Bürgerinformationssystem
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Beratungsinhalt: Fachbereichsleiterin
SCHRÖDER-EHLERS
führt aus, dass in den jeweiligen Fachausschüssen und im Rat vorgetragen worden
sei, dass es sich beim Brückenneubau um ein Ersatzbauwerk handle, durch den die
bei der alten Brücke notwendige Gewichtsbeschränkung aufgehoben werde. Für die
Ampelschaltungen sei bereits in einer frühen Planungsphase durch das Büro
Schubert eine Simulation erstellt worden, die auch in verschiedenen Gremien
vorgestellt worden sei. Derzeit würden durch die Firma die Detailpläne für die
verschiedenen Ampeln erarbeitet. Hinsichtlich der Verkehrsströme sei im Vorfeld
ein ausführliches Gutachten erstellt und im Verkehrsausschuss vorgestellt
worden, welches sich intensiv mit den Umleitungsströmen auseinander gesetzt
habe. Es finde sich darin auch eine Darstellung, auf welchen Strecken mit zusätzlichen
Belastungen gerechnet werde, diese seien auch wie vorhergesehen eingetreten. Im
Bereich des westlichen und des südlichen Stadtringes gebe es erhebliche
Zunahmen, ebenso im Bereich Hamburger Straße und Moldenweg zum Kreideberg.
Weiterhin seien Schleichverkehre aufgetreten, hier man habe an der einen oder
anderen Stelle korrigierend eingegriffen. Beigeordneter
LÖB bedankt sich
für die Ausführungen. Es habe niemand erwartet, dass der Verkehr in Lüneburg
ohne die Reichenbachbrücke so gut laufen würde. Er danke der Verwaltung, dass
sie es geschafft habe, durch eine geschickte Umleitungsregelung und gute
Planung es zu ermöglichen, dass man heute sagen könne, man brauche die
Reichenbachbrücke nicht mehr, da der Verkehr auch ohne sie gut laufe. Die anfänglichen
Probleme seien durch Nachbesserungen behoben worden, so dass es kaum noch
Beschwerden von Anliegern gebe. Man müsse sich klar machen, dass die neue
Brücke wieder Verkehr nach sich ziehen werde – besonders angesichts der nicht
mehr vorhandenen Gewichtsbegrenzung – mit der Folge, dass man in ein paar
Jahren aufgrund der Überbelastung wieder nach neuen Lösungen suchen müsse. Man
solle lieber jetzt, da sich die Autofahrer an die neuen Wege gewöhnt haben,
darüber nachdenken, ob man das Experiment wagen könne, die Brücke zunächst für
ein Jahr nur für Anlieger zu öffnen. Dies würde nicht zuletzt das Wasserviertel
aufwerten. Beigeordneter
MEIßNER sieht die
Ausführungen des Beigeordneten Löb als großes Trauerspiel, sie zeigten einmal
mehr, dass die Grünen von der Verkehrsführung in der Stadt keine Ahnung hätten.
Gegen die in der Anfrage gestellten Fragen an sich sei nichts einzuwenden, wer
aber den jetzigen Zustand festgeschrieben haben wolle, der habe sich keine
Gedanken darüber gemacht, welche Belastungen die Umleitungsverkehre für die
Menschen auf dem Kreideberg mit sich bringen. Ebenso fehle eine vorausschauende
Planung für die Zukunft, nach Prognosen des statistischen Landesamtes wachse
Lüneburg bis zum Jahre 2020 auf 90.000 Einwohner mit weiter zunehmenden
Verkehren. Durch die Umleitung über die Johannes-Westphal-Brücke und andere
Strecken falle für die Verkehrsteilnehmer eine Vielzahl von Ampeln an mit der
Folge drastisch erhöhter Kilometerzahlen, Abgase und CO2-Emissionen.
Er erinnere daran, dass bereits Anfang der 90er-Jahre der Stadt Lüneburg durch
die hohe Feinstaubbelastung das Prädikat „Kurort“ aberkannt worden sei.
Angesichts der Folgen für den Verkehrsfluss und für die Umwelt könne der
jetzige Zustand nicht festgeschrieben werden. Ratsherr
KUNATH beantragt
Schluss der Debatte. Der Antrag auf Schluss der Debatte wird mehrheitlich bei 2 Ja-Stimmen der Fraktion DIE LINKE und 2 Ja-Stimmen aus den Reihen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt. Ratsherr
SOLDAN stellt fest,
wenn Ratsherr Löb es ehrlich meine mit direkter Demokratie in Form einer
Bürgerbefragung, müsse er auch hierzu eine Bürgerbefragung fordern. Dann würde
er merken, welche Vorstellungen die Lüneburger über den Verkehrsfluss haben. So
etwas wage er allerdings nur, wenn sicher sei, dass das gewünschte Ergebnis
dabei herauskomme. Als Bewohner von Oedeme habe Herr Löb sicherlich andere
Vorstellungen von der Verkehrsführung als die Anwohner der unmittelbar von der
derzeitigen Verkehrssituation betroffenen Straßen. Er empfehle daher etwas mehr
Zurückhaltung. Die Brücke sei notwendig, sie ziehe nicht mehr Verkehr in die
Stadt, vielmehr leite sie Verkehr aus der Stadt direkt ab. Sie nur für Anlieger
zu öffnen, halte er für einen Schildbürgerstreich. Beigeordnete
BAUMGARTEN
berichtet, dass sie selbst die angesprochene Umleitungsstrecke über die
Johannes-Westphal-Brücke mindestens zweimal täglich fahren müsse und dabei
feststelle, dass es in der Bockelmannstraße regelmäßig zu Staus komme. Wenn an
einem solchen Engpass, wie kürzlich geschehen, ein Unfall passiere, gehe gar
nichts mehr. Freie Fahrt ohne die Reichenbachbrücke gebe es zu bestimmten
Zeiten in Lüneburg nicht. Sie könne den Vorschlag von Herrn Löb aber vor allem
deshalb nicht verstehen, weil bei einer Sperrung der Reichenbachbrücke, wie
bereits ausgeführt wurde, eine deutlich höhere Belastung der Umwelt eintrete,
was doch gerade seine Partei verhindern wolle. Konsequent wäre es daher zu
sagen, man solle durch eine zügige Fertigstellung der Reichenbachbrücke dafür
sorgen, dass die Autos schneller ihr Ziel erreichten und dadurch weniger CO2
ausstoßen. Ratsherr
MEIHSIES erkennt im
Vorschlag von Herrn Löb eine auch für ihn überraschende, aber durchaus
intelligente Provokation, da sich viele Menschen in Lüneburg die Frage
stellten, was passierte, wenn es die Reichenbachbrücke zukünftig nicht gebe.
Bei der Beschäftigung mit Verkehrsmengen könne man feststellen, dass es zwar
durchaus steigende Zulassungszahlen gebe, diese bedeuteten aber nicht zwingend
mehr gefahrene Kilometer. Eine alternde Gesellschaft bedeute, dass immer mehr
Menschen ihr Auto auch einmal stehen ließen. Das Bundesverkehrsministerium habe
ermittelt, dass Autos nicht mehr so viel bewegt würden wie in früheren Zeiten. Beigeordnete
SCHELLMANN stellt
fest, dass es einzig und allein der Vorarbeit der Verwaltung und der Gutachter
zu verdanken sei, dass der Verkehrsfluss so gut laufe. Dies sei auch für sie
überraschend gewesen. Man dürfe aber daraus nicht schließen, dass man die
Umleitungen nicht merke. Das gelte zwar für Herrn Löb in Oedeme ebenso wie für
sie selbst in Häcklingen, sie wisse aber durchaus, welche Strecken sie gefahren
sei und welche Belastungen die Anwohner dieser Strecken ertrügen. An diese
müsse man auch denken, daher brauche man eine vernünftige Lösung, wie sie die
Reichenbachbrücke biete. Oberbürgermeister
MÄDGE erinnert an
eine frühere rot/grüne Vereinbarung, die unter anderem den Ausbau der
Reichenbachbrücke zum Inhalt gehabt und an der von Seiten der Grünen deren
Verkehrsexperte, Herr Dammann, mitgewirkt habe. Man habe bereits damals
erkannt, dass die Reichenbachbrücke wichtig sei, um die Stadtteile zu entlasten
und gleichzeitig die Lieferverkehre an das „Kaufhaus Innenstadt“ heranzuführen.
Seinerzeit habe man einen sechsspurigen Ausbau favorisiert, von dem man durch
den Bau der Johannes-Westphal-Brücke habe abrücken können. Es gebe derzeit ganz
erhebliche Verkehrsstauungen in den Stoßzeiten in den problematischen Bereichen
des Stadtringes in beiden Richtungen. Die jetzigen Umleitungsverkehre erzeugten
in vielen Straßen große Probleme, zu nennen sei als Beispiel nur der Ochtmisser
Kirchsteig, dessen Anwohner ohnehin stark belastet seien und denen man nun
durch eine Einbahnstraßenregelung etwas Entlastung habe bringen können mit der
Folge, dass der Verkehr auf den Wienebütteler Weg ausweichen müsse. Eine hohe
Belastung liege auch für die Bewohner der Baumstraße vor durch eine deutliche
Zunahme des Taxenverkehrs auf dieser mit Kopfsteinpflaster versehenen Straße.
Diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Wer diese Verkehre festschreiben
wolle, solle einen entsprechenden Antrag stellen. Neben der Feinstaubbelastung
gebe es auch eine stark erhöhte Lärmbelastung. Wenngleich moderne Autos
aufgrund besserer Technik im einzelnen eine geringere Lautstärke verursachten,
bedeutete die Vielzahl der Fahrzeuge auf Hindenburgstraße und Moldenweg doch
eine enorme Lärmbelästigung für die Anwohner. Durch Vorschläge wie von Herrn
Löb mache man Klamauk auf Kosten der Menschen, die diese Belastungen durch
Umleitungsverkehr aushalten müssten. Die Folgen eines Verzichtes auf die
Reichenbachbrücke müssten der Bevölkerung klar vor Augen geführt werden, er
fordere jeden auf, der einen solchen Vorschlag mache, in Bürgerversammlungen zu
diesen Folgen Rede und Antwort zu stehen. Beschluss: Der
Rat der Stadt Lüneburg nimmt Kenntnis. |
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