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Beratungsinhalt: Beigeordneter
DÖRBAUM weist
Kritik an der Förderrichtlinie zurück. Man wolle eine Wohnraumförderung in der
Innendstadt, da man feststelle, dass durch die Ansiedlung von Verkaufsketten es
einen Leerstand in einigen Bereichen gebe. Zu einer lebenswerten Innenstadt
gehöre aber die Nutzung zu Wohnzwecken. Der Trend gehe wieder zunehmend zum
Zuzug in die Innenstädte. Dafür solle man entsprechende Möglichkeiten schaffen.
In welchem Umfang diese dann auch angenommen würden, sei eine andere Frage. Die
genannten Förderrichtlinien sähen eine begrenzte Höhe der Zuschüsse vor, diese
müssten zudem zurückgezahlt werden, wenn man den geschaffenen Wohnraum vor
Ablauf von zehn Jahren wieder zweckentfremde. Es handele sich bei der
Richtlinie um ein wichtiges Instrument zur Belebung der Innenstadt. Wenn man
diese Möglichkeiten gar nicht erst anbiete, habe man keine Chance zu erfahren,
ob ein solches Angebot angenommen werde. Beigeordneter
LÖB weist darauf
hin, dass der Rat durchaus Möglichkeiten habe, den Zuzug von Filialisten in die
Innenstadt zu begrenzen. Die Förderung von Wohnraum in der Innenstadt höre sich
zunächst einmal gut an, dies könne jedoch heutzutage nur noch geschehen, wenn
neu geschaffener Wohnraum sich den heutigen Problemen der Welt stärker annehme,
nämlich der Klimaproblematik. Dies bedeute, dass man so bauen und wohnen müsse,
dass möglichst wenig CO2 freigesetzt werde. Das sei sicherlich ein hoher
Anspruch, aber letztendlich sei man der Meinung, dass man diese Räume lieber
leer stehen lassen solle, dies schaffe weniger Energieprobleme als schlechter
Wohnraum. Nur bei einer entsprechenden Gestaltung und Isolierung der Wohnungen
könne man der Förderung zustimmen. Ratsherr
KROLL wünscht, dass
man in die ersten und zweiten Geschosse über den Geschäften in der Innenstadt
durch Wohnraum wieder Licht bringe. Derzeit sei es so, dass Räume in diesen
Geschossen leer stünden oder zu anderen als Wohnzwecken genutzt würden. Er
würde es begrüßen, wenn durch diesen Beitrag neues Leben in die Innenstadt
gebracht würde. Beigeordnete
SCHELLMANN erinnert
daran, dass es der Ansatzpunkt gewesen sei, keine nach Geschäftsschluss tote
Innenstadt zu haben. Dies sei derzeit ein unerfreulicher Zustand, nachdem das
Gewerbe überwiegend die Innenstadtbewohner verdrängt habe. Inzwischen seien
einige Menschen wieder zurückgekehrt, das habe gezeigt, wie gut und wichtig die
Wohnansiedlung in der Innenstadt sei. Sie wisse, dass man mit einer solchen
Förderung eigentlich nicht viel erreichen könne, man müsse aber einen Anreiz
setzen, um die Innenstadt wieder besser für Menschen zu öffnen. Lüneburg habe
eine problematische Innenstadt, da es oft keine eigenen Zugänge zu den oberen
Stockwerken gebe. Es sei bekannt, dass Gewerberäume günstiger verpachtet werden
könnten als Wohnräume, sie wisse aber aus Vorgesprächen, dass es einige Interessenten
gebe, die sich eine solche Umgestaltung überlegen wollten. Dies sei immerhin
ein erster Schritt. Leer stehende Räume seien keineswegs die bessere Wahl, sie
zerstörten vielmehr die Häuser, da sie nicht beheizt würden. Ratsherr
RIECHEY erklärt,
dass er dem Antrag nicht zustimmen könne, da er der Meinung sei, dass man die
dort fließenden Mittel sinnvoller für sozialpolitische oder andere Maßnahmen
einsetzen könne. Die Immobilieneigentümer seien mündig, man solle ihnen selbst
überlassen, wie sie ihre Räumlichkeiten nutzen wollen. Natürlich wäre mehr
Wohnraum in der Innenstadt zu begrüßen, von der Steuerung her könne man das
Geld aber sinnvoller nutzen. Beigeordneter
BLANCK
verdeutlicht, dass seine Fraktion immer bereit gewesen sei, die
Wohnraumförderung zu unterstützen unter der Prämisse, die Einhaltung der
KfW-Standards zur Auflage zu machen. Wenn die Räume nicht sinnvoll derart
umgenutzt werden könnten, dass eine entsprechende Wärmedämmung machbar sei,
dann müsse man es als Tatsache hinnehmen, dass die Räume in ihrer jetzigen
Nutzung durch Gewerbe ihre Bestimmung gefunden haben. Es mache keinen Sinn,
wirtschaftlich genutzte Räume, die im übrigen keineswegs leer stünden, aus der
Nutzung als Lagerraum heraus zu nehmen und dafür Wohnraum zu schaffen, der qualitativ
nicht den geforderten Standards entspreche. Man behindere dadurch die
Wirtschaft und lenke Gelder eindeutig in die falsche Richtung. Beschluss: Der
Rat der Stadt Lüneburg beschließt mehrheitlich bei 9 Gegenstimmen der Fraktion
Bündnis 90/Die Grünen und der Fraktion DIE LINKE die Richtlinie zur Förderung
von Wohnraumschaffung in der Innenstadt. Für das Inkrafttreten ist der
01.01.2007 vorzusehen. (61;
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