teuerste Variante.

 

Stadtbaurätin Gundermann weist darauf hin, dass das Material einen sehr sterilen und einförmigen Eindruck vermittelt. Die Oberfläche erweckt den Eindruck, als wenn es sich um rutschiges Material handelt. Dass ist dadurch bedingt, weil der Stein allseitig maschinell gesägt sei. Da die Fugenbreite unterschiedlich ausgefüllt wurde, ergibt sich kein schönes Fugenbild.  Da es sich aber um Naturmaterial handelt, kommt es den gestellten Anforderungen dennoch sehr nahe, obwohl es flächig gesehen eine gewisse sterile Wirkung aufweist.

 

Musterfläche 2

Das Pflastermaterial dieser Fläche besteht aus Betonstein, obwohl es mit den gebrochenen Kanten wie ein Naturstein wirkt. Der Betonstein ist gegenüber dem Naturstein kostengünstiger.

 

Stadtbaurätin Gundermann ergänzt, dass es erstaunlich ist, was man mit Betonstein alles machen kann. Der Stein vermittelt einen ganz ebenen Eindruck, so dass er verlegt wirkt wie Boulevardplatten. Das Material wird in einem Farbton verlegt. Aus der Erfahrung heraus lässt sich aber schon jetzt sagen, dass bei notwendig werdenden Auswechselungsarbeiten es sehr schwierig sein wird, für das Ersatzmaterial den passenden Farbton zu treffen.

Ingesamt gesehen sieht das verlegte Material gut aus.

 

Hochborde

Aufgezeigt werden die in den Musterflächen verbauten Betonhochborde im Vergleich zu den Hochborden aus Naturstein. Mit einer gefasten Kante sind diese Steine verlegbar. Das Material stammt aus China, könnte jedoch in vergleichbarer Form auch aus Portugal bezogen werden.

 

 

Musterfläche 3

Hierbei handelt es sich um chinesisches Material einmal in einer rötlichen Form, Handelsname Boval, und zum anderen in einer dunkleren Farbe, Handelsname Negra. Die Oberfläche ist gesägt, die Kanten sind gebrochen.

 

Ratsherrn Meihsies interessiert, ob das Material fertig bearbeitet angeliefert wird.

 

Fachbereichsleiter Dr. Rehbein erklärt, dass das Material fertig bearbeitet angeliefert werde. Für den Fall, dass Material bestellt wird, wird auf jeden Fall eine Expertise abgefordert, dass Kinderarbeit dabei ausgeschlossen wird. Das angesprochene Material stammt aus China, Kinderarbeit ist aber eher in Indien zu vermuten.

 

Musterfläche 4

 

Die Musterfläche mit gebrauchtem schwedischen Naturpflaster wird aufgezeigt. Das Material lässt sich großflächig eben verlegen. Preislich ist es günstiger als das chinesische Material, das portugiesische Pflaster ist hierbei am teuersten.

 

Beigeordnete Schellmann empfindet, dass im Vergleich zu dem verlegten Pflaster „Am Fischmarkt“ dieses Material am wenigsten auffallen würde.

 

Ratsherr Schuler weist darauf hin, dass neben dem Kriterium Haltbarkeit auch die Geräuschentwicklung beachtet werden sollte.

 

Stadtbaurätin Gundermann  erklärt, dass man bei der Auswahl des Materials sich fragen sollte, was man als Maßstab zugrunde legt. Es stellt sich die Frage, ob eher gestalterische Aspekte oder eben auch andere, wie die Geräuschentwicklung im Vordergrund stehen sollen oder ob es angezeigt ist, einen Kompromiss zu finden. Für Naturstein spricht, dass es einen eigenen Charakter und auch Charme hat.

 

Fachbereichsleiter Dr. Rehbein ergänzt, dass das Natursteinmaterial haltbarer als Betonsteinpflaster und auch wieder verwendbar sei. Das Natursteinmaterial ist dauerhafter aber auch teurer.

 

Fußwegebereiche

 

Stadtbaurätin Gundermann  führt aus, dass von den 3 Musterflächen die linke Fläche einen zu hohen Grauanteil habe, während die rechte Fläche zu glänzend sei.

 

Herrn Burgdorff – ALA – interessiert, ob die vorgeschlagenen Straßenpflasterungen auch für Busverkehre ausgelegt seien.

 

Fachbereichsleiter Dr. Rehbein erklärt, dass dies kein Problem darstellt. Der Unterbau und der Belag selbst sind standardisiert bis Bauklasse III.

 

Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor.

 

Im Anschluss wird die Sitzung im Magistratszimmer, Rathaus, fortgeführt.

 

Beigeordneter Körner begrüßt zur weitergehenden Beratung Herrn Novotny vom beauftragten Planungsbüro Odermann & Krause.

 

Stadtbaurätin Gundermann  führt einleitend aus, dass seitens Herrn Novotny die Straßenausbaupläne vorgestellt werden sollen. Dargestellt wird die vorhandene Parksituation im Vergleich zu dem, wie sie vor einem Jahr war und wie sie werden soll. Eingegangen wird auch auf die zukünftige Verkehrsführung. Die Kosten für die vorgesehene Pflasterung werden in ihren Alternativen gegenübergestellt.

 

Herr Novotny – Büro Odermann & Krause stellt in einer Power-Point-Präsentation in einer Ist-Analyse die Parkraumsituation während und nach der Feuerwehrnutzung vor. Im nördlichen Bereich der Straße sind nach wie vor 5 Stellplätze ausgewiesen. Die nach Beendigung der Feuerwehrnutzung des Gebäudes vorübergehend vor den Garagentoren eingerichteten 14 Stellplätze wurden zwischenzeitlich auf 5 Stellplätze reduziert. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass mit dem Umbau zum Hotel im Garagenbereich eine Ladenzeile eingebaut wird und hierzu die vor den jetzigen Garagentoren liegenden Flächen in die Nutzung der Ladenzeilen einbezogen werden sollen, so dass eine glatte Fassade entstehen wird.

 

Aufgezeigt wird der Bereich, in dem der Investor plant, ein Parkdeck zu bauen. Die derzeitige Planung sieht vor, dass das Parkdeck über 2 Rampen erschlossen wird. Die zum alten Kaufhaus hin gelegene Rampe wird in das Tiefparterre führen, während die nördlich gelegenen Rampe zum Oberdeck führen wird. Das Parkdeck soll 2-geschossig ausgebildet werden. Die Kurvenbereiche der Kaufhausstraße mit den Einmündungsbereichen werden so ausgebildet, dass sowohl 3-achsige Müllfahrzeuge als auch Reisebusse die Straße befahren können.

 

Variante I

In einer Variante I wird die Anordnung von in der Summe 15 Stellplätzen vorgesehen. Eine Busfahrt zum Hoteleingang wird ebenfalls möglich sein. Die Breiten der beidseitigen Fußwege, des Parkstreifens sowie der Fahrbahn werden dargestellt.

 

Variante II

Bei der vorgestellten Ausbauplanung der Variante II wäre die Anordnung von 17 Kfz-Stellplätzen möglich. Auch bei dieser Variante wäre die Anfahrt zum Hotel durch Busse und Müllfahrzeuge gesichert.

 

Variante III

Auch bei dieser vorgestellten Variante wäre die Ausweisung von 17 Kfz-Stellplätzen möglich.

 

Variante IV

Bei dieser Variante wäre die Ausweisung von 13 Stellplätzen möglich. Die Parkbereiche könnten hierbei durchgängig auf der Westseite angeordnet werden. Vor dem Hotel könnte eine Ladezone angeordnet werden.

 

Stadtbaurätin Gundermann erklärt, dass die Variante IV als die geeignetste erscheint. Einerseits ist eine klare Regelung der Verkehre möglich, andererseits weist die Gestaltung auch eine gewisse Großzügigkeit auf. Auch kann bei dieser Variante ein Bus vor dem Hoteleingang halten.

Die anderen Varianten wurden vorrangig deshalb aufgezeigt, um zu zeigen, dass sich die Verwaltung sehr viele Gedanken gemacht habe, die anderen Varianten aber alle ihre speziellen Schwächen haben. Die Verwaltung präferiert eindeutig die Variante IV.

 

Ratsherr Schuler  hält auch die Variante IV für die geeignetste, zumal auch bei dieser Variante mehr Stellplätze als derzeit zur Verfügung stehen werden.

 

Herrn Burgdorff – ALA –  weist darauf hin, dass auf dem Hausgrundstück Kaufhausstraße 26 ein Stellplatz angelegt ist. Ihn interessiert, ob dieser auch zukünftig nutzbar bleibt, obwohl auf der anderen Straßenseite ein Parkstreifen angelegt wird.

 

Herr Novotny – Büro Odermann & Krause  erklärt, dass der Stellplatz auch weiterhin uneingeschränkt nutzbar bleiben wird.

 

Beigeordnete Schellmann  begrüßt es, dass die Stellplätze durchgehend auf der einen Seite angelegt werden, zumal man dadurch in die vorhandnen Zufahrten zu den anderen Grundstücken besser einfahren kann.

 

Ratsherrn Meihsies interessiert, wie viel Stellplätze durch den Umbau zu einem Hotel nachzuweisen sein werden.

 

Stadtbaurätin Gundermann weist darauf hin, dass sich der nachzuweisende Stellplatzbedarf danach richtet, was die Stellplatzverordnung hierzu fordert. In dieser Verordnung ist geregelt, nach welchen Anwendungsschlüsseln welche Anzahl von Stellplätzen nachzuweisen ist. Die Anzahl der nachzuweisenden Stellplätze wird im Baugenehmigungsverfahren geregelt. Es ist aber davon auszugehen, dass alle nachzuweisenden Stellplätze in der vorgesehnen Parkpalette vollständig nachgewiesen werden können.

Nach Prüfung der Bauantragsunterlagen ist vorgesehen, das Bauvorhaben noch einmal im Ausschuss vorzustellen.

 

Ratsherr Meihsies bittet darauf zu achten, dass eine ansprechende Verkleidung des Parkdecks vorgenommen wird, so dass das Gesamtbild gewahrt bleibt.

 

Stadtbaurätin Gundermann hält es für denkbar, dass man vorrangig nicht eine Verschönerung anstrebt, sondern sein Hauptaugenmerk darauf richtet, so schlicht und so zurückhaltend wie möglich die Gestaltung der Fassade des Parkdecks vorzunehmen. Konkrete Aussagen hierzu können jedoch erst getroffen werden, wenn entsprechende Bauantragsunterlagen vorliegen.

 

Beigeordnete Schellmann  geht davon aus, dass der Bau des Parkdecks sich nicht viel aufdringlicher darstellen wird, als gegenüber der derzeitigen Situation.

 

Beigeordneter Körner überzeugt die Variante IV am meisten. Auch er hält eine zurückhaltende Fassadengestaltung des Parkdecks für angebracht.

 

Oberbürgermeister Mädge  erklärt, dass die fußläufigen Verbindungen zwischen dem Hotel Bergström und dem neuen Hotel im Alten Kaufhaus so gestaltet werden müssen, das gehbehinderte Personen und Rollstuhlfahrer die Wegeverbindung ohne Probleme nutzen können.

Entsprechend würde die Lüner Straße als Durchgangsstraße auch mit Betonpflaster neu verlegt werden, währenddessen die Querstraße dazu das angesprochene gebrauchte schwedische Natursteinpflaster erhalten würde.

Er hält deshalb die Verbindung der angesprochenen praktischen Momente in Verbindung mit den gestalterischen Anforderungen für einen gangbaren Weg.

Der Granitstein ist, abgesehen von den höheren Kosten, nicht geeignet, weil er durch die höheren Abrollgeräusche der Parksuchverkehre die Anlieger zu sehr beeinträchtigen würde. Aus verschiedenerlei Gründen werden sich diese Verkehre auch nicht unterbinden lassen.

Gleiche Regelung für die Wahl des Betonsteinpflasters würde auch für den Bogen Am Werden gelten, wenn er denn einmal neu gemacht werden sollte.

 

Stadtbaurätin Gundermann führt aus, welche Art Pflaster zu den Hauswänden hin Verwendung finden sollen. Die Hochborde werden in Naturstein gesetzt.

Auf diese aufgezeigten Straßenquerschnitte würden sich dann die Ausbaukosten der einzelnen Straßenzüge ergeben.

 

Fachbereichsleiter Dr. Rehbein erläutert, dass der Straßenunterbau bei beiden vorgesehenen Varianten gleich ist. Die ermittelten Kosten beziehen sich jeweils auf die Kosten pro m² Verlegung.

 

Herr Novotny – Büro Odermann & Krause  führt aus, dass die Hochborde mit 8 – 10 cm relativ flach gehalten werden. Ein wenig Ansicht müssen die Hochborde jedoch haben.

Im Bereich der Gebäudevorsprünge auf der Ostseite ist die Verlegung von Katzenkopfpflaster vorgesehen. Diese Bereiche werden außerhalb der fußläufigen Bereiche liegen.

 

Ratsherr Meihsies plädiert dafür, dass in diesem Bereich das typische Lüneburger Kopfsteinpflaster verlegt wird, weil es sich harmonisch zum Bereich Am Fischmarkt einfügen würde, wo dieses Pflaster ebenfalls verlegt ist.

 

Stadtbaurätin Gundermann gibt wieder, welche vorherrschende Meinung sie im Ausschuss und in vielen Einzelgesprächen vorher wahrgenommen hat.

Betonpflaster stellt in den Straßen, in denen Verkehre abgewickelt werden müssen die über dem normalen Anliegerverkehr hinausgehen, eine angemessene Lösung dar. Passend dazu sollte der Klinker in Ergänzung gewählt werden, wie er in der Straße Am Fischmarkt gegenüber dem Hotel Bergström bereits verlegt wurde. In den Wohnstraßen sollte der gebrauchte schwedische Naturstein verlegt werden.

 

Oberbürgermeister Mädge ergänzt, dass in Straßen mit Verkehren die über das Maß von Anliegerverkehren hinausgehen, auch aus Lärmschutzgründen das angesprochene Pflaster verlegt werden sollte.

 

Fachbereichsleiter Dr. Rehbein erläutert, dass die Kosten für den jeweiligen Unterbau und die Tragschichten identisch sind.

 

Die Kostensituation stellt sich wie folgt dar:

 

Materialart

Verlegung

Kosten/m²

Kosten für Straße Kaufhaus/

Brutto einschl. Planungskosten

gebraucht, schwedisch, Granit

100,00 €/m²

420.000 €

Neu, chinesisch, Negra, Boval

133,50 €/m²

462.000 €

Neu, deutsch, Betonstein

(gerempelt)

60,00 €/m²

344.000 €

+   22.000 €

für Mehrkosten Natursteinbord gegenüber Betonbord.

Portugiesisch, Güman grau, allseitig gesägt

205,00 €/m²

556.000 €

 

Der Unterschied zwischen Betonsteinpflaster mit Natursteinbord und dem portugiesischen Pflaster beträgt bezogen auf die Kaufhausstraße rund 200.000 €/brutto.

 

Beigeordneter Körner hält das Betonsteinpflaster für geeignet und insgesamt für ruhiger in der Ansicht. Beim Natursteinpflaster ist oftmals das Fugenbild zu breit und im Gebrauch sind die Fugen durch die Reinigungen oftmals zu tief ausgewaschen.

 

Herrn Burgdorff – ALA –  mag der Argumentation von Beigeordneten Körner so nicht folgen. Die Fugenbreite hängt vorrangig davon ab, wie gut das Pflaster verlegt wurde. Dass die Fugen oftmals zu tief bei Reinigungen ausgekratzt werden ist ein Mangel, den man durch geeignete Maßnahmen auch einschränken könnte. Insofern sind das nach seiner Ansicht keine Argumente, Natursteinpflaster nicht zu wählen. Für Betonsteinpflaster könnte er sich nur aus dem Kostenaspekt heraus entscheiden. Inwieweit dies auch in der Schleife Am Werder verlegt werden sollte, sollte nach seiner Ansicht noch einmal überdacht werden. Hier sollte zumindest noch einmal überlegt werden, inwieweit man die Verkehre dort einschränken kann. Das gebrauchte schwedische Natursteinpflaster würde er für den Straßenzug Am Werder für besser halten.

 

Fachbereichsleiter Dr. Rehbein weist darauf hin, dass bei den in Augenschein genommenen Musterflächen bei der Verlegung natürlich darauf geachtet wurde, passend gut sortierte Steine zu verlegen. Deshalb muss insbesondere bei dem gebrauchten schwedischen Material davon ausgegangen werden, dass, bezogen auf den ganzen Straßenzug, sich die Fläche nicht ganz so glattflächig verlegen lässt.

 

Ratsherr Meihsies sieht das auszuwählende Pflaster in Bezug auf die gegebene Situation des Straßenzuges Am Fischmarkt. Er selbst empfindet den vorgesehenen braunen Betonstein als keinen guten Kompromiss.

 

Fachbereichsleiter Dr. Rehbein zeigt auf, dass ein Materialbruch nicht zu verhindern sei. Die Ilmenau-Brücke hat einen Asphaltbelag und Betonkappen. Daran wird man nichts verändern können.

Sorgsam wird darauf zu achten sein, welches Material man im Kreuzungsbereich verwenden will, um nicht einen zu großen Materialmix zu haben.

 

Beigeordnete Schellmann  interessiert, ob auch das zu querende Stück Straße einen anderen Belag erhalten wird.

 

Oberbürgermeister Mädge führt aus, dass das Betonsteinpflaster im Zuge der Umgestaltung der Kaufhausstraße bis zum Übergang des Pflasterbelages der Straße Am Fischmarkt über den Kreuzungsbereich hinaus verlegt wird.

In diesem Zusammenhang wird man auch die Kante im Einmündungsbereich für Kinderwagen nutzbar gestaltet.

Verdeutlicht wird, dass der Brückenübergang der Materialbruch sein wird. Alle daran anschließenden Straßen mit Fahrverkehren sollen so ausgestaltet werden wie vorgestellt.

 

Beigeordnete Schellmann  möchte ergänzend wissen, ob es unbedingt nötig ist, den Ausbau bis zum Übergang des Straßenzuges Am Fischmarkt fortzuführen und nicht im Einmündungsbereich Kaufhausstraße/Lüner Straße enden zu lassen. Allein von der Optik her würde sie dies für eine bessere Lösung halten.

 

Oberbürgermeister Mädge verdeutlicht, dass durch den Bruch am Übergang zum Brückenbauwerk dem Autofahrer signalisiert wird, hier langsamer zu fahren.

 

Herr Novotny – Büro Odermann & Krause ergänzt, dass es verkehrstechnisch fatal wäre, das Pflaster nicht über den Kreuzungsbereich hinweg zu ziehen. Es würde dadurch für die Vorfahrtsregelung der Eindruck entstehen, dass es sich um eine übergeordnete Straße handeln würde. Von der Verkehrssicherheit wäre es deshalb konsequent, die Pflasterung über den Kreuzungsbereich hinüber zu ziehen.

 

Ratsherr Bruns  merkt an, dass sich das schwedische Natursteinmaterial am besten optisch dem Betonstein anpasst. Er hält die präferierte Materialwahl für gut. Für den Fußgängerbereich einen etwas dunkleren Klinker zu nehmen ist für ihn nicht das Problem.

 

Fachbereichsleiter Dr. Rehbein erklärt, dass der Kostenschätzung 1.640 m² Fläche zugrunde liegen. Diese Fläche beinhaltet noch nicht den Kreuzungsbereich und das Stück bis zum Übergang des Brückenbelages. Die Ausbaugrenze ist bis zum Einmündungsbereich gerechnet. Mit Einbeziehung der Flächen wird man sich aber auch noch in dem für den Haushalt angemeldeten Kostenrahmen bewegen.

 

Bürgermeister Kolle möchte wissen, ob es langfristig gesehen vorgesehen sei, die Straßen im Wasserviertel entsprechend den vorgestellten Ausbauvarianten umzugestalten und insofern heute eine Grundsatzentscheidung getroffen werden soll oder ob die bisherige Vielfalt in den Belägen erhalten bleiben soll.

 

Stadtbaurätin Gundermann führt aus, dass die Umgestaltung weiterer Straßenzüge im Sanierungsgebiet stark abhängig davon ist, in welchen Jahresscheiben die Fördermittel zugeteilt werden. Zu berücksichtigen ist dabei aber auch, dass nur ein Teil der Förderungsmittel für den Ausbau von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen verwendet wird. Ein weiterer Teil der Fördermittel steht für private Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung. Die Kaufhausstraße stellt hierbei nur einen ersten Schritt dar. Ein Umbau ist auch für die Straßenzüge Salzstraße am Wasser und Am Werder vorgesehen. Weitere Maßnahmen werden davon abhängig sein, in welchem Umfang Fördermittel fließen. Vorteil für die Anlieger ist, dass für sie keine Beiträge nach der Straßenausbaubeitragssatzung erhoben werden. Stattdessen wird am Ende des Sanierungszeitraumes geprüft, inwieweit durch eine Wertsteigerung Ausgleichsbeiträge zu zahlen sein werden.

 

Beigeordnete Schellmann  interessiert, ob auch in den Straßen im Wasserviertel, in dem jetzt Kopfsteinpflaster liegt, dieses aufgenommen und stattdessen das beschriebene Pflaster verlegt werden soll.

 

Oberbürgermeister Mädge verdeutlicht, dass man in den Seitenstraßen zwischen Lüner Straße und Rosenstraße ggf. die Kanäle und Leitungen zu erneuern haben wird. Ansonsten soll dort das vorhandene Pflaster nur aufgenommen und neu verlegt werden, damit die für einen ordnungsgemäßen Straßenaufbau erforderliche Spannung wieder aufgebaut werden kann.

Zu diskutieren wird sein, wie die Lüner Straße, die im Augenblick aufgrund durchgeführter Maßnahmen noch nicht für eine Erneuerung ansteht, zu sanieren sein wird.

Grundsätzlich sollen aber private Investoren vorrangig im Gebiet gefördert werden. Straßenneupflasterungen haben dahinter zurückzustehen.

Aus heutiger Sicht ist geplant, die Straßenzüge Kaufhausstraße, Lüner Straße und Am Werder in Betonsteinpflaster zu verlegen. Alle anderen Straßen im Sanierungsgebiet würden sich dann, wenn sie zur Sanierung anstehen, in Naturstein gepflastert werden. Hier würde ebenso wie bei den asphaltierten Flächen das gebrauchte schwedische Natursteinpflaster eingebaut werden. Bei Straßenzügen, in denen Natursteinpflaster verlegt ist, würde bei einer Sanierung das vorhandene Pflaster aufgenommen und mit der erforderlichen Spannung neu verlegt werden. Es ist nicht vorgesehen, vorhandenes Natursteinpflaster zu entsorgen und durch anderes Material zu ersetzen.

Wissen muss man in diesem Zusammenhang, dass das Verlegen von gebrauchtem Material zumindest ebenso teuer ist wie die Verlegung von neuem Material.

Ausführungszeiten können heute noch nicht benannt werden. Das ist, wie bereits ausgeführt, abhängig davon, wie Fördermittel fließen und von der Nachrangigkeit der Sanierung öffentlicher Straßen gegenüber privaten Investitionen. Anders zu sehen wäre eine Situation, wenn die AGL auf eine Kanalsanierung drängen würde. Dann müsste darüber nachgedacht werden, die Straßensanierung im Zuge einer Kanalsanierung vorzuziehen.

 

Beigeordneter Körner überzeugt die Variante IV am meisten. Auch er hält eine zurückhaltende Fassadengestaltung des Parkdecks für angebracht.

 

Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor.

 

Beigeordneter Körner verliest den Beschlussvorschlag der Verwaltung und stellt diesen zur Abstimmung.

 

 

Beschluss:

Beschluss:

Der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung fasst einen der Beschlussempfehlung der Verwaltung folgenden mehrheitlichen Beschluss bei 2 Enthaltungen (Beigeordnete Schellmann, Ratsherr Meihsies).