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Beratungsinhalt: Ratsherr
MEIHSIES erläutert
den umfangreichen gemeinsamen Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen und
der CDU-Fraktion. Es gehe darum, sich rechtzeitig auf den unvermeidlichen
demografischen Wandel der kommenden Jahrzehnte und seine elementaren Folgen für
alle Lebensbereiche vorzubereiten. Dazu müsse eine Prognosegrundlage geschaffen
werden, um auch für spätere Zeiten gültige Effizienzanalysen treffen zu können.
Der prognostizierte Rückgang der Bevölkerungszahlen werde auch die Stadt
Lüneburg, die zur Zeit zwar noch Zuzugsregion sei, in einigen Jahrzehnten
betreffen. Im Hinblick auf die angespannte Finanzlage der Stadt, müssten daher
Pläne für infrastrukturelle Großprojekte wie Brücken- oder Schulbauten in ihren
Dimensionen auch auf den zukünftigen Bedarf hin untersucht werden. Für eine
dann „überalterte“ Gesellschaft müssten rechtzeitig entsprechend angepasste
Strukturen und Einrichtungen entwickelt werden. Seine Fraktion begrüße daher
die von der Stadt geplante Einrichtung einer übergeordneten Stabsstelle, die
sich allerdings schwerpunktmäßig eher mit dem Thema „Älterwerden in Lüneburg“
beschäftigen sollte, denn mit dem anstehenden demografischen Wandel werde das
zentrale Thema künftig die Unterstützung und Versorgung der alternden Menschen
sein. Beigeordneter
ALTHUSMANN
unterstreicht ebenfalls die existenzielle Bedeutung der rechtzeitigen
Einplanung zukünftiger Entwicklungen für die Stadt Lüneburg. Dabei stelle sich
die Frage, ob und wie man in den nächsten Jahren überhaupt mit einem Umsteuern
der Politik auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene die gesellschaftlichen,
infrastrukturellen und finanziellen Herausforderungen meistern könne. Es sei
ein gutes Zeichen, dass die Stadt Lüneburg bereits Vorbereitungen treffe, sich
mit dem Thema zu beschäftigen. Die Frage, wie sich Lüneburg weiter entwickeln
solle, gehöre aber in erster Linie in den Rat und müsse hier von den gewählten
Volksvertretern diskutiert werden. Es lägen zwar bereits umfangreiche
Erkenntnisse vor, leider gebe es jedoch bundesweit ein Handlungsdefizit, weil mit
Rücksicht auf die Wähler niemand wage, die entscheidenden Weichenstellungen
konsequent so vorzunehmen, dass sie zukunftsfest seien. Eine Stabsstelle erst
2006 einzusetzen, halte er für zu spät. Es gelte, frühzeitig eine Form der
Beteiligung des Rates und der gesellschaftlichen Gruppen in Lüneburg zu finden,
um zu ermitteln, wie demografisches Wachstum in Lüneburg sich entwickeln werde
und wie man darauf infrastrukturell adäquat reagieren könne. In eine solche
Überlegung gehöre u.a. auch ein Flächennutzungsplan 2030, der neben der
städtischen Gesamtinfrastruktur auch die Nachbargemeinden in die weiteren
Planungen einbeziehe. Es handele sich bei dem Thema um eine große
Herausforderung, die alle Parteien angehe, deshalb appelliere er an die Gruppe
SPD/FDP, sich gemeinsam mit der CDU und den Grünen der Verantwortung zu stellen
und sich dem Antrag anzuschließen. Bürgermeister
FISCHER stimmt zu,
dass das Thema unbedingt in den Rat gehöre. Warum das so unabdingbar eilig sein
solle, werde jedoch nicht klar. Man sollte die Sache lieber überlegt angehen
und ordentlich abhandeln. Die Verwaltung untersuche auch jetzige Projekte schon
laufend auf ihre demografische Zukunftsfähigkeit, z. B. beim Schlieffen-Park
oder bei der Schulplanung. Natürlich könne die Stadt diese Aufgabe nicht allein
bewältigen, sondern die gesamte Region müsse dabei zusammen wirken und es gebe
dazu auch bereits Ansätze. Wesentliche zu erbringende Leistungen seien zunächst
die Entwicklung einer Gesamtstrategie auf der Grundlage bundes- und landesweiter
Untersuchungen, die Entwicklung eines Handlungskonzepts, die Herstellung eines
Konsenses aller Beteiligten sowie die Einbeziehung der Öffentlichkeit. Fazit
sei, man könne und sollte das in Ruhe bearbeiten und zunächst die Ergebnisse
der auf Landesebene laufenden Untersuchung abwarten. Bürgermeisterin
SCHELLMANN weist
darauf hin, dass man sich in Lüneburg mit diesem Thema schon seit Jahren
beschäftige. Es sei wichtig, eine Arbeitsgruppe zur Bearbeitung der Materie
einzusetzen, aber nicht eilig. Sie selbst habe in letzter Zeit beispielsweise
dafür plädiert, keine weiteren Kindergärten zu bauen, sondern für die
Übergangszeit Container aufzustellen, da die Zahl der Kinder zukünftig weiter
rückläufig sein werde. Gewisse Entwicklungen zeichneten sich schon seit einigen
Jahren ab und man reagiere darauf auch entsprechend. Es sollte zunächst
abgewartet werden, bis die Ergebnisse der vom Land beauftragten Untersuchung
vorlägen und auch der Landkreis habe eine ähnliche Untersuchung in Auftrag
gegeben. Der in dem Antrag der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/ Die
Grünen aufgeführte Themenkreis sei im Übrigen so groß, dass sie sich in
Anbetracht der Haushaltslage der Stadt frage, woraus man all diese Aufgaben
finanzieren solle. Der Bund habe übrigens schon 2002 ein demografisches Gutachten
vorgelegt, aus dem sich einige Erkenntnisse ziehen ließen. Stadtdirektor
KOCH bestätigt die
Notwendigkeit, kommende demografische Entwicklungen rechtzeitig in den
Infrastrukturplanungen zu berücksichtigen. Der Unterton des Antrags, dass in
Lüneburg in dieser Richtung bisher nichts geschehe, erwecke jedoch einen
falschen Eindruck, dies gehe auch aus der Stellungnahme der Verwaltung hervor.
Die Prognosen würden jedoch immer ungenauer, je weiter man in die Zukunft
plane. Es lägen bereits umfangreiche Untersuchungen vor, nicht alle
Entwicklungen seien aber mit Gewissheit vorhersehbar, da sie zum Teil von
anderen Ereignissen und Entwicklungen abhängig seien. Stadtdirektor KOCH
stellt einige aktuelle Daten über die prognostizierte demografische Entwicklung
im Land Niedersachsen und der Region Lüneburg im Besonderen dar. Im
Landesdurchschnitt habe die Region Lüneburg z.B. auch bei Herausrechnung der
Studenten eine sehr hohe Anzahl junger Einwohnerinnen und Einwohner und noch
weit länger als andere Regionen in Niedersachsen mit einem Anstieg der
Kinderzahlen zu rechnen. Es gebe zur Zeit auch kein Geburtendefizit gegenüber
den Sterbefällen. Wie sich das weiter entwickeln werde, hänge natürlich von den
weiteren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und einer familienfreundlichen
Politik ab. Der steigende Zuwachs in Lüneburg ergebe sich derzeit also nicht
durch überschießende Geburtenraten, sondern durch Zuzüge, was durch eine
entsprechende Bauleit- und Flächennutzungspolitik gefördert werde. Die Stadt
beobachte auch die Entwicklungen im Bereich der Seniorinnen und Senioren und
behalte die reale und prognostizierte Gesamtbevölkerungsentwicklung im Blick.
Diese Aufgaben würden in der geplanten Stabsstelle zusammengeführt und vernetzt
werden. Die Stadt müsse sich auf Grund ihrer anders als im Landes- oder
Bundesdurchschnitt verlaufenden Bevölkerungsentwicklung ihre Datengrundlage und
Zukunftsperspektive selbst erarbeiten und könne nicht auf Vorschläge von Bund
oder Land zurückgreifen. Ein Erkenntnis- oder Handlungsdefizit sehe er dabei
derzeit aber nicht. Beschluss: Der
Rat der Stadt Lüneburg fasst einstimmig folgenden Beschluss: Der
Antrag inklusive Änderungsantrag wird in den Verwaltungsausschuss
(Finanzberatungen) überwiesen, da seine Verwirklichung eine fachliche und
sachliche Überprüfung und ggf. die Bereitstellung von Mitteln erfordert. (22) |
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