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Vorlage - VO/1533/05  

 
 
Betreff: Grundsatzentscheidung für die Raumplanung SZ Kaltenmoor, Anne-Frank-Schule, Johanneum
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:Wiebe, Thomas
Federführend:Bereich 41 - Schulen, Kultur, Sport Bearbeiter/-in: Bergmann, Imke
Beratungsfolge:
Schulausschuss Entscheidung
17.06.2005 
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Sachverhalt:

 

Die Stadt Lüneburg hatte bereits im Jahre 2002 (Schreiben vom 30.08.2002) beim Niedersächsischen Kultusministerium (MK) die Genehmigung von Ganztagszentren für die Schulen in den Stadtteilen Kaltenmoor und Kreideberg beantragt. Mit Bescheid vom 10.02.2003 wurde durch das MK der Bildung dieser Ganztagszentren grundsätzlich zugestimmt.

 

Seitdem hatte die Anne-Frank-Schule ihre Entwicklung zur Ganztagsschule (GTS) mit Unterstützung der Stadt vorangebracht, so dass sie nach einer Genehmigung des MK seit dem 01.08.2003 als GTS betrieben wird. Ab Sommer 2006 wird der 2. bis 4. Jahrgang die GTS besuchen.

 

Die Hauptschule Kaltenmoor und die Kopernikus-Schule haben ihre Planungen zwar ebenfalls aufgenommen, aber nicht in vergleichbarer Weise weiterführen können, was u.a. auch durch die laufenden Schadstoff-Sanierungsarbeiten im Schulzentrum begründet ist.

Es liegt aber schon der Entwurf eines pädagogischen Konzepts der Kopernikus-Schule für die Einrichtung der GTS vor.

Ebenfalls liegt ein Entwurf des Gymnasiums Johanneum vor. Hier ist anzumerken, dass diese Schule im Gegensatz zu anderen Schulen ausdrücklich der „offenen GTS“ zustimmt, was einerseits mit den organisatorischen Gegebenheiten eines gymnasialen Schulbetriebs, aber auch mit den außerschulischen Aktivitäten der Schülerschaft und der entsprechenden Akzeptanz der Eltern begründet wird.

 

Gestützt wird die Entwicklung von GTS durch Zuwendungen aus dem Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ 2003 - 2007 in dem die Bundesregierung insgesamt 4 Mrd. € für bestehende und neue GTS bereitgestellt hat.

 

Die Stadt Lüneburg hat in einem ersten Schritt aus dem auf das Land Niedersachsen entfallenden Anteil über 6 Mio. € für die drei GTS Anne-Frank-Schule, Christianischule und HS Stadtmitte erfolgreich bekommen.

Dabei konnten die Zuwendungsanträge mit ihren Raumprogrammen, die aus den pädagogischen Konzepten der Schulen entwickelt wurden, im wesentlichen die Anerkennung durch die Bezirksregierung und das MK finden.

Alle Projekte für die genannten Schulen befinden sich in der Umsetzung.

 

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Schulen im Bereich Kaltenmoor gestaltet sich die Vorausplanung der Raumsituation aufgrund nachstehender Faktoren als schwierig:

 

Am Johanneum fehlen Unterrichtsräume (10 AUR ). Daher wurde eine Außenstelle für 10 Klassen des 5. und 6. Jahrgang in der Schule Lüne eingerichtet. Von diesen 10 Klassen werden drei Klassen in mobilen AUR unterrichtet.

Einige Fachunterrichtsräume (FUR) entsprechen nicht mehr den Anforderungen eines zeitgemäßen Unterrichts. Im „Mittelfristigen Investitionsprogramm 2005 - 2009“ ist daher ein erheblicher Betrag vorgesehen, um insbesondere die naturwissenschaftlichen Fachräume zu modernisieren.

 

Im Schulzentrum laufen die Schadstoffsanierungsarbeiten, für deren Verlauf es notwendig ist, eine gewisse Raumreserve für eine zwischenzeitliche Verlagerung von Klassen innerhalb des Gebäudes vorzuhalten.

Nach Abschluss der Sanierung wird es einen „Überhang“ von rechnerisch 14 AUR geben, soweit die Räume (wie geplant) in bisheriger Zahl und Größe wiederhergestellt werden.

Die Fachräume werden ebenfalls im Verlaufe der Arbeiten hinsichtlich der Ausstattung und Größe den heutigen Gegebenheiten angepasst.

 

In der Anne-Frank-Schule finden die erforderlichen Umbauten für die GTS statt. Damit einhergehend erfolgt die Schadstoffsanierung im Verlaufe der Bauabschnitte. Der letzte Bauabschnitt sieht die Schaffung von 4 zusätzlichen AUR vor.

 

Die Entwicklung der Schulen in Lüneburg ist mittelfristig planbar: Die Zahl der Einschulungen in Lüneburg wird insgesamt noch bis zum Jahr 2010 über den heutigen Jahresmittelwert hinaus ansteigen. Dies wird in nachstehendem Schaubild sichtbar:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Dies hängt im wesentlichen mit der positiven Entwicklung von Stadt (und Landkreis) Lüneburg als Wachstumsregion zusammen.

Erst nach dem genannten Zeitpunkt könnte die Zahl sinken, und mit dem entsprechenden zeitlichen Versatz auch alle weiterführenden Schulen berühren. Ob dieser heute nur errechenbare Trend tatsächlich eintritt, hängt im wesentlichen von der weiteren Siedlungsentwicklung der Stadt ab.

Für die Raumplanung ist daher eine konzeptionelle Entscheidung zu treffen, die der augenblicklichen Situation, der demografischen Entwicklung und damit der weitere Entwicklung der Schülerzahlen, der Bildungsqualität aber auch den Wünsche von Schulen, Elternschaft und Politik zur Entwicklung als GTS Rechnung trägt.

Gleichzeitig muss auch Handlungsspielraum für mögliche spätere Einflüsse bleiben und letztendlich auch der Fortfall des 13. Jahrgangs am Gymnasium zum Sommer 2011 berücksichtigt werden.

 

Hinsichtlich der Situation in Kaltenmoor ist in der aktuellen Betrachtung natürlich der Fortgang (und der Zeitpunkt des Abschlusses) der Sanierungsarbeiten im Schulzentrum zu beachten. Dabei geht es nicht nur um eine Wiederherstellung der „alten“ Räumlichkeiten, sondern auch um Modernisierungen, die das Schulzentrum für die nächsten 20 Jahre zukunftssicher machen. Dies ist insbesondere in den modernisierungsbedürftigen Fachraum-Bereichen notwendig und wurde bisher auch so vorgenommen.

Im gleichen Zusammenhang ist zu entscheiden, welche Räume der Anne-Frank-Schule im Zuge der GTS tatsächlich zusätzlich zu errichten sind. Ausgangspunkt dafür ist das bestehende Raumprogramm aus dem vom Land Niedersachsen genehmigten Zuwendungsantrag für Investitionsmittel.

 

In der Anlage 1 (direkter Vergleich Raumbestand) ist die Raumbilanz für die Schulen in Kaltenmoor dargestellt.

 

Damit ergeben sich für die weitere Raumplanung folgende Überlegungen:

 

Anne-Frank-Schule

 

Aufgrund des Raumüberhangs im Schulzentrum könnte der Gedanke verfolgt werden, auf einen Vollausbau der AFS zu verzichten und dafür z.B. 4 AUR mit den Klassen des 4. Jahrgangs der AFS dort zu belegen. Dies würde die Rückgabe von Teilen (voraussichtlich rd. 1 Mio. €) der bereits genehmigten GTS-Mittel des Bundes bedeuten.

Dazu ergeben sich nachstehende Vor- und Nachteile:

+     geringe Baukosten mit geringerem Eigenanteil der Stadt Lüneburg;

+     dauerhaft geringere Kosten für Betrieb und bauliche Unterhaltung in der AFS;

-      pädagogische Bedenken, da die Einheit der Grundschule nicht gewahrt ist.

 

Nach Abwägung wird vorgeschlagen, die dem Investitionsantrag zugrundeliegende Raumplanung weiterzuverfolgen und die AFS an Ort und Stelle als (weiterhin) vierzügige GTS-Grundschule auszubauen.

Weitere mögliche Veränderungen der Planung sind nur in einem Maße möglich, wie es der Bescheid der Bezirksregierung vom 30.08.2004 zulässt. Es sollte daher auch grundsätzlich bei der von der Gebäudewirtschaft beabsichtigten Reihenfolge der Baumaßnahme bleiben, so dass mögliche zusätzliche Räume im 1. OG erst im letzten Bauabschnitt errichtet werden.

So erscheint es aus heutiger Sicht möglich, auf die zwei Fachunterrichtsräume (FUR) im 1. OG zu verzichten. Dazu hat die Verwaltung bereits Einvernehmen mit der Schule hergestellt.

 

Schulzentrum (Hauptschule und Kopernikus-Schule) und Johanneum

 

Wenn die Anne-Frank-Schule eine in sich geschlossene Raumzuordnung erfährt, ergibt sich für das Schulzentrum Kaltenmoor und das Johanneum eine von den bereits vorstehend genannten Faktoren beeinflusste Wechselbeziehung (Anlage 2; Raumbilanz Johanneum und SZ).

 

In der Aufstellung werden die denkbaren Entscheidungsvarianten dargestellt.

Zur Schaffung der bestmöglichen baulichen Voraussetzungen ist es notwendig, dass die Ganztagspläne der Schulen weiterverfolgt werden.

Die Schulverwaltung ist im Kontakt mit HS und RS Kaltenmoor, um die Möglichkeiten zur Einrichtung von GTS auszuloten. Gerade im Stadtteil Kaltenmoor wäre es notwendig, für die Schülerinnen und Schüler verpflichtende, attraktive Nachmittagsangebote zu schaffen, so wie es auch das erste Konzept der Kopernikus-Schule vorsieht, doch erscheint es untunlich, Ganztagspläne gegen einen anderslautenden Willen der Schulen durchzusetzen.

Beide Schulleitungen tragen durchaus nachvollziehbare, erhebliche Bedenken vor, wenn es den Schulen nach der gegenwärtigen Erlasslage bzw. der Finanzlage das Landes Niedersachsen nicht mehr möglich ist, zumindest zwei Nachmittage mit pädagogisch betreuten, verbindlichen Angeboten einer GTS anzubieten.

 

Für die pädagogischen, aber auch intern-organisatorischen Abläufe im Gebäude des Schulzentrums scheint es unabdingbar, dass sowohl die Realschule, als auch die Hauptschule gemeinsam die Entwicklung zur GTS betreiben und auch durch das Land so genehmigt werden. Nach Auffassung des Schulträgers kann ein Nebeneinander von zwei Schulen in unterschiedlicher Betriebsform keinesfalls erwünscht sein, da dadurch erhebliche  Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Von daher stellt die Anlage 2 auf die GTS als Schulform in beiden Schulen ab.

 

Johanneum

 

1.) Die Außenstelle in der Schule Lüne soll 2007/2008 - wie zugesagt – aufgelöst werden.

Mittelfristig ist es nur realistisch, dass eine Außenstelle im Schulzentrum Kaltenmoor nicht dauerhaft eingerichtet wird, wenn der GTS-Antrag des Gymnasiums erfolgreich ist und zum Sommer 2011 letztmalig die Schüler der 13. Klassen die Schule verlassen.

Nach heutigem Stand sind die für eine GTS zusätzlichen Räume und die Finanzierung der dafür notwendigen Investitionen nur mit den Bundesmitteln des IZBB-Programms für GTS am Hauptgebäude des Gymnasiums möglich. Ob Mittel für das Vorhaben am Johanneum fließen, liegt in der Entscheidung des Landes Niedersachsen. Die Kosten belaufen sich auf ca. 6 Mio. €.

 

2.) Ein Aspekt, der einbezogen werden muss, ist die Situation zu einem erweiterten gymnasialen Angebot des Landkreises, am Schulstandort Bleckede.

 

Nach heutigem Stand ist hinsichtlich der weiteren Entwicklung und Entscheidungsbildung innerhalb der Gremien des Landkreises keine sichere Prognose möglich. Fest steht aber, dass nur bei Einführung von Schulbezirken eine Genehmigung des Landes für Bleckede möglich ist. Ein dortiges Schulangebot würde dann in geringem Umfang die Gymnasiasten aus der SG Dahlenburg und der Gemeinde Neetze aus dem Johanneum abziehen. Im jährlichen Durchschnitt stellt die Schülerschaft aus diesem Bereich weniger als eine Klassenstärke dar.

Dies gefährdet keineswegs die doch kräftige 5-Zügigkeit des Johanneums, da dann Schüler aus der Stadt, die ansonsten das Johanneum nicht aufsuchten, dort sich anmelden werden. Die Stadt Lüneburg würde eine gewisse „Entspannung“ der Schülerzahl aus diesem Grunde grundsätzlich begrüßen, da allgemein erwartet wird, dass die Übergangszahlen in die ( 5. Klassen der ) Gymnasien auf weiterhin hohem Niveau verlaufen werden.

 

Soweit sich der Landkreis nach Abschluss seiner Meinungsbildung nicht entschließt, in einen neuen Standort Bleckede zu investieren, könnte stadtseitig auch die Option der Erweiterung des Johanneums möglich sein. Dieses Vorhaben würde dann dauerhaft den Besuch von Schülerinnen und Schüler aus dem „Ost-Kreis“ beim Johanneum sichern und könnte nur im Rahmen einer Mitfinanzierung ( nach dem erfolgreichen Modell der Herderschule ) durch den Landkreis und die beteiligten Gemeinden erfolgen.

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

 

Kosten (in €)

a)   für die Erarbeitung der Vorlage:      30,00 €

aa)  Vorbereitende Kosten, z.B. Ausschreibungen, Ortstermine, etc.

b)   für die Umsetzung der Maßnahmen:

c)  an Folgekosten:  

d)      Haushaltsrechtlich gesichert:

            Ja

            Nein    

            Haushaltsstelle:        

            Haushaltsjahr:          

 

e)   mögliche Einnahmen:

 

Anlagen:

Anlagen:

1)      Vergleich des Raumbestandes der Schulen in Kaltenmoor

2)      Raumbilanz Johanneum und Schulzentrum

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 SZKaltenmoorRaumverteilung (20 KB) PDF-Dokument (7 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2 Raumbilanz-Joh-SZ-Kalt (16 KB) PDF-Dokument (5 KB)    
Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

  1. Der Schulausschuss bestätigt den hinsichtlich des Raumprogramms der GTS der Anne-Frank-Schule gefassten Beschluss vom 12.11.2003. Die Ausbaumaßnahmen sind im Detail von der Verwaltung mit der Schule abzustimmen.

 

  1. Die Hauptschule Kaltenmoor und die Kopernikus-Schule werden aufgefordert, ihre Entwicklung zur GTS fortzuführen.

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, den GTS-Antrag des Johanneums und den Antrag auf Zuwendungen auf IZBB-Mittel beim Land zu stellen (siehe dazu gesonderte Vorlage).

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, im Gesamtzusammenhang des „Ganztagszentrum Kaltenmoor“ mit den zuständigen Dienststellen der Landesschulbehörde und des MK Verhandlungen zu führen, um eine Genehmigungsfähigkeit aller GTS-Vorhaben zu erreichen.

 

  1. Unabhängig von der Entwicklung zu Ganztagsschulen stimmt der Schulausschuss der mittelfristigen Planung zur Bildung einer Außenstelle des Johanneums im erforderlichen Umfang im Schulzentrum nach Abschluss der Sanierungsarbeiten zu. 

Zur genaueren Ausgestaltung dieser Außenstelle ist zu gegebener Zeit im Schulausschuss zu berichten.