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Beratungsinhalt: Oberbürgermeister MÄDGE geht kurz auf die Chronologie der Beratungen ein.
Einen ersten Sachstandsbericht habe es bereits in der Sitzung des
Verwaltungsausschusses im Januar 2006 gegeben. Der damalige Bericht zur
EU-Förderkulisse enthielt auch die Entwicklung des Bereiches Bilmer Berg II,
gelegen zwischen dem jetzigen Baumarkt Bahr und dem Elbe-Seitenkanal, zu einem
Gewerbegebiet mit einem Schlepphafen sowie der zwischen beiden verlaufenden
Autobahn. Ausgehend von dieser Diskussion wurden im Bauausschuss und im
Verwaltungsausschuss im September/Oktober 2006 B-Plan und F-Plan geändert und
entsprechende Aufstellungsbeschlüsse gefasst. Dem neuen Rat wurde im März 2007
im Verwaltungsausschuss im Rahmen der EU-Ziel 1-Förderung das Projekt erneut
vorgestellt. Daran anschließend gab es im Mai 2007 im Bauausschuss eine weitere
umfangreiche Darstellung der Pläne zum Container-Terminal und zum Gewerbegebiet
Bilmer Berg II. Zuletzt erinnert er an die Diskussion im öffentlichen Teil des
Wirtschaftsausschusses vor nicht einmal einem Monat. Dort wurden im
Zusammenhang mit der Hafenentwicklung die Flächen am Bilmer Berg erneut
vorgestellt. Die gesamte Entwicklung am Bilmer Berg sei durchgehend sowohl vom
alten, als auch vom neuen Rat einhellig begleitet worden. Auch am 3. Juni haben
alle Mitglieder des Wirtschaftsausschusses dem Sachstandsbericht zugestimmt.
Vor dem Hintergrund dieser vorhandenen Informationen seien die Fragen 1 und 2
beantwortet, auf die weiteren Fragen wolle er kurz eingehen. Hinsichtlich eines möglichen Stadions im Planbereich wurde
mit dem Lüneburger SK und inzwischen mit dem Fc Hansa Lüneburg diskutiert, ob
es möglich ist, ein Stadion mit einer Kapazität von 5.000 Plätzen zu bauen. Es
war zunächst geplant, EU-Ziel 1-Mittel für den Bau eines Stadions mit einem
Kostenansatz von rund 10 Millionen Euro zu beantragen, was sich jedoch als sehr
unwahrscheinlich herausstellte. Im Rahmen des Bebauungsplanes wurde allerdings
auch diskutiert, ob Flächen vorgesehen werden, nicht für ein Stadion, sondern
für zwei bis drei Sportplätze. Dies käme auch anderen Vereinen in Lüneburg zu
gute, da durch die sehr positive Entwicklung der Anmeldezahlen im Jugendfußball
einige Klubs bereits Kapazitätsprobleme angemeldet haben. Trotz der bereits
vorgesehenen Erweiterungen, etwa auf den Sülzwiesen, sei hier in Zukunft ein
noch weiter steigender Bedarf zu erwarten, den man bei den jetzigen Planungen
berücksichtige. Die Gesamtfläche des Plangebietes beträgt ungefähr
einhundert Hektar. Ein Teil davon ist bereits gewerblich vorgesehen, ein
weiterer Teil wird vorgesehen für Fahrbahn und Anbauten der A39, deren
Linienbestimmung noch nicht abgeschlossen ist. Mit der Region Süderelbe werden
derzeit Gespräche über den so genannten ‚Businessplan’ geführt,
einer Machbarkeitsstudie für den Hafen und seine Entwicklung. Die Flächen
werden derzeit überwiegend landwirtschaftlich genutzt, zudem enthalten sie
einen kleinen Waldstreifen sowie eine alte Sandkuhle. Zwölf Hektar des Geländes
gehören der Stadt, die restlichen Flächen befinden sich im Eigentum eines
Landwirtes, von dem man in der Vergangenheit bereits Grundstücke in diesem
Bereich erworben hat und mit dem man auch jetzt wieder in Verhandlungen steht. Die Frage nach einem Zusammenhang zwischen den
Gewerbegebieten im Bereich Bilmer Berg und dem geplanten Baugebiet Tiergartenkamp
kann seitens der Verwaltung mit Nein beantwortet werden. Zu den Planungen auf den Flächen Bilmer Berg II wird anhand
eines bereits in Bauausschuss und Wirtschaftsausschuss vorgestellten Planes
(siehe Anlage) erläutert, dass es Wunsch der Stadt ist, die geplante Trasse der
A39 etwa einhundert Meter nach Westen zu verschieben, um das dann größere
Dreieck zwischen der B209, dem Kanal und der geplanten Autobahn besser nutzen
zu können. Der bisherige Hafen mit der Ansiedlung eines Container-Terminals
soll durch die Weiterführung der Hafenbahn unter der B209 hindurch an den
geplanten Parallelhafen mit drei Liegeplätzen und die Bahnstrecke
Lüneburg-Dannenberg angebunden werden. Das werde nicht zuletzt auch zur
Sicherung der Bahnverbindung nach Dannenberg beitragen. Für die Unterführung
der Hafenbahn muss die Bundesstraße circa einen Meter angehoben werden. Der
Bereich des genannten Dreiecks soll als erstes mit einem Bebauungsplan versehen
werden, um den zunehmenden Platzproblemen
aufgrund der sehr positiv zu betrachtenden Entwicklung der
Gewerbebetriebe im Hafen zu begegnen. Der Trend geht zu einer verstärken
Nachfrage aus dem Raum Hamburg nach Ansiedlungsmöglichkeiten, für die man eine
gute Logistik aufbauen muss. Zudem kehren nicht wenige Firmen mit ihren
Produktionsstätten aufgrund der erheblichen Transportkosten aus dem Ausland
zurück, auch hierfür muss Vorsorge getroffen werden. Die Verhandlungen für den Flächenerwerb sind ganz bewusst an
eine unabhängige Anwaltskanzlei gegeben worden, um gar nicht erst in eine
Diskussion über irgendwelche Interessenkonflikte oder –einflüsse zu
geraten. Die Verhandlungen laufen getrennt von anderen Planungen, Ziel ist es,
den Beschlussvorschlag über den Ankauf der Flächen den zuständigen Gremien
möglichst binnen eines Jahres vorlegen zu können. Es wird derzeit daran gearbeitet, die Erschließung der
Fläche in einem PPP-Verfahren an der Seite eines privaten Partners zu
realisieren. Die Umsetzung des Gesamtpaketes wird Verwaltung, Rat und
Fachausschüsse sicherlich noch auf Jahre hinaus beschäftigen, hier handelt es
sich um den richtigen Weg in die Zukunft bei der Weiterentwicklung der Stadt
Lüneburg. Beigeordneter BLANCK beantragt Aussprache. Dem Antrag auf Aussprache wird mehrheitlich zugestimmt bei 2
Enthaltungen der Fraktion DIE LINKE. Beigeordneter BLANCK bedankt sich für die ausführliche Antwort. Ihm seien die
Ausführungen aufgrund der jüngsten Ausführungen im Wirtschaftsausschuss zwar
bereits bekannt gewesen, die Anfrage sei aber bereits zuvor gestellt worden. Die
Frage nach einer wissenschaftlichen Bedarfsermittlung sei jedoch nicht
beantwortet worden. Ebenso die entscheidende Frage, ob die Stadt oder Dritte
noch weitere Gewerbegebiete über dieses bereits bekannte Gebiet hinaus planen.
In der nicht öffentlichen Sitzung eines Gremiums sei kürzlich die Rede von
einem Gewerbegebiet Bilmer Berg III, IV und sogar V gewesen. Ihn interessiere,
welche weiteren konkreten Überlegungen es hier gebe. Er bitte, auf diese Fragen
noch einzugehen. Oberbürgermeister MÄDGE erinnert daran, dass die Frage nach einer
wissenschaftlichen Bedarfsermittlung im Wirtschaftsausschuss von Herrn Glaser
von der Süderelbe AG beantwortet wurde, wonach man im System der freien
Marktwirtschaft auch mit wissenschaftlichen Untersuchungen keine sicheren
Erkenntnisse zur Bedarfsermittlung für die Ansiedlung von Unternehmen erzielen
könne. Hier könne man nur Vorsorge treffen durch den Erwerb von Vorratsflächen.
Die Entwicklung dieser Flächen erfolge erst, wenn auch konkrete Interessenten
vorhanden sind, die sich ansiedeln wollen. Die Planungen für das Gewerbegebiet
Bilmer Berg, einerlei wie man die Flächen durchnummeriere, reichten aller
Voraussicht nach für die Entwicklung an Gewerbeflächen für die nächsten Jahre
aus, soweit man das nach heutigen Erkenntnissen beurteilen könne. Der Kanal
bilde die Grenze der Planungen. Ratsherr MANZKE erinnert an die vor langer Zeit geführten Diskussionen bei
der Entwicklung des Industriegebietes Hafen. Seinerzeit habe es ebenfalls eine
große Zahl von sozusagen ‚Gestrigen’ gegeben, die sich mit den
damals sehr weitsichtigen Plänen nicht identifizieren konnten und sie als
Gigantismus abtaten. Heute wisse man, dass es ein kluger Schachzug gewesen sei,
das Industriegebiet Hafen zu erstellen. Als er die Anfrage gelesen und sich
gefragt habe, wie sie gemeint sei, sei ihm der Gedanke gekommen, dass die Frage
eigentlich hätte lauten müssen, ob die Stadt etwa ein neues
Gewerbegebiet plane. Herr Blanck wisse ebenso gut wie er selbst, dass das
vorhandene Industriegebiet im Hafen nahezu ausgeschöpft sei und man einen
großen Fehler mache, wenn man die Rahmenbedingungen für eine wachsende
Wirtschaft nicht schaffe. Daher sei diese Planung dringend notwendig und in die
Zukunft gerichtet. Das habe doch auch Herr Blanck erkannt, indem er im
Wirtschaftsausschuss den Plänen zugestimmt habe. Beschluss: Der
Rat der Hansestadt Lüneburg nimmt Kenntnis. (06,
61) |
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